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Weltbaustelle Duisburg

Das Duisburger Wandbild zeigt zwei Kinder aus dem Globalen Süden. Der Junge links im Bild pflanzt Sonnenblumen in die Kühltürme von Kohlekraftwerken, das Mädchen rechts im Bild pustet in ein Windspiel und steht so symbolisch für erneuerbare Energien. Das Szenario steht unter dem Titel „Global Warning”.

Das Duisburger Wandbild zeigt zwei Kinder aus dem Globalen Süden. Der Junge links im Bild pflanzt Sonnenblumen in die Kühltürme von Kohlekraftwerken, das Mädchen rechts im Bild pustet in ein Windspiel und steht so symbolisch für erneuerbare Energien.

Das Wandbild „Global Warning” in Duisburg. Foto: Angela Schmitz

Auch Duisburg ist als Ruhrgebiets-Metropole nun Teil der Weltbaustellen Kampagne. Vor Ort wurde das Projekt von Kultur-Sprung und Exile Kulturkoordination koordiniert. Der Aktionszeitraum bestand vom 1. September bis 7. Oktober 2017.
Bereits im Februar hatten wir unsere Ausstellung „Weltbaustellen NRW” im Grammatikoff gezeigt. Im März 2017 waren wir dann auch beim „Ball der Solidarität” dabei und haben die Gäste und Besucher*innen unser Tape Art gestalten lassen.
Seit Mitte Juli wurde darüber hinaus mit Künstler*innen und Bewohner*innen die Wand der Flüchtlingsunterkunft in der Memelstraße gestaltet.

Das Programm zur Weltbaustelle Duisburg

Hier nochmal ein Überlick über die vergangenen Veranstaltungen der Weltbaustelle Duisburg:

21. bis 25. August Museums-Spaß Weltbaustellen
Friedrich-Wilhelm-Str. 40, 47051 Duisburg
Gemeinsam mit dem Duisburger Künstler Robin Meyer gehen die Kids auf Streifzug zu Duisburger „Tatorten“, um dann etwas über die Geschichte und den Aufbau von Graffitis zu erfahren.
Kosten: Pro Kind 50 €
Kontakt und Anmeldung: Kunstvermittlung, Tel. 0203-283-2195, email: kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de

1. September bis 6. Oktober
Malphase Wandbild
mit A.G. Saño und Robin Meyer, Düsseldorfer Str. 139/ Ecke Mercatorstr.
Am Gebäude steht ein Bauwagen mit vielen Infos rund um die SDGs. Kommt mit den Künstlern ins Gespräch -sie freuen sich auf Euch!

3. September, Tape Art Aktion Weltbaustellen beim Platzhirsch
11 bis 20 Uhr, Dellplatz
Mitmach-Aktion für alle: Klebt die Piktogramme der Kampagne und der Nachhaltigkeitsziele für Eure Welt von Morgen!
15.45 Uhr Spaziergang zur Weltbaustelle zusammen mit Chadia A. Hamadé

19. September, 20 bis 21 Uhr Bürgerfunk bei Radio Duisburg "Nord-Süd-Blick" der Infostelle "Dritte Welt" mit Martin Schaper
Nach uns die Sintflut? Der Klimawandel betrifft uns alle

26. September Diskussion:
Nach uns die Sintflut?
Der Klimawandel betrifft uns alle
19-21 Uhr, Grammatikoff Saal, Dellplatz 16a
Gäste: Irene Knoke, Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene, Bonn/ A.G. Saño, Künstler und Umweltaktivist, Philippinen/ Klaus Kumbernus-Perscheid, Klimabündnis Niederrhein
Veranstaltergemeinschaft: attac Duisburg/ BUND Duisburg/ Duisburger Stiftung für Umwelt, Gesundheit und Soziales/ Eine Welt Netz NRW/ Exile Kulturkoordination e.V./ Infostelle "Dritte" Welt/ Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt/ Klimabündnis Niederrhein/ Kultursprung e.V.
Eintritt frei

3. Oktober, 20.00 bis 21 Uhr Bürgerfunk bei Radio Duisburg - "Dunkelweiß", Sendung der freien Kulturszene mit Klaus Brüggenwerth
Weltbaustellen Duisburg – ein Wandbildprojekt zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen

7. Oktober, 16-21.30 Uhr Eröffnungsfest der Wandbilder
Grammatikoff, Dellplatz 16a und Fassade Düsseldorfer Str. 139

# 16 Uhr Grammatikoff Studio
- Eröffnung durch die Schirmfrau Chadia A. Hamadé
sowie Sebastian van Ledden/ A.G. Saño und Robin Meyer/ Angela Schmitz und Klaus Brüggenwerth
Moderation Luise Hoyer
- Kinderchor Kath. Grundschule Goldstraße
Faire Snacks und Getränke

Anschließend gemeinsamer Rundgang mit der Schirmfrau Chadia A. Hamadé und den Künstlern zu den Wandbildern

# 18 Uhr  Zweiter Rundgang

# 16 bis 20 Uhr Grammatikoff Studio
- Ausstellung: Kunst aus Müll von Kindern der Kath. Grundschule Goldstraße und Weltbaustellen- - - Videodokumentation der Weltbaustelle durch Schüler*innen der Gesamtschule Globus am Dellplatz

# 20-21.30 Uhr Grammatikoff Saal, Konzert mit der Duisburger Band Chimprellas
Feinste Mukke von der lautesten und besten Skareggaefunkcoreband Duisburgs! Zucker fürs Ohr und für die Füße!

Das vollständige Programm der Duisburger Weltbaustelle finden Sie auch hier zum Download.

Die Künstler der Weltbaustelle Duisburg

A.G. Saño
Seit fast 20 Jahren setzt sich der 41-jährige philippinische Künstler und Aktivist A. G. Saño für Umwelt- und Klimaschutz ein und war dabei u.a. für Organisationen wie WWF oder Greenpeace tätig. Dabei wird er selbst immer wieder zum Betroffenen in seiner Heimat und überlebte den Taifun Haiyan 2013 nur knapp. Mit Vorträgen an Schulen, Universitäten und auf internationalen Konferenzen klärt er über die wachsenden Gefahren des Klimawandels auf. Vor allem aber stärkt er mit seinen Kunstaktionen, dazu zählen u.a. großformatige Wandbilder, in vielen Ländern das öffentliche Bewusstsein für dieses wachsende Problem.

Robin Meyer
Der 1992 geborene Duisburger Künstler Robin Meyer studiert Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld. Seine Schwerpunkte liegen im grafischem Arbeiten und der Gestaltung von Flächen mittels Spraydosen. Dazu gab er in den letzten Jahren verschiedenste Kurse und Workshops an Schulen und in sozialen Einrichtungen, aber auch im Lehmbruck Museum Duisburg (s.o.). Zu seiner künstlerischen Arbeit gehören auch diverse Graffiti-Aufträge für Firmen und Privatpersonen.

(Bild: Die beiden Künstler A.G. Saño (links) und Robin Meyer, Foto: Angela Schmitz)

Unsere Kooperationspartner in Duisburg

Kultursprung e.V.
Der Kultursprung e.V. ist ein Zusammenschluss von Kulturschaffenden und Kulturinteressierten aus Duisburg, die aktiv am kulturellen Leben in Duisburg mitwirken wollen. Der Verein bewegt sich innerhalb der freien Kulturszene und engagiert sich für eine breit aufgestellte Projekt-Plattform in diesem Bereich. In diesem Sinne arbeitet Kultursprung e.V. gerne sparten-, kultur- und generationsübergreifend an einer Vernetzung mit ähnlichen Gruppen und Initiativen in Duisburg, im Ruhrgebiet und darüber hinaus.
Zu den wichtigsten Anliegen und Aushängeschilder des Vereins zählt das seit 2013 stattfindende PLATZHIRSCH-Festival der Artenvielfalt. Es soll sich zu einer festen Größe innerhalb der Duisburger Kulturszene entwickeln.

EXILE-Kulturkoordination
Exile Kulturkoordination e.V. ist eine Non-Profit-Agentur für internationale und interkulturelle Kultur- und Bildungsprojekte. Der Verein fördert die interkulturelle Öffnung unserer Gesellschaft. Durch internationale und interkulturelle Zusammenarbeit will Exile Kulturkoordination das große Potenzial kultureller Vielfalt und Synergieeffekte auf Augenhöhe stärken. Dafür nutzt der Verein Musik, Theater, Literatur und Kunst, um den Zugang zu Perspektiven und Lebenserfahrungen von Menschen in und aus anderen Ländern und Kontinenten zu ermöglichen und unterstützt dabei Künstler*innen, Autor*innen sowie Musik- und Theatergruppen. Somit betreute Exile Kulturkoordination u.a. die Auftritte des Hope-Theaters Nairobi mit ihrem bekannten Stück „Fair Trade Play“ in den Jahren 2010 bis 2014.

Interview mit A.G. Saño von den Philippinen (Deutsch)

Warum hast du dich dazu entschieden das Projekt „Weltbaustellen NRW” durch deine Arbeit zu unterstützen und ist dies das erste Mal, dass du politische Themen mit deiner Kunst ansprichst?

Als ich die Einladung für das Projekt bekam, fiel es mir leicht, mich zu entscheiden, denn ich unterstütze die SDGs der Vereinten Nationen, insbesondere den Aspekt des Klimawandels, sehr, da ich seit circa vier Jahren Aktivist bin. Ebenso unterstütze ich die Bemühungen meines Landes was die Anpassung und Schadensminderung anbelangt. Deshalb war es für mich wirklich eine einfache Entscheidung, ja zu sagen. Und bezüglich der Frage, ob ich meine Kunst als politisches Werkzeug oder als Vehikel für eine Botschaft beziehungsweise für eine Veränderung einsetzen wollte: Es war so, dass ich tatsächlich aufgrund meines Aktivismus mit der Wandmalerei begann. Schon als ich vor sieben Jahren meine ersten Wandgemälde machte, wollte ich eine ökologische Botschaft vermitteln. Ich achte also sehr darauf, dass meine Wandbilder eine Botschaft transportieren. Es war mir deshalb eine Freude, für dieses Projekt zu arbeiten.

Was ist das Thema eures Wandbildes und wieso habt ihr diesen Schwerpunkt gewählt?

Häufige Themen in meinen Wandgemälden sind aus naheliegenden Gründen natürlich der Klimawandel (SDG 13), die marine Umwelt (SDG 14) und die Wasserreinhaltung (SDG 6). Mein Land ist eine der am meisten gefährdeten Nationen, wenn es um den Klimawandel geht. Ich bin ein Überlebender von mehreren extremen Supertaifunen auf den Philippinen, war während einiger Wirbelstürme in Gefahr- beziehungsweise „Ground Zero“-Zonen. Es ist daher üblich, dass Filipinos über das Problem des Klimawandels nachdenken, da wir darunter leiden und wir die Folgen fast jeden Tag zu spüren bekommen. Sie sind momentan sehr drastisch und werden immer extremer. In den letzten neun oder zehn Jahren hat sich eine große Veränderung vollzogen. Im letzten Jahrzehnt befanden wir uns plötzlich in einer Art täglichen Extremsituation. Wenn es nicht die extremen Taifune sind, sind es die Dürren. Vor zwei Jahren gab es einen El Niño, und das hat das Problem weiter verschärft. Viele Menschen sind davon betroffen und leiden deshalb. Ich glaube, dass es in der menschlichen Natur liegt, Dinge zuerst am eigenen Leib erleben zu müssen, bevor wir ihnen Glauben schenken, und es ist offensichtlich, dass die Menschen nicht unbedingt an (unverständlich) glauben, auch wenn sie wissen, dass es wissenschaftlich belegt ist. Schauen wir uns die Welt jetzt doch einmal an: Wie viele Weltführer (unverständlich) tatsächlich der Wissenschaft? Das ist wahrscheinlich der Grund, warum wir momentan so ein großes Problem haben.

Wie habt ihr dieses Thema in eurem Bild dargestellt?

