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Zeit der Solidarität

Der Corona-Virus verändert unser Leben und bedroht den globalen Süden

Photo by CDC on Unspash

Die Auswirkungen der Verbreitung des Corona-Virus sind auf der ganzen Welt extrem. Corona  verändert das Leben und die Arbeit von uns allen. Jetzt ist Solidarität nötig: in Deutschland zuhause bleiben und Abstand halten; gleichzeitig müssen wir als solidarische Weltgemeinschaft zusammenhalten und an der Seite der Verletzlichsten stehen. Es ist nachvollziehbar, dass jede Regierung sich jetzt zuerst um das eigene Land kümmert. Doch unsere Solidarität sollte gerade jetzt nicht an Ländergrenzen aufhören.
Seit dem 12. März arbeitet das Team des Eine Welt Netz überwiegend im Home Office. Die Eine Welt Arbeit geht weiter. Wir holen unsere Weltwärts-Freiwilligen aus ihren Projektländern zurück. Alle Projekte stellen sich um, digitale Formate werden ausgebaut, Bildungsangebote werden ins Netz verlegt.

Auch langfristig wird die Corona-Krise die Eine Welt Arbeit verändern. Im Projekt „Die Zukunft des Eine Welt Engagements in Nordrhein-Westfalen“ werden wir uns intensiv auch damit befassen. Bitte bleiben Sie gesund, bleiben Sie zuhause und bewahren Sie sich Ihre solidarische Haltung!

Link zur Echtzeitkarte der Johns-Hopkins Universität über die Corona-Verbreitung

Appell: Hilfen für gemeinnützige Organisationen

Offener Brief des Verbands Entwicklungspolitik (VENRO) an Bundesregierung

Photo by Michael Jeffrey on Unsplash

Bei einigen gemeinnützigen Unternehmen brennt wegen Corona das Dach. NRW will auch hier helfen.

Um kleinen und mittleren Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Solo-Selbstständigen und Freiberuflern in der Corona-Krise zu helfen, hat die Bundesregierung am 23. März 2020 umfangreiche Hilfen beschlossen. Nordrhein-Westfalen wird diese Corona-Soforthilfen nach eigenen Angaben schnellstmöglich an die Unternehmen weiterreichen.
Der Deutsche Naturschutzring (DNR), die Klima-Allianz Deutschland und der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) appellieren am 1. April 2020  in einem offenen Brief an die Bundesregierung, sich für ein Bund-Länder-Hilfsprogramm für gemeinnützige Organisationen einzusetzen: „Neben Hilfen für private Unternehmen und freiberuflich Tätige sind gezielte Maßnahmen zur Unterstützung gemeinwohlorientierter Organisationen und Verbände notwendig.“

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Die Bundesregierung müsse sicherstellen, dass auch die Nichtregierungsorganisationen (NRO) Zugang zu den wirtschaftlichen Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld, Erstattung von Lohnfortzahlungen und Liquiditätshilfen haben.

Dr. Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von VENRO: „Die Corona-Pandemie stellt Entwicklungs- und humanitäre Organisationen vor teilweise existentielle Probleme. Gleichzeitig sehen sie sich neuen Herausforderungen gegenüber. Sie müssen dynamisch auf die Krise reagieren und ihre Projektmaßnahmen anpassen. Wir brauchen daher Unterstützungsmaßnahmen für NRO, damit sie selbst diese schwierige Zeit unbeschadet überstehen und weiterhin die international noch dringender gewordene Zusammenarbeit leisten können.“

Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland: „Es zeichnet sich bereits ab, dass bei unseren Mitgliedsorganisationen Spenden und Fördermittel wegbrechen. Dies könnte vor allem im kommenden Jahr zu großen Finanzierungsproblemen führen. Organisationen, die sich über Projektmittel finanzieren, stehen vor der Frage, was passiert, wenn sie die Projektziele durch die Corona-Krise nicht einhalten können. Für viele Organisationen ist es daher jetzt überlebenswichtig, Projektgelder flexibel einsetzen zu können. Wo das nicht funktioniert, bitten wir den Staat, mit unbürokratischen Hilfen den Fortbestand ihres Engagements zu sichern.“

Link zum Offenen Brief von VENRO und anderen Dachverbänden (pdf)

