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Mit Welthandel gegen Ungleichheit?

Studie zum Verhältnis von Handelspolitik und Sustainable Development Goals

Im Jahr 2015 verabschiedete die Weltgemeinschaft die Agenda zur nachhaltigen Entwicklung. Mit ihr soll der Hunger auf der Welt beendet, der Planet geschützt und Wohlstand für alle ermöglicht werden. Dazu kann der Außenhandel beitragen, doch wären Politikveränderungen notwendig. Die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) orientieren sich weitgehend an bestehenden internationalen Verpflichtungen, verlangen daher keine revolutionären Veränderungen. Vor allem in Industrieländern wird beklagt, Handelspolitik und Globalisierung förderten Ungleichheit innerhalb und zwischen Staaten, gefährdeten ökologische und soziale Sicherheit und hätten nicht nachhaltige Konsummuster verstetigt.

Link zur Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (Oktober 2017)

Die 2030 Agenda

Im September 2015 wurde auf einem Sondergipfel der Vereinten Nationen die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung mit den sogenannten Sustainable Development Goals (Globale Entwicklungsziele, SDG) verabschiedet. Die 2030-Agenda, auf die sich die Staaten in internationalen, zwischenstaatlichen Verhandlungen geeinigt haben, wird das zentrale Rahmenwerk für die internationale Zusammenarbeit bis 2030 sein. Im Kern soll sie Armutsüberwindung mit dem Schutz der Umwelt verknüpfen.  “Universell“ ist das Schlagwort der Schlusserklärung des Sondergipfels.

Was ist das Neue an den SDG?

Dies  ist eine der wesentlichsten Neuerungen: Die neuen Ziele gelten für alle Länder. Konsumverhalten und Lebensstil sollen künftig so gestaltet werden, dass alle Menschen in Sicherheit und Würde leben können. Dieses Ziel muss innerhalb der planetarischen Grenzen erreicht werden. Besonders dies ist vor allem eine Aufgabe für Industrie- und Schwellenländer.

Deutschland ist nun auch Entwicklungsland –  wie im Slogan vom „Entwicklungsland D“, der vom Eine Welt Netz NRW bereits seit den 90er Jahren geprägt wurde.  So betrifft besonders der Schutz globaler Umweltgüter alle Länder, aber auch speziell Deutschland, ebenso wie die Veränderung hin zu nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern. Aber auch das Ziel, Ungerechtigkeit innerhalb und zwischen Ländern zu reduzieren, erfordert einen Beitrag der deutschen Politik.

Neben einer adäquaten finanziellen Unterfütterung der Ziele, ist es vor allem der politische Wille der einzelnen Nationen, die sich zu den Zielen bekannt haben, der entscheidend für Erfolg oder Misserfolg der 2030-Agenda sein wird. Es wird sich zeigen, ob die Industrie- und Schwellenländer in der Lage sind, ihre Politikfelder, auch Handels- Wirtschafts- und Finanzpolitik, auf die Ziele der Agenda und damit auf nachhaltige Entwicklung auszurichten.

Das Eine Welt Netz NRW sieht seine Projekte und Programme als Beiträge zur Umsetzung der 2030-Agenda. Wir wollen darauf hinwirken, dass diese Chance zur Transformation hin zu einer gerechten und nachhaltigen Welt genutzt wird.

Link zu den Vereinten Nationen mit dem Download der SDG-Symbole.

Link zu einem kurzen Erklärfilm zu den SDG von Brot für die Welt.

Bildergalerie: SDG-Icons



Deutschlands globale Verantwortung

Abbildung des Buchcovers Deutschlands neue Verantwortung

Das großformatige Buch "Deutschlands neue Verantwortung" ist 2017 im Econ Verlag erschienen.

Deutschland soll international mehr Verantwortung übernehmen – diese Forderung kommt von ganz verschiedenen Akteuren. Seit langem kommt sie auch von Eine Welt-Engagierten. Die 2030-Agenda und die Sustainable Development Goals verlangen auch von der deutschen Politik, sich neu auszurichten. Besonders wichtig dabei ist mehr Kohärenz, also z.B. die bessere Verknüpfung der Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik. Ebenfalls wichtig sind mehr Investitionen in globale Armutsbekämpfung, Gesundheitsversorgung, in Sicherheit und Menschenrechte, in Klimaschutz und in die Stärkung internationaler Organisationen. Dabei kommt Deutschland eine besondere Verantwortung für Afrika als wichtigste Nachbarregion zu.

Herausgeber und Autor*innen

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz und Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, veröffentlichten im Februar 2017 den Sammelband „Deutschlands neue Verantwortung“. Auf der dazugehörigen Website findet man die Beiträge sehr unterschiedlicher Autor*innen, darunter Kofi Annan, Bill Gates, Anton Hofreiter, Michael Hüther, Klaus Milke, Reinhard Kardinal Marx, Gerd Müller, Volker Perthes, Claudia Roth, Wolfgang Schäuble, Hans-Joachim Schellnhuber, Gesine Schwan, Frank-Walter Steinmeier, Ursula von der Leyen und viele mehr.

„Zwölf Empfehlungen an Deutschland“ fassen die Aufgaben der zukünftigen deutschen Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik zusammen und geben Denkanstöße, wie Deutschland seiner globalen Verantwortung nachkommen und einen wirkungsvollen Beitrag zu Sicherheit und Entwicklung in der Welt liefern kann.

Link zur Website "Deutschlands neue Verantwortung"


Informationen zur 2030 Agenda

Download: Die vollständige Agenda 2030, Dokument der Vereinten Nationen, 2015

Download: Die Sustainable Development Goals, Hrsg.: Brot für die Welt, Berlin 2016

Download: Die 2030-Agenda, Hrsg.: terre des hommes u.a., Bonn 2017

Link: Vereinte Nationen, Division for Sustainable Development (UN-DESA)

Link: Online Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zu den Vereinten Nationen

Link: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Link: Verband Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe (VENRO)

Link: Informationsportal 2030 Agenda des Global Policy Forum

Link:  SDG Lernplattform des Welthaus Bielefeld

Link: Studien des Südwind Instituts u.a. zur Rolle des Privatsektors bei der 2030 Agenda

Eine Welt Netz NRW @ 2017
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