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Neuigkeiten aus den Gruppen

Nachrichten und Aktionen aus rund 3.000 Initiativen in NRW

Wirtschaft und Menschenrechte

Studientag am 7. November 2017 in Dortmund

Auf dem Bild ist eine indische Färberei zu sehen.

Foto: ©Richard Böger

Der deutsche Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) bleibt weit hinter den Erwartungen der Zivilgesellschaft zurück. Zwar setzt die Bundesregierung darin eine Zielmarke: Bis 2020 sollen die  Hälfte  aller  Großunternehmen  menschenrechtliche Sorgfaltspflichten umsetzen. Er enthält jedoch keine verbindlichen Regeln für Unternehmen.

Wie haben andere Länder die  UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte umgesetzt? Wie beurteilen Unternehmen den deutschen NAP? Welche Erfordernisse an einen Nationalen Aktionsplan machen transnationale Menschenrechtsklagen deutlich?

Auf dem Studientag wird analysiert, wie verschiedene Länder die UN-Leitprinzipien umgesetzt haben. Darüber hinaus werden Vertreter*innen von Unternehmen ihre Perspektive auf den deutschen NAP deutlich machen und darlegen, wie sie ihre menschenrechtliche Verantwortung wahrnehmen. Das ECCHR (European Center for Constitutional and Human Rights) wird seine Erfahrungen mit transnationalen Menschenrechtsklagen einbringen und Empfehlungen für die Politik vorstellen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

Das Welthaus Bielefeld sichtbarer machen

Ein Interview von Cordula Helmig mit Beate Wolff

Beate Wolff ist gekommen, Ulrike Mann gegangen: Der Wechsel in der Ge-schäftsführung wird auch die Akzente verschieben.

Seit wenigen Wochen erst ist Beate Wolff im Amt, hat das Zimmer von Ulrike Mann bezogen. Noch wirkt der Schreibtisch sehr aufgeräumt – Beate Wolff ist mehr im Haus unterwegs, sucht das Gespräch, lernt Arbeitsabläufe, Themen, Menschen kennen. Dabei hilft ihr auch der gute Draht zu Ulrike Mann: die »Alte« und die »Neue« sitzen einige Vormittage zusammen. Cordula Helmig hat an einem dieser Vor-mittage mit beiden gesprochen.

 

Das Interview

Beate Wolff: Was mich begeistert hier, ist die Vielfältigkeit der Aufgaben des Hauses. Das ist ungeheuer spannend: sei es das globale Lernen im Inland, die Kulturaufgaben oder die Auslandsprojekte, das ist ungeheuer vielfältig. Und was mich sehr beeindruckt hat bei meinen Gesprächen, ist das ungeheure Fachwissen hier vor Ort.

Welche Ziele hast du für deine Arbeit?

Beate Wolff: Ich komme ja aus dem Marketing und Vertrieb. Und die Kommission musste sich ja bei der Auswahl der neuen Geschäftsführung entscheiden, welche Kandidatin, welchen Kandidat mit welchem Schwerpunkt sie wählt. Und die Kommission hat sich für meinen Schwerpunkt entschieden, was aus meiner Sicht auch eine Aussage darüber ist, in welchem Feld sie Handlungsbedarf sieht. Ich möchte vor allem das Welthaus seiner Bedeutung entsprechend in der Öffentlichkeit positionieren; aber auch die Ehrenamtlichen mehr ansprechen, mehr junge Leute auf das Welthaus aufmerksam machen, letztlich auch eine Verjüngung einleiten.

Das Welthaus bindet doch gerade mit dem weltwärts-Programm viele junge Leute an sich?

Ulrike Mann: Ja, das Welthaus war schon immer interessant für junge Leute. Immer mehr von ihnen wollten irgendwie ins Ausland, irgendwo ein Praktikum machen. ›Kann ich mal nach Nicaragua in das oder jenes Projekt‹ , diese Anfrage kam häufiger. Aber es fehlten die Regeln, die Strukturen, auch die Transparenz. Weltwärts kam da genau zu dem richtigen Zeitpunkt. Das war mir wichtig, dass wir auf diesem Gebiet das schaffen, was man Professionalisierung nennt. Dabei darf man nicht vergessen, dass weltwärts schon am Anfang auch Kritiker hatte. Der erste Artikel in der Süddeutschen Zeitung war überschrieben: ›Abenteuertrip ins Elend, bezahlt vom Steuerzahler.‹ Ja, das ist eines der schönen Dinge, die demnächst anstehen: zehn Jahre weltwärts im nächsten Jahr. Das hat mich auch wieder so überzeugt von dem Programm, dass es jetzt auch jungen Menschen mit Behinderung möglich ist.