Link zum NRW-Infoportal www.wirtschaft.nrw/corona

„Wir sollten kein Land zurücklassen“

Corona bedroht die Menschen in Afrika. Doch es gibt auch Hoffnung

Photo by Dugba Cauley-Hushie on Unsplash

Straßenszene in Accra, der Hauptstadt des NRW-Partnerlandes Ghana, vor der Corona-Krise

Auf der ganzen Südhalbkugel bedroht das Virus Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Die Länder Afrikas, die Erfahrungen mit Ebola haben, sind wahrscheinlich etwas besser vorbereitet auf die Corona-Pandemie. In Afrika leben viele Menschen in den Ballungszentren dicht gedrängt, was die Ausbreitung des Corona-Virus beschleunigen könnte. Aber es gibt auch entlegene Regionen, die schwer zu erreichen sind. „Das kann gut oder schlecht sein. Gut, weil es dort weniger Kontakt zwischen Menschen gibt und sich das Virus nicht so leicht ausbreiten kann. Aber es ist auch schlecht, denn wie sollen wir es in entlegenen Gebieten bekämpfen mit den wenigen Ressourcen und Gesundheitshelfern“ sagt Dr. John Nkengasong dem Deutschlandfunk. Er ist der Direktor eine der Stellen, die sich mit der Eindämmung des Coronavirus befassen, dem Africa Center for Disease Control and Prevention in Addis Abeba.

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Besonders hart könnte es nach Einschätzung der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) die demokratische Republik Kongo treffen. Dort trifft Corona auf den abklingenden Ebola-Ausbruch, eine Masern-Epidemie und den Bürgerkrieg, sagt die Gesundheitsexpertin der SWP, Maike Voss, gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Mitte März gab es Corona-Erkrankte in Somalie, Tansania, Liberia, Benin, in Kenia und Äthiopien, in Ghana, Gabon und Guinea, im Kongo und in Simbabwe.

 

Was in Afrika Hoffnung macht

Es gibt die These, dass sich das Virus in größerer Hitze weniger stark ausbreitet. Außerdem haben afrikanische Länder eine jüngere Bevölkerung, betont die Nyovani Janet Madise, die Direktorin des Afrikanischen Instituts für Entwicklungspolitik in Malawi im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung am 23. März 2020. „Andererseits kann es schwieriger sein, in überfüllten Wohnungen wie in den Slums präventive Maßnahmen wie Isolation durchzusetzen. Afrika hat von der Verzögerung des Ausbruchs der Epidemie profitiert. Es kann sich auf die Lehren stützen, die es aus China, Asien und Europa gezogen hat.“ Sie fordert Unterstützung von den wohlhabenden Ländern der Erde: „Da es sich um eine globale Pandemie handelt, sollten sich die Anstrengungen darauf konzentrieren, dass wir kein Land zurücklassen, da wir sonst Reservoirs für das Virus haben, was bedeutet, dass die sekundäre Epidemie wieder aufflammen wird.“

Existenzbedrohung gilt auch für Fairtrade-Partner

Foto: Manfred Belle, Eine Welt Netz NRW

Arbeiter in der Kaffeefabrik der Kooperative KOPAKAMA in Ruanda im Oktober 2018

Der Vorstandsvorsitzende von Fairtrade Deutschland, Dieter Overath, erinnert in einem Aufruf vom 18. März 2020 an die Risiken für unsere Fairtrade-Partner. „Wir alle können und sollten uns in unserem Alltagshandeln solidarisch zeigen, indem wir uns und andere schützen, und wo Hilfe notwendig ist, unterstützen. Das gilt sowohl den Menschen in unserem unmittelbaren Umkreis als auch den Menschen, die uns mit Produkten, wie Kaffee, Kakao, Bananen oder anderen Rohstoffen versorgen und für die wir uns auch in dieser Krisenzeit einsetzen. Einbrechende Absatzmärkte gefährden derzeit die Existenz von 1,7 Millionen Fairtrade-Partnern in den Anbauländern. Darüber hinaus besteht die große Sorge, dass die Gesundheitssysteme in den Ländern des Südens einer möglichen Pandemie nicht gewachsen sind. Darum ist es gerade jetzt wichtig, durch den Einkauf fair gehandelter Produkte Solidarität zu zeigen.“

