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Weltbaustelle Hagen

Das Wandbild in Hagen zeigt links im Bild Wasserrohre, die verschmutztes Wasser transportieren, im Dachgiebel eine Wippe auf der ein Mann und eine Frau sitzen, wobei die Wippe nicht ausgeglichen ist, sondern die Frau tiefer und über einem Abgrund hängt, und auf der rechten Seite eine Pflanze mit der Weltkugel als Samen und einem Embryo als Blüte. Untermalt wird die Szenerie von durch den Anstieg des Meeresspiegels bedrohten, denkwürdigen Orten dieser Welt wie zum Beispiel der Eiffelturm oder das Sydney Opera House.

Potthofstraße 5, 58095 Hagen

Das Wandbild in Hagen. Foto: Pavlos Gkegkas

Die Hagener Weltbaustelle führen wir gemeinsam mit dem AllerWeltHaus Hagen und dem Umweltamt der Stadt Hagen durch. Die Künstler, die Hagen um ein farbenfrohes Wandbild bereichert haben, sind Renae Hopkins (Jamaika) und Haysam Sarhