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Globale CORONA – Solidarität NRW

Soforthilfe für 32 Projekte in Ghana um 300.000 Euro aufgestockt

Photo by Fred Kearney on Unsplash

Dieses Foto zeigt nicht den Staatssekretär Dr. Speich, sondern Nana Albert, der im Jahr 2019 in Ghana vom Fotografen Fred Kearney porträtiert wurde. Wie überall auf der Welt sind auch in Ghana alte Menschen einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, an Covid-19 zu erkranken.

Nordrhein-Westfalen hat die humanitäre Corona-Soforthilfe für das afrikanische Partnerland Ghana verdreifacht. Zusätzlich zu den bereits im Juni bewilligten 150.000 Euro stellt die Landesregierung im September 2020 jetzt weitere 300.000 Euro bereit. Das war ein großer Erfolg der Initiative für Corona-Solidarität: Der Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Mark Speich, hatte am 24. Juni 2020 bei einem gemeinsamen Workshop mit dem Eine Welt Netz NRW mitgeteilt, dass das Land Nordrhein-Westfalen 150.000 Euro als zusätzliche Soforthilfe für Projekte der Corona-Hilfen in Ghana zur Verfügung stellen wird. Das Eine Welt Netz NRW begrüßt die Aufstockung vom September 2020 sehr. Die Mittel werden für die dringend benötigte Hygiene-, Wasser-, Nahrungsmittel- und Gesundheitsversorgung eingesetzt.

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Europaminister Dr. Stephan Holthoff-Pförtner: „Nordrhein-Westfalen steht an der Seite von Ghana. Mit der Soforthilfe helfen wir, den Alltag unserer ghanaischen Partner und Freunde in dieser Notlage zu verbessern. Nach wie vor gilt: Internationale Solidarität und Zusammenhalt bekämpfen das Virus.“ Mit der zweiten Tranche der Soforthilfe werden 32 Projekte in Ghana unterstützt, die von Trägern aus Nordrhein-Westfalen durchgeführt werden. So organisiert zum Beispiel der Düsseldorfer Verein Behofa Help Africa die Versorgung von 300 Kindern aus drei Dörfern mit kostenlosem Schulessen, das durch die Pandemie weggefallen war. Mit der Soforthilfe können jetzt Lebensmittel, Seife und Waschstationen beschafft werden. Die Afos Stiftung aus Köln unterstützt mit ihrem Projekt die lokale Produktion von Masken und Desinfektionsmitteln in Ghana. Ein weiteres Beispiel ist der Freundeskreis Ghana aus St. Dionysius Nordwalde, der sich um die Wasserversorgung von zwei Schulen und einem Gemeindezentrum kümmert. Weitere Projekte unterstützen den Brunnenbau oder stellen sogenannte „Veronica buckets“, spezielle Eimer mit Wasserhähnen zum Händewaschen, zur Verfügung. Nordrhein-Westfalen und Ghana verbindet seit 2007 eine Partnerschaft, die von engen Beziehungen in Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft getragen wird.

Link zur Übersicht aller 32 geförderten Projekte

Sonderprogramm „Heimat 2020“

50 Millionen Euro zur Unterstützung von Vereinen in NRW

Photo by Aranxa Esteve on Unsplash

Auch Vereine als Veranstalter interkultureller Festivals und Konzerte sind von der Corona-Krise betroffen

In Nordrhein-Westfalen engagieren sich rund sechs Millionen Menschen für unser Gemeinwohl. Gemeinnützige Vereine oder Organisationen können zur Überwindung eines durch die Corona-Pandemie verursachten existenzgefährdenden Liquiditätsengpasses beim Land Nordrhein-Westfalen einen einmaligen Zuschuss in Höhe von bis zu 15.000 Euro beantragen. Voraussetzung für die Gewährung der Sonderhilfe ist die Vermeidung eines durch die Corona-Pandemie verursachten Liquiditätsengpasses, der zu einer Existenzgefährdung in Form einer drohenden Zahlungsunfähigkeit führen könnte. Die existenzbedrohende wirtschaftliche Lage und/oder der finanzielle Engpass muss aufgrund des Wegfalls von Einnahmen und/oder nicht zu verhindernden Ausgaben durch die Corona-Pandemie eingetreten sein.

Ein Beispiel: Vereine erzielen mit der Durchführung von Konzerten und Veranstaltungen Eintrittsgelder in der Zeit zwischen März und Oktober normalerweise Erlöse, die zur Deckung laufender Kosten zwingend erforderlich sind. Kann der Wegfall dieser Erlöse aufgrund der Corona-Pandemie nicht ausgeglichen werden, kann der Betrag gefördert werden, der zur Deckung unvermeidlicher laufenden Kosten erforderlich ist. Eine Antragstellung ist bis spätestens zum 04. Dezember 2020 möglich.