Beate Wolff: Kritik hat ja auch was Gutes. Es führt dazu, dass es permanent reflektiert wird hier im Haus; zum Beispiel auch die Frage, wie bereite ich die Jugendlichen optimal vor auf ihren Einsatz.

Welche Eindrücke hast du nach den ersten Wochen vom Welthaus Bielefeld und seinen Mitarbeitenden?

Beate Wolff: Unglaublich herzliche Menschen, sehr offen und Unterstützung anbietend. Dann das hohe fachliche Niveau, auch in den ehrenamtlichen Hausgruppen. Das ist auch etwas, was wir nach draußen tragen können in die Welt.

Ulrike Mann: Das hat mich immer begeistert, dass man darauf bauen kann und immer wieder entdecken kann, was hier an Potenzial vorhanden ist, ob es die Fachlichkeit ist oder die Freude, der Enthusiasmus der Menschen. Zum Beispiel als wir das Café eröffnet haben, was die Gruppe auch heute noch an Herzblut reingibt, ist beeindruckend. Was mir weniger gut gelungen ist in meiner Zeit ist, politisch sichtbarer zu werden, sich an Kampagnen zu beteiligen, stärker Lobbyarbeit zu machen. Also mehr in die Öffentlichkeit zu gehen. Es ist einfach so, dass die Projekte, die wir für unsere Finanzierung brauchen, sehr viel Arbeitskraft binden. Wenn alle ReferentInnen gebunden sind, bleibt keine Luft mehr für Kampagnen. Wir haben ja jetzt an den Strukturen im Haus etwas verändert, das könnte der Geschäftsführung mehr Luft verschaffen. Ich denke zum Beispiel daran, wenn das neue Einkaufszentrum in Bielefeld eröffnet, das Loom. Hier macht Primark auf. Da müssen wir doch Flagge zeigen, erklären, was das für ein Laden ist.

Beate Wolff: Das Welthaus sollte sich mehr einmischen in die politische Diskussion. Die Position des Welthauses muss deutlicher werden. Da ist auch die Frage, wie können wir junge Leute gezielt ansprechen. Auch einen niederschwelligen Zugang zu konkreten Aktionen bieten. Also meine Idee wäre: erstens, Jugendliche gewinnen für Aktionen, und zweitens, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gewinnen, Seminare anbieten, zum Beispiel für Journalistinnen und Journalisten. Mehr Sichtbarkeit für uns und für entwicklungspolitische Themen. Wir sollten uns auch stärker vernetzen mit ähnlich denkenden Initiativen.

Ulrike, wie sind deine Pläne für die nächste Zeit?

Ulrike Mann: Erstmal noch ein bisschen ausruhen. Nach Haus und Heim sehen. Ich bin ja Mitglied im Welthaus-Verein und möchte es auch bleiben. Ich bin noch im Stiftungsrat aktiv. Also, es gibt noch ganz viel Verbindung. Aber nach den wenigen Begegnungen mit Beate Wolff bin ich jetzt sehr entspannt, was den Übergang angeht.

Beate Wolff: Und ich bin froh und dankbar, dass Ulrike uns erhalten bleibt. Ich setze mich jetzt hier zusammen mit den verschiedenen Menschen, höre mir an, wo gibt es Handlungsbedarf, was läuft gut. Ich schaue in die einzelnen Fachbereiche, habe die ersten Hausgruppen besucht. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, alle Themen kennenzulernen. Im Moment sauge ich die Informationen auf wie ein Schwamm.

Ulrike Mann: Es ist schon schade, dass manchmal der persönliche Kontakt zu dem einen oder anderen auf der Strecke geblieben oder in die Brüche gegangen ist. Dem trauere ich schon nach, dass man es nicht immer hingekriegt hat, Konflikte zu lösen.

Was waren wichtige Akzente in deiner Zeit?

Ulrike Mann: Ganz wichtig, die Umbauten. Ich hätte nie gedacht, welche Bedeutung unsere Baumaßnahmen für den Verein hatte. Das hat vielen das Welthaus noch mal sichtbarer gemacht, das hätte ich nicht so gewichtig eingeschätzt.