Mehr Schutz für Geflüchtete nötig

Offener Brief mit Forderungen an die Bundesregierung

Photo by Christian Lue on Unsplash

Am 19. März 2020 richtet sich die GGUA Flüchtlingshilfe aus Münster gemeinsam mit Pro Asyl und anderen Organisationen mit einem offenen Brief an die Bundesregierung. Diesen Forderungen schließt das Eine Welt Netz NRW sich ausdrücklich an: Die Schutzmaßnahmen, die allen anderen Menschen zuteilwerden, müssen ebenso auch für Geflüchtete gelten. Nicht nur aus gesundheitlichen Gründen sind Abschiebungen momentan unverantwortlich. Auch weil das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt ist, könnten die Betroffenen keinen effektiven Schutz bei Anwält*innen, Beratungsstellen oder anderen Einrichtungen erhalten. Alle Abschiebungen sind daher bis auf weiteres auszusetzen. Die Verhängung von jeglicher Abschiebungshaft ist somit natürlich unverzüglich zu beenden, die Inhaftierten zu entlassen, um Menschenansammlungen auf geringem Raum zu vermeiden.

Die griechischen Elendslager müssen sofort evakuiert werden! Über 40.000 Menschen leben unter erbärmlichen Zuständen in den Lagern, davon über zehntausend Minderjährige. Die Menschen im Niemandsland der türkisch-griechischen Grenze müssen zudem schnellstens in Sicherheit gebracht
werden. Die Bundesregierung und die EU müssen die Verteilung der Menschen an sichere Ort unterstützen.

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Die Menschen in den Sammelunterkünften der Länder müssen sofort kommunal zugewiesen werden! In den Lagern der Bundesländer leben jeweils mehrere hundert Menschen mit eingeschränkter medizinischer Versorgung, ohne Rückzugsmöglichkeit und unter schlechten hygienischen Rahmenbedingungen. Diese Lager verhindern nicht nur gesellschaftliche Teilhabe, sondern widersprechen auch allen Empfehlungen, die die Expert*innen zur Corona-Prävention geben. Die Landeseinrichtungen müssen geschlossen und die Menschen in den Kommunen in Wohnungen oder vernünftigen Unterkünften untergebracht werden.

Link zum Offenen Brief im Wortlaut

Home Office bei NGO in Guatemala

Christliche Initiative Romero: Die Angst vor dem Virus ist riesig

Foto: Christliche Initiative Romero, Münster

Näherinnen in einer Maquila in El Salvador

Die Christliche Initiative Romero aus Münster sorgt sich, dass die ohnehin schwachen Gesundheitssysteme und Versorgungsstrukturen in ihren Partnerländern Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Honduras angesichts vieler Corona-Fälle komplett zusammenbrechen könnten. Bereits jetzt deutet sich in der Region eine Wirtschaftskrise ab: Am 18. März 2020 etwa hat der salvadorianische Präsident Nayib Bukele die Schließung aller Textilfabriken und Call Center im Land angeordnet. Rosa Escobar, Direktorin der Arbeits- und Frauenrechtsorganisation AMES in Guatemala, hat sich in einem Brief an die Initiative Romero gewendet. Nach der Schließung ihres Büros ist das Team von AMES bemüht, seine Arbeit von zu Hause aus fortzusetzen:

„Die Corona-Krise wird die Bevölkerung Guatemalas und ihre Wirtschaft stark treffen. Aber wir haben Vertrauen, dass Guatemala, wie andere Länder auch, die nationale Krise überstehen wird, welche uns mehr als jemals zuvor in Solidarität miteinander verbindet.“

 

 

Guterres befürchtet globale Rekord-Rezession

UN-Generalsekretär António Guterres: die Welt ist im Krieg mit einem Virus

Photo by Markus Spiske on Unsplash

"Eine weltweite Rezession - vielleicht von Rekord-Dimension - ist so gut wie sicher", mahnte Guterres die Folgen der Corona-Pandemie an. Die führenden Industrieländer müssten koordiniert, entschlossen und innovativ handeln, um auf das Ausmaß der Krise zu reagieren. Die bisherigen Antworten der einzelnen Länder reichten nicht aus. "Dies ist ein Moment, der abgestimmte, entschiedene und innovative politische Maßnahmen der führenden Weltwirtschaften erfordert." Die Welt befinde sich in einer beispiellosen Lage, die üblichen Regeln hätten keine Gültigkeit mehr. "Covid-19 tötet Menschen, und greift das Herz unserer Realwirtschaft an - Handel, Lieferketten, Unternehmen, Arbeitsplätze", sagte Guterres am 19. März 2020.

 

 

Eine Welt Netz NRW @ 2020
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