Link zur Info-Website der Landesregierung

Einen kleinen Wumms gibt es auch für uns

Reduzierung des Eigenanteils für Entsendeorganisationen ist eine große Hilfe

Photo by Michael Jeffrey on Unsplash

Bei vielen gemeinnützigen Trägern brennt wegen Corona das Dach. Aus Berlin kommt etwas Löschmittel, aber mehr wäre besser

Olaf Scholz will mit „Mit Wumms aus der Krise“. Doch die von Bundestag und Bundesrat Ende Juni beschlossenen Konjunkturpakete gehen an vielen gemeinnützigen Organisationen vorbei. Statt ihnen Kredite zu erleichtern, fordern wir mehr Flexibilität und eine Senkung des Eigenanteils bei Projektförderungen. Das Entwicklungsministerium hat Ende Juni darauf reagiert und senkt den Eigenanteil für die Weltwärts-Freiwilligendienste von 25 auf 10 Prozent. "Das ist eine große Hilfe, um unsere Leistung sicherzustellen", so Susanne Nieländer, Leiterin der Freiwiligendienste im Eine Welt Netz NRW. Noch besser wäre mehr in diese Richtung: „Entwicklungspolitische und humanitäre Organisationen benötigen in der Corona-Krise vor allem mehr Flexibilität seitens ihrer Fördermittelgeber und höhere Fördersätze."

"Nur so können sie und ihre Partnerorganisationen ihren Beitrag zur Bewältigung der Corona-Pandemie im globalen Süden leisten und die Krise selbst unbeschadet überstehen“, erklärte Dr. Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von VENRO, am 4. Juni 2020. „Die Bundesregierung soll den Eigenanteil senken, den Organisationen in eine Projektförderung einbringen müssen."

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"Auf diesem Wege könnten sie trotz der aktuellen und für die nächste Zeit drohenden Spendeneinbrüche ihre wichtige Arbeit fortsetzen“, sagt Bornhorst. In den meisten Ländern gibt es für die Menschen weder staatliche Unterstützungsleistungen noch stützende Konjunkturpakete. Entgegen dem Leitmotiv der Agenda 2030 drohen durch die Pandemie wieder mehr Menschen mit ihren Nöten zurückgelassen zu werden. Die Eine Welt Landesnetzwerke und Verbände der gemeinnützigen Organisationen machen sich seit Beginn der Krise für eine Unterstützung der Zivilgesellschaft stark.

„Wir sollten kein Land zurücklassen“

Corona bedroht die Menschen in Afrika. Doch es gibt auch Hoffnung

Photo by Dugba Cauley-Hushie on Unsplash

Straßenszene in Accra, der Hauptstadt des NRW-Partnerlandes Ghana, vor der Corona-Krise

Auf der ganzen Südhalbkugel bedroht das Virus Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Die Länder Afrikas, die Erfahrungen mit Ebola haben, sind wahrscheinlich etwas besser vorbereitet auf die Corona-Pandemie. In Afrika leben viele Menschen in den Ballungszentren dicht gedrängt, was die Ausbreitung des Corona-Virus beschleunigen könnte. Aber es gibt auch entlegene Regionen, die schwer zu erreichen sind. „Das kann gut oder schlecht sein. Gut, weil es dort weniger Kontakt zwischen Menschen gibt und sich das Virus nicht so leicht ausbreiten kann. Aber es ist auch schlecht, denn wie sollen wir es in entlegenen Gebieten bekämpfen mit den wenigen Ressourcen und Gesundheitshelfern“ sagt Dr. John Nkengasong dem Deutschlandfunk. Er ist der Direktor eine der Stellen, die sich mit der Eindämmung des Coronavirus befassen, dem Africa Center for Disease Control and Prevention in Addis Abeba.

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Besonders hart könnte es nach Einschätzung der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) die demokratische Republik Kongo treffen. Dort trifft Corona auf den abklingenden Ebola-Ausbruch, eine Masern-Epidemie und den Bürgerkrieg, sagt die Gesundheitsexpertin der SWP, Maike Voss, gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Mitte März gab es Corona-Erkrankte in Somalie, Tansania, Liberia, Benin, in Kenia und Äthiopien, in Ghana, Gabon und Guinea, im Kongo und in Simbabwe.

