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Hintergründe zu Venezuela

Analysen und Meinungen zur politischen und humanitären Krise

Foto: Nick Youngson, CC BY-SA 3.0, Alpha Stock Images

In Venezuela überstürzen sich die Ereignisse. Wirtschaftlich steht Venezuela seit langem am Abgrund. Hugo Chávez gewann 1998 mit großer Mehrheit die Wahl. Die „bolivarische Revolution“ versprach den „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ und hatte auch in Europa viele Anhänger. Davon sind heute nur noch Trümmer übrig. In Venezuela eskaliert der Machtkampf zwischen Präsident Maduro und der Opposition um den von Maduro abgesetzten Parlamentspräsidenten Juan Guaidó, der sich zum Interims-Präsidenten erklärt hat. Venezuela kann heute trotz sprudelnder Öl-Einnahmen die Menschen nicht einmal mit den dringendsten Dingen des täglichen Bedarfs versorgen. Wie in vielen Ländern machen die Rohstoffe nur eine kleine Elite reich. Über die Vordergründe des Konfliktes in Venezuela berichten die Medien derzeit täglich.

Wir haben hier einige Links zu Hintergrund-Informationen zusammengestellt. Die dort zu findenden Meinungen und Einschätzungen stehen in ihrer Vielfalt und evtl. auch Widersprüchlichkeit für sich und sollen nicht als Meinung des Eine Welt Netz NRW missverstanden werden.

Empfehlungen für Ergänzungen mailen Sie bitte an:

Manfred.Belle@remove-this.eine-welt-netz-nrw.de

 

„Chance für überfälligen Machtübergang“

Die Massenproteste in Venezuela bieten eine Chance für politische Transition. Nun kommt es darauf an, national und international daran zu arbeiten, dass ein überfälliger Machtübergang geordnet vonstattengeht. Europa könnte hier eine konstruktive Rolle spielen, meint Günther Maihold von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.

Link zur Stellungnahme „Kurz gesagt“ von Günther Maihold

 

Ursachen und Konsequenzen der Krise

Edgardo Lander  ist Soziologe aus Venezuela und gehörte lange zu den kritischen Unterstützern der Chavez-Regierung. Er veröffentlichte bereits 2016 diesen Artikel über die Probleme und Widersprüche der Politik von Chávez und Maduro. Er beschreibt, wer die ersten Opfer der Krise waren: Die Lohnabhängigen, die Bauern und Bäuerinnen sowie die Indigenen - jene Gruppe also, deren Interessen die Regierung ursprünglich zu vertreten vorgab.

Link zum Beitrag von Edgardo Lander

 

Die Rolle des Militärs

Das Militär Venezuelas spielt nicht nur im Bereich der Sicherheit, sondern auch in der Politik und Wirtschaft eine zentrale Rolle. Die Regierung stützt sich zudem auf irreguläre Sturmgruppen bewaffneter Zivilisten (colectivos genannt), die Demonstrierende einschüchtern und angreifen. Dies beschreibt Dr. Claudia Zilla in einem Dossier zu Venezuela für die Bundeszentrale für politische Bildung. Zille ist Leiterin der Forschungsgruppe Amerika an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin.

Link zum Dossier „Venezuela“ der Bundeszentrale für politische Bildung

 

„Hass auf den Chavinismus“

Obwohl der venezolanische „Sozialismus“ zu keinem Zeitpunkt die Eckpfeiler des Kapitalismus – ökonomische Ausbeutung, politische Unterdrückung, soziale Diskriminierung und menschliche Entfremdung – überwunden hat, wird wieder einmal ein Gesellschaftsmodell diskreditiert, das eine Alternative zur Ausbeutung des rückständigen Südens durch den reichen Norden darstellen könnte – so die Einschätzung des Lateinamerika-Magazins ila aus Bonn.

Link zum Artikel „Die Rechte in Venezuela“ der ila Bonn

 

„Nichts ist für die Menschen vorhersehbar“

Auch die politische Opposition Venezuelas agiere nicht zum Wohle der Bevölkerung, war bereits zu Beginn des Jahres 2018 die Einschätzung von Abilio López Pérez von der Fundación Asesoría de Venezuela y América Latina (FUNDAVAL), einer Partnerorganisation von MISEREOR. „Nur eine politisch-institutionelle Lösung kann die Bevölkerung noch vor dem Schlimmsten bewahren und die strukturellen Ursachen bekämpfen.“

Link zu einem Bericht von Simone Lehmann, MISEREOR-Länderreferentin

 

Fünf Jahre politische und humanitäre Krise

Venezuela steckt schon lange in einer tiefen Wirtschaftskrise, die Millionen Menschen dazu getrieben hat, ihr Heimatland zu verlassen. Experten sprechen von der wohl größten Flüchtlingskrise in der Geschichte von Lateinamerika. Der französisch-deutsche TV-Sender arte hat eine Sammlung von Reportagen und Kurzberichten zusammengestellt.

Link zur arte-Mediathek

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