Wir haben für dieses Wandbild sehr einfache Symbole verwendet. Ich wollte eine positive Botschaft vermitteln, aber gleichzeitig eine simple Botschaft, die die Leute leicht verstehen beziehungsweise leicht verinnerlichen können. Vor allem, da ich hier in Duisburg ein Publikum erwartete, das sich dem Thema Klimawandel nicht bewusst ist. Deshalb haben wir die Schornsteine ​​von Kohlekraftwerken als Grundsymbol verwendet. Sie sind ein universelles Symbol. Was zerstört die Welt? Nun, die Kohlekraftwerke emittieren sehr viel Kohlenstoffdioxid in die Luft.
Außerdem zeigen wir zwei Kinder, die die nächste Generation repräsentieren, die schwer betroffen sein wird, aber die die Möglichkeit beziehungsweise die Fähigkeit hat, in Aktion zu treten. Die älteren Generationen scheinen nicht mehr daran interessiert zu sein, das zu retten, was von unserem Planeten noch übrig ist. Wir haben also einen Jungen aus dem Pazifik und ein kleines Mädchen aus Afrika, das mit einem Windrad spielt, welches für die Kraft des Windes sowie die Energie steht, die durch Wind gewonnen werden kann. Der Junge hingegen pflanzt Sonnenblumen in die Schornsteine ​​und man kann sehen, dass diese im Verhältnis zu den Schornsteinen riesig sind. Das soll heißen, dass die Menschheit größer ist als das Problem, wenn wir in die richtige Richtung denken. Und das muss nicht unbedingt schwierig sein, sondern vielmehr können wir diese Chance nutzen, um Veränderungen herbeizuführen und umzukehren, was gerade passiert.
Und dann haben wir Wellen gemalt, die einem Stil entsprechen, der von alten philippinischen Wandmalern verwendet wird, die im Süden [des Landes] leben. Ich wurde stark von ihrem Kunststil beeinflusst, deshalb habe ich ihre Wellen verwendet, deshalb habe ich die Wellen so gemalt. Sie sind nicht realistisch, aber repräsentativ. Ich wollte so das grundlegende Leiden repräsentieren, das wir auf den Philippinen momentan erleben. Wasser ist Leben, aber Wasser kann auch tödlich sein. Es hat sich in den letzten Jahren als tödlich erwiesen. Tatsächlich waren es die Wellten, die aus dem Meer kamen, die tausende von Menschen in Tacloban City während des Supertaifuns Haiyan töteten. Und wenn man das Wandbild genau betrachtet, befinden sich zwar die meisten Wellen im Hintergrund, aber einige Wellen überlappen auch den Kopf des kleinen Jungen. Das große Problem, mit dem sich der Pazifik jetzt konfrontiert sieht, ist, dass die Wellen irgendwann alles Land auffressen werden und dass die Menschen keine andere Möglichkeit mehr haben werden als zu emigrieren und so in anderen Länder zu Flüchtlingen zu werden. Das ist eine sehr einfache Darstellung, aber es wird dadurch deutlich, dass die Wellen den Kopf des Jungen überlappen.
[Im unteren Teil des Bildes] findet man zwei Tiere, die von dem Gleichgewicht sprechen, das dort dargestellt wird. Die Kuh, eine offensichtliche Nahrungsquelle für die Mehrheit der Weltbevölkerung, besonders in Europa und den USA, leistet einen großen Beitrag zum Klimawandel. Nicht nur durch ihre Methanproduktion, sondern auch durch ihren ökologischen Fußabdruck. Die Fleischindustrie expandiert so schnell, dass Waldgebiete einschließlich des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien von ihr vernichtet werden. Dies könnte eine sehr wichtige Rolle spielen, wenn es um Ungleichgewicht in Bezug auf Klima geht. Denn wer leidet [unter der Expansion der Fleischindustrie]? Ich meine, wenn man die Menschen aus der Gleichung nimmt und das Tierreich stehen lässt. Mit dem Eisbär repräsentieren wir den Teil der Natur, der am stärksten [vom Klimawandel] betroffen sein wird. Im Moment wird der Lebensraum der Eisbären sehr schnell dezimiert. Das Eis schmilzt und schon bald wird nicht nur ihre Umwelt, das heißt das Eis, sondern auch ihr Futter und vieles mehr von der Erderwärmung betroffen sein.

Hast du bereits persönliche Erfahrungen mit dem Thema eures Wandbildes gemacht?