Beate Wolff: Man könnte sogar sagen, dass mit dem Neubau am Altbau die Verbindung zwischen den Menschen, der jungen und alten hier zum Ausdruck kommt. Auch die Professionalisierung des Hauses war aus meiner Sicht ein wichtiger Akzent. Und das Café: die Gruppe bewegt das momentan sehr, wie man mehr Gäste gewinnen kann. Das ist auf jeden Fall noch ausbaufähig.
Ulrike Mann: Auf jeden Fall ist es sehr schön geworden.

Beate Wolff
Geboren (3. April 1971) und aufgewachsen in Nordenham (Wesermündung)
Studium in Köln, Bochum und Bielefeld, seit 1993 in Bielefeld. Studienfächer: Literaturwissenschaft, Germanistik, Psychologie (M.A.), dazu Begleitstudiengänge mit Anteilen aus BWL, Europarecht, Organisationssoziologie, Politiken & Organe der EU
Parallel Mitarbeit an einem sportsoziologischen Forschungsprojekt u.a. zu Globalisierungstheorien
Ausgewählte vorherige Arbeitsstellen:
- Feb. 2014- März 2017: OWL Verkehr GmbH, Bielefeld (eine Servicegesellschaft
für die Verkehrsunternehmen in der Region), Abteilungsleiterin Marketing & Vertrieb
- Juli 2006 - Jan. 2014: moBiel, Bielefeld, Projektleiterin »Interne Kommunikation«, Mitarbeiterin Marketing
Ehrenamt: organisiert seit 2008 als »Vornesitzerin«  die Wilde Liga Bielefeld

Zum Interview (PDF.)

Think Peace

Neue Materialien zur Zivilen Konfliktbearbeitung

Im Projekt "Globaler Frieden Goes Mainstream" unseres Mitglieds "Bund für Soziale Verteidigung" aus Minden geht es um Zivile Konfliktbearbeitung:

Wie können Konflikte gewaltfrei gelöst werden?
Was ist unter Konflikttransformation, Versöhnung, Zivilem Peacekeeping und Transitional Justice zu verstehen?
Wie effektiv können gewaltfreie Methoden sein, um unsere Zukunft zu gestalten?
Was können wir tun, um zur Demilitarisierung unserer Gesellschaft beizutragen?

Diese und weitere Fragen werden in einem Kurzfilm über Zivile Konfliktbearbeitung, einem Comic und einem Flyer angerissen.

 Link zur Aktions-Website think-peace.de

Faire Kita NRW

Das Projekt „FaireKita“ als Projekt der Fairen Metropole Ruhr unterstützt und begleitet in fünf Regionen Kitas auf ihrem Weg zur fairen Kita. Globales Lernen beginnt bereits im Kindergarten. Kinder können lernen, dass die Waren, von denen sie umgeben sind, eine Herkunft haben. Ein Blick über den Tellerrand zu den Familien in anderen Teilen der Welt, die unseren Kakao und die Baumwolle für unsere T-Shirts anbauen, kann helfen die Welt zu verstehen.

Link zu Faire Kita NRW


Fair Trade Schools NRW

Die Kampagne Fairtrade-Schools bietet Schulen die Möglichkeit, sich aktiv für eine bessere Welt einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Mit dem Titel "Fairtrade-School" können Schulen ihr Engagement nach außen tragen und Freunden und Familie zeigen, wie kreativ sich junge Menschen für den Fairen Handel an der Schule einsetzen. Mit einem weltverknüpften Lernen und einem Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung erreicht die Kampagne positive Einflüsse für die gesamte Gesellschaft über einen langen Zeitraum.

Link zu Fair Trade Schools NRW


Otros Mundos

Das Informationsbüro Nicaragua bietet Jugendgruppen und Schulklassen in Workshops und vertiefende Aktivitäten zu globalen Zusammenhängen an. In fünf kombinierbaren Bausteinen reflektieren junge Menschen anhand selbst gewählter Themen gesellschaftliche Machtverhältnisse und globale Ungleichheiten. Die Themen sind: Kolonialismus und Rassismus, Wirtschaft, Mitgration, Klimawandel und Umweltkonflikte sowie Menschenrechte.

Link zu Otros Mundos

Eine Welt Netz NRW @ 2017
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