Pride Parade von AdobeStock

Tipps für gendersensible Sprache

Breadcrumb-Navigation

Nutzung von pronomen

Versuche, die Pronomen zu verwenden, mit denen sich die jeweilige Person vorstellt.

Er heißt Leonard. Leonard hat seine Jacke vergessen.

Dey heißt Lou. Deren bester Freund ist Leonard.

Wenn sich eine Person ohne Pronomen vorstellt, kannst du nachfragen, mit welchen Pronomen dein Gegenüber angesprochen werden möchte. Nenne am besten deine eigenen gleich mit.

Hi, ich bin Nora und verwende die Pronomen sie und ihr, welche Pronomen soll ich für dich verwenden?

Wenn du nicht weißt, wie die Pronomen angewendet werden, kannst du auch freundlich nach einem Beispiel fragen.

Ich weiß leider nicht, wie ich deine Pronomen am besten verwende, kannst du mir bitte ein Beispiel geben?

Es ist normal, dass Fehler bei der Verwendung von Pronomen passieren. Wenn dir das passiert, korrigiere dich am besten selbst und versuche es beim nächsten Mal besser zu machen. Wenn es dir mehrmals passiert, kannst du auch um Entschuldigung bitten. Hab dabei im Kopf, dass es auch unangenehm für dein Gegenüber sein kann, wenn die Geschlechtsidentität oft thematisiert wird.

Entschuldige bitte, ich habe die falschen Pronomen für dich verwendet.

Wenn ihr in einer Gruppe seid, kannst du auch andere Menschen freundlich darauf hinweisen, wenn sie wiederholt die falschen Pronomen verwenden.

Ari hatte sich am Anfang gewünscht, dass wir das Pronomen they verwenden. Vielleicht kannst du darauf achten?

How to: Gendern

Vom generischen Maskulinum (Lehrer, Schüler, …) werden vor allem Männer angesprochen. Damit auch in der Sprache dargestellt wird, dass die Welt nicht nur aus Männern besteht, werden genderneutrale oder -sensible Formen verwendet – es wird gegendert. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Am Häufigsten wird das Stern-Symbol verwendet. Die meisten Beispiele sprechen alle Menschen an. Bei der expliziten Nennung der männlichen und weiblichen Form wird die traditionelle sprachliche Binarität verwendet und trans* und nicht-binäre Menschen werden nicht einbezogen.

Immer wieder wird gendersensible Sprache hinsichtlich der Barrierearmut für Blinde und Sehbehinderte diskutiert. Zwar kommt es maßgeblich auf die Einstellungen verwendeten Hilfssoftware, sog. ScreenReader, an, dennoch empfehlen Interessensverbände zur Barrierearmut die Verwendung genderneutraler Formen (Studierende, Lehrpersonen, etc.) oder die Verwendung des Gendersterns (sog. Asterix).

Tür mit Aufschrift Nur für Lehrer*innen
Tür mit Aufschrift Nur für Lehrer*innen
Mit dem „Gender-Stern“Student*innen
Mit UnterstrichStudent_innen
Mit DoppelpunktStudent:innen
Mit dem Binnen-IStudentInnen
Durch doppelte NennungStudentinnen & Studenten
Mit dem Partizip PluralStudierende

Wie spreche Ich über
Nicht-binarität und Transidentität?

Der Begriff „Geschlechtsumwandlung“ wird zwar oft verwendet, du solltest ihn aber vermeiden. Er impliziert eine Art „Verwandlung“. Außerdem suggeriert der Begriff, dass die betroffene Person ihr Geschlecht gewechselt hat. Das psychische Geschlecht war jedoch schon immer vorhanden, das Körperliche wurde lediglich angepasst. Verwende deshalb besser die Begriffe Geschlechtsangleichung oder -anpassung.

Meine Freundin Yara hatte gerade ihre geschlechtsangleichende Operation. Es ist alles gut verlaufen!

Denke an Grenzen, gerade wenn es um medizinische Maßnahmen geht. Frage deshalb nicht nach, ob eine Person schon geschlechtsangleichende Maßnahmen hatte. Gerade, wenn du die Person nicht gut kennst, ist dies sehr übergriffig und kann die Person verletzen.

Auch wenn du den Begriff Transsexualität bestimmt öfters hörst, versuche ihn nicht zu verwenden. Er impliziert, dass es sich um eine Form der Sexualität handelt, obwohl sich auf die Geschlechtsidentität bezogen wird. Außerdem wurde der Begriff im medizinischen Bereich zur Bezeichnung einer psychischen Störung verwendet, was mittlerweile wissenschaftlich widerlegt ist. Anstatt des veralteten Begriffes können Adjektive wie trans, trans* oder transgender verwendet werden. Der Ausdruck trans* soll binäre als auch nicht binäre trans bzw. trans* Personen einschließen.

Wenn über trans* Personen geschrieben wird, dann wird trans als Adjektiv klein geschrieben. Dadurch soll verdeutlicht werden, dass Gender und Geschlecht nur eine Eigenschaft des Menschen sind.

In der Geschichte von queeren Menschen spielt die trans* Frau Marsha P. Johnson eine große Rolle.

Immer öfter wird der Begriff FLINTA* verwendet. Das steht für Frauen, lesbische, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans* und agender Personen. Einige verwenden auch den Begriff FINTA* und verzichten auf die Nennung lesbischer Personen, die Gründe dafür können in dieser Broschüre allerdings nicht untergebracht werden. Mit den Begriffen soll eine Abgrenzung zu cis-geschlechtlichen, heterosexuellen Männern gemacht werden. Häufig werden die Begriffe benutzt, wenn eigentlich weiblich gelesene Personen gemeint sind. Das Akronym schließt jedoch auch queere Menschen ein, die männlich gelesen sind, wie bspw. trans Männer oder nicht-binäre Menschen. Die Gleichsetzung mit der weiblichen Lesart führt dann häufig dazu, dass männlich gelesene Menschen in FLINTA*-Spaces keinen Zugang bekommen. Überlege dir deshalb, wen genau du ansprechen möchtest, wenn du Begriffe wie FLINTA* oder FINTA* benutzt.

Pronomen

Die deutsche Sprache kennt drei Pronomen, die alle einem grammatikalischen Geschlecht (Genus) zugeordnet sind (er – sie – es). Da sich die Pronomen an der Binarität orientieren, werden neue Pronomen eingesetzt: Neopronomen. Exemplarisch werden im Folgenden einige verbreitete Beispiele aufgeführt. Zu Beginn kann der Umgang mit Neopronomen sehr überfordernd sein. Es ist Übungssache, wie problemlos sie in der Alltagssprache verwendet werden. Kenne ich die Pronomen einer Person nicht, ist es nie falsch, den Namen der jeweiligen Person zu verwenden.

Dey heißt Flo. Deren Jacke ist blau.

Ich bringe denen ein Buch mit. 

Kontakt