Wie ich schon sagte, leiden wir fast jeden Tag auf den Philippinen. Aber ich möchte besonders hervorheben, was 2013 passiert ist, als ich in der Heimatstadt meines Vaters in Tacloban City war. Der Supertaifun Haiyan, der fast sofort tausende von Menschen tötete, traf in dieser Stadt zum ersten Mal auf Land. Leute ertranken, Menschen wurden unter Trümmern begrabe. Ich war in einem Gebäude in der Nähe der Innenstadt, welche sehr nah am Meer liegt, und ich sah, wie der Sturm hereinbrach und wie er alles zerstörte. Es war wie ein reißender Fluss. Aber das Traurigste, was passierte, war, dass ich einen guten Freund verloren habe. Er war der beste Freund, den ich in dieser Region der Philippinen hatte, und ich sollte [in dieser Nacht] eigentlich in seinem Haus schlafen, aber ich entschied mich dagegen. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich [wie geplant dort übernachtet hätte], denn die ganze Familie ist [in dieser Nacht] gestorben.
Ich habe [außerdem] einen besonderen Bezug zur Verbindung von Fleischproduktion und Klimawandel, weil ich schon seit einiger Zeit ein Tieraktivist bin. Schon bevor ich die Daten kannte, die besagen, dass die Rindfleischindustrie einen enorm großen ökologischen Fußabdruck hat, [...] habe ich mich für eine rein pflanzliche Ernährung ausgesprochen und ich weiß, dass sie einen großen Unterschied machen könnte, wenn wir wirklich die Welt retten wollten. Allerdings sind nicht viele Leute bereit, und da bin ich mir ziemlich sicher, ihren Lebensstil zu verändern. Vor allem, da die Menschen in diesen Teilen der Welt nicht die [Folgen des] Problems spüren und selbst in meinem Land, wo wir sie jeden Tag erleben, sehe ich, dass die Menschen nach einer Weile immun dagegen werden. Und wenn wir den Leuten sagen, dass sie weniger Fleisch essen sollten oder wenn ihr euren Verwandten und Freunden in Europa oder den USA sagt, dass sie weniger Fleisch essen sollten, dann werden wir feststellen, dass sie dazu nicht bereit sind, weil es etwas ist, das ihnen etwas von ihrem Komfort und ihren, nicht wirklich Bedürfnissen, aber ihren Gelüsten, nimmt. Also muss ich weiter darüber reden. Wenn Leute an unserem Wandbild vorbeikommen, werden sie sagen: "Oh, warum gibt es eine Kuh?". Der Eisbär, den verstehen sie. [Eisbären] verlieren ihren Lebensraum, das Eis schmilzt, aber "Warum gibt es dort eine Kuh?" Es ist die gleiche Ebene wie der Eisbär.
Wir haben sie auch fast proportional zu der tatsächlichen Größe gemalt, sodass Passanten überrascht reagieren werden: "Oh, ist das da eine echte Kuh?" Nein im Ernst, wir haben [die Tiere] in Lebensgröße gemalt, um den Leuten Anknüpfungspunkte an [unser Wandbild] zu geben.

Was möchtet ihr bei den Betrachtern eures Wandbildes auslösen? Welche Wirkung soll es auf seine Betrachter haben?

In den Reden die ich normalerweise halte, mag ich es, Menschen zu schockieren, aber mit meiner Kunst möchte ich, dass sich die Menschen gut und glücklich fühlen. Deshalb male ich, wenn es in meiner Kunst um Delfinschlachtungen geht, normalerweise auch kein Blut, sondern ich erschaffe Fröhlichkeit, indem ich Delfine male, die frei im Meer herumschwimmmen, damit die Leute wertschätzen, was schön ist und wofür es sich zu kämpfen lohnt. Es geht in meiner Kunst also darum, dass Menschen den Dingen, die ich male, mit Werschätzung begegnen und nicht darum, dass sie weinen oder durch meine Kunst verstört werden.

Wie würdest du eure Arbeit abschließend bewerten? Welche Herausforderungen und Chancen bietet die Zusammenarbeit mit einem Künstler aus einem anderen Land, in deinem speziellen Fall mit Robin aus Deutschland?