 

Was in Afrika Hoffnung macht

Es gibt die These, dass sich das Virus in größerer Hitze weniger stark ausbreitet. Außerdem haben afrikanische Länder eine jüngere Bevölkerung, betont die Nyovani Janet Madise, die Direktorin des Afrikanischen Instituts für Entwicklungspolitik in Malawi im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung am 23. März 2020. „Andererseits kann es schwieriger sein, in überfüllten Wohnungen wie in den Slums präventive Maßnahmen wie Isolation durchzusetzen. Afrika hat von der Verzögerung des Ausbruchs der Epidemie profitiert. Es kann sich auf die Lehren stützen, die es aus China, Asien und Europa gezogen hat.“ Sie fordert Unterstützung von den wohlhabenden Ländern der Erde: „Da es sich um eine globale Pandemie handelt, sollten sich die Anstrengungen darauf konzentrieren, dass wir kein Land zurücklassen, da wir sonst Reservoirs für das Virus haben, was bedeutet, dass die sekundäre Epidemie wieder aufflammen wird.“

Existenzbedrohung gilt auch für Fairtrade-Partner

Foto: Manfred Belle, Eine Welt Netz NRW

Arbeiter in der Kaffeefabrik der Kooperative KOPAKAMA in Ruanda im Oktober 2018

Der Vorstandsvorsitzende von Fairtrade Deutschland, Dieter Overath, erinnert in einem Aufruf vom 18. März 2020 an die Risiken für unsere Fairtrade-Partner. „Wir alle können und sollten uns in unserem Alltagshandeln solidarisch zeigen, indem wir uns und andere schützen, und wo Hilfe notwendig ist, unterstützen. Das gilt sowohl den Menschen in unserem unmittelbaren Umkreis als auch den Menschen, die uns mit Produkten, wie Kaffee, Kakao, Bananen oder anderen Rohstoffen versorgen und für die wir uns auch in dieser Krisenzeit einsetzen. Einbrechende Absatzmärkte gefährden derzeit die Existenz von 1,7 Millionen Fairtrade-Partnern in den Anbauländern. Darüber hinaus besteht die große Sorge, dass die Gesundheitssysteme in den Ländern des Südens einer möglichen Pandemie nicht gewachsen sind. Darum ist es gerade jetzt wichtig, durch den Einkauf fair gehandelter Produkte Solidarität zu zeigen.“

Mehr Schutz für Geflüchtete nötig

Offener Brief mit Forderungen an die Bundesregierung

Photo by Christian Lue on Unsplash

Am 19. März 2020 richtet sich die GGUA Flüchtlingshilfe aus Münster gemeinsam mit Pro Asyl und anderen Organisationen mit einem offenen Brief an die Bundesregierung. Diesen Forderungen schließt das Eine Welt Netz NRW sich ausdrücklich an: Die Schutzmaßnahmen, die allen anderen Menschen zuteilwerden, müssen ebenso auch für Geflüchtete gelten. Nicht nur aus gesundheitlichen Gründen sind Abschiebungen momentan unverantwortlich. Auch weil das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt ist, könnten die Betroffenen keinen effektiven Schutz bei Anwält*innen, Beratungsstellen oder anderen Einrichtungen erhalten. Alle Abschiebungen sind daher bis auf weiteres auszusetzen. Die Verhängung von jeglicher Abschiebungshaft ist somit natürlich unverzüglich zu beenden, die Inhaftierten zu entlassen, um Menschenansammlungen auf geringem Raum zu vermeiden.

Die griechischen Elendslager müssen sofort evakuiert werden! Über 40.000 Menschen leben unter erbärmlichen Zuständen in den Lagern, davon über zehntausend Minderjährige. Die Menschen im Niemandsland der türkisch-griechischen Grenze müssen zudem schnellstens in Sicherheit gebracht
werden. Die Bundesregierung und die EU müssen die Verteilung der Menschen an sichere Ort unterstützen.

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Die Menschen in den Sammelunterkünften der Länder müssen sofort kommunal zugewiesen werden! In den Lagern der Bundesländer leben jeweils mehrere hundert Menschen mit eingeschränkter medizinischer Versorgung, ohne Rückzugsmöglichkeit und unter schlechten hygienischen Rahmenbedingungen. Diese Lager verhindern nicht nur gesellschaftliche Teilhabe, sondern widersprechen auch allen Empfehlungen, die die Expert*innen zur Corona-Prävention geben. Die Landeseinrichtungen müssen geschlossen und die Menschen in den Kommunen in Wohnungen oder vernünftigen Unterkünften untergebracht werden.

Link zum Offenen Brief im Wortlaut

Eine Welt Netz NRW @ 2020
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