Alles in allem fand ich meinen Aufenthalt hier sehr zufriedenstellend. Es war mehr als ich gehofft hatte, mehr als ich erwartet hatte. Und die Zusammenarbeit mit Robin war eine wirklich gute Erfahrung. Wir hatten uns bereits vor dieser Reise hier getroffen, als ich dieses Jahr im März schon einmal hier war. Das scheint wirklich eine fast einzigartige Voraussetzung unter den Künstler*innen [dieser Kampagne] zu sein, denn wie ich gehört habe, haben die meisten anderen Künstler*innen ihren Kolleg*innen erst bei ihrer Ankunft kennengelernt. Als wir uns [vorab] per Mail absprachen, hatten wir so einen Vorteil. Beim Austausch von Zeichnungen hatten wir schon ein Gefühl dafür, was der jeweils andere wollte. Und als ich hier ankam, hatten wir bereits eine gute Bindung, einfach, weil wir uns bereits kannten. Ich arbeite schnell, er arbeitet schnell und wir haben uns gut ergänzt. Das war eine gute Sache.

Interview und Übersetzung aus dem Englischen von Phyllis Stiller (FÖJ 2017/18)
Fotos: Angela Schmitz

Interview mit A.G. Saño von den Philippinen (Englisch)

Why did you decide to support the project ‘Weltbaustellen NRW’ and is this the first time that you approach political issues with your art?

First of all, when I got the invitation for the project it was easy for me to decide because I really do support the United Nation’s SDGs particularly the issue of climate change because I’ve been an advocate for I think around four years now. And I’ve been supporting the efforts of my country as well as far as adaptation and mitigation is concerned. And it was really an easy decision for me to say yes. And about having my art work as a political tool or a vehicle for a message or for a change it has really been like that, in fact, I did start doing murals because of activism and I wanted to send across an environmental message when I started doing murals seven years ago. So I make it a point to use my murals as a means to send across a message. It was a pleasure actually to work for this project.

What problem(s) do you address in your painting and why did you decide to focus on this topic?

My common themes in my murals are of course climate change (SDG 13) and marine environments (SDG 14) and water conservation (SDG 6) for obvious reasons. My country is one of the most vulnerable nations when it comes to climate change. And I’m a survivor of several extreme super typhoons in the Philippines having been in the danger or  Ground Zero areas during typhoon events. And it’s actually common for Filipinos to think about the issue of climate change because we suffer and we experience it almost every day. It is drastic now and it has been becoming more extreme. There has been a really big change in the past nine years, nine or ten years. For the past decade we suddenly found ourselves in some kind of daily extreme conditions. If not the extreme typhoons, it’s the drought. There was an El Niño last year, two years ago, and it has compounded the problem further. And a lot of people are actually effected and they are suffering because of that. I think human nature usually dictates that we need to experience it first before we believe and it’s evident that people don’t necessarily believe in the (unintelligible) even if they know it comes from absolute science. I mean look at the world right now: How many world leaders actually (unintelligible) science? So that’s probably why we have ourselves in a big problem right now.

How did you express the topic in your mural?

Very basic symbols for the mural here. I wanted to convey a happy message but at the same time a simple one that people could understand easily or can internalize easily. Especially since I’m expecting an audience here in Duisburg that is not that aware of the issue of climate change so we used the chimneys of coal power plants as the basic symbol. I mean it’s an universal symbol. Now what’s destroying the world? Well the coal power plants emitting so much carbon dioxide into the air and we have two children to represent the next generation who will be severely affected but who has the opportunity or the capacity to do the action because the older generations seem not that interested any more saving what’s left of the planet. So we have a boy from the Pacific and a little girl from Africa playing with a pin wheel representing the power of the wind and the energy that can be harvested through wind and then the boy plugging sunflowers into the chimneys and you can see that they’re really gigantic in proportion compared to the chimneys. It means that humanity is bigger than the problem if we will think that way. And it could be done not necessarily with difficulty but we can enjoy using this opportunity to create change and to reverse what’s happening now.
And then we painted waves which is actually a style used by old Filipino mural artists, the ones who were living in the south. I was heavily influenced by their style of art, that’s why I used the waves, why I painted the waves that way. It’s not realistic but it’s representational. I would represent the basic suffering that we experience in the Philippines. Water is life but then water can be deadly as well. It has been proven to be badly for the past several years. In fact, what killed the thousands of people in Tacloban City during super typhoon Haiyan were the waves that came in from the sea. And if you will see the mural clearly, there are waves behind, most are behind but some waves that are overlapping the head of the little boy. The big problem that the pacific is facing right now is that the waves will eventually eat up there land and they will have nowhere to go but to migrate, to be a refugee to other countries. So that’s very basic representation but it shows the waves are overlapping the head of the boy.
There are two animals [at the bottom of the mural] that speak of the balance that’s being represented there. The cow, obviously a source of food for the majority of the world population especially in Europe and the US is actually contributing so much to climate change. Not just the methane production but also the Ecological Footprint. They’re expanding so rapidly that the beef industry is taking over forest areas including the ones in Brazil, the Amazonas rain forest. And it could play a very vital role in making a big imbalance as far as the climate is concerned. And who’s suffering? I mean if we take away the humans from the equation and let’s leave the animal kingdom in the scene. We represented the part of nature that is going to suffer most with the polar bear. Right now their habitat is being decimated really, really fast. The ice is melting and pretty soon it’s not just the environment or the ice that they will be loosing but also food and a lot more other things that are affected by this warming of the earth.

Did you experience any of your painting’s themes yourself?

As I said we suffer almost every day in the Philippines. But I’d like to put a highlight on what happened in 2013 when I was in my father’s hometown in Tacloban City. Super typhoon Haiyan made a landfall in that city killing thousands of people almost instantly. People drowned, people were buried in rubbles and I found myself sheltered in a building near downtown which is really close to the sea so I saw how the storm came in and how it destroyed everything. I was like a raging river. But the saddest thing that happened was that I lost a good friend. It was actually the best friend I had in that region of the Philippines and I was supposed to sleep at their house [that night] but I decided not to. And if I did I don’t know what would have happened because the whole family died.
I have a special like connection to the issue of the beef connection to the climate change because I’ve been an animal advocate for quite some time now. And even before I knew the data that says that the beef industry actually has a really big ecological footprint [..] I was already advocating a plant-based diet and I know that it could make a big difference if we really want to save the world. But then not a lot of people, I’m pretty sure, are willing to have a change in lifestyle. Especially since in this parts of the world you don’t feel the [consequences of the] problem and I can see that even in my country where we feel it every day but after a while we get immune to it. And if we tell people to eat less meat or you tell your relatives and friends in Europe or the US to eat less meat, [you will see that] they don’t really want to do anything because it is something that would be taken away from their comforts and their not really needs but wants. So for me, I’ve to keep on talking about it. So when people pass by our mural they will say ‘Oh why is there a cow?’. The polar bear you understand. They’re loosing habitat, the ice is melting but ‘Why is there a cow right there?’ It’s the same level as the polar bear. We also made them almost proportional to the actual size so that when people pass by they will be surprised like ‘Oh is that a cow right there?’ No, it’s more real when it comes to the size so that people will relate directly.

What kind of reaction would you like to provoke within the beholder?

Normally, when I give speeches, I like to disturb people but with my art I want people to feel good and to feel happy. That is why even when I talk about dolphin slaughters [for the first time] and I paint about dolphins slaughters I don’t normally put blood into it but I put happiness, happy imagines with dolphins swimming freely out at sea for people to appreciate what’s beautiful and what it is that they’re fighting for or that they’re advocating for. So it’s about people appreciating rather than people crying or being disturbed when it comes to my art.

What would be your conclusive evaluation of your work? What are challenges and opportunities while working with an artist from another country, in your specific case with Robin from Germany?

All in all I found my stay here very satisfactory. It is more than what I hoped for, more than I expected. And working with Robin was a really good experience. We already met, even before this trip when I was here in March this year. And it’s a unique experience actually among the artists because I heard that [in this project] most artists will just meet their collaborator when they arrive and because of that we had a head start in talking about the theme So when we were coordinating through Email, exchanging drawings, we already had a feeling what each one wanted to come out of it. And when I arrived here we already had sort of a good bond at least because we knew each other already. I work fast, he works fast and we sort of complemented well. It’s a good thing.

Interview von Phyllis Stiller (FÖJ 2017/18)
Fotos: Angela Schmitz

Download der Kampagnenzeitungder Weltbaustelle Duisburg.

Bildergalerie: Weltbaustelle Duisburg

Eine Welt Netz NRW @ 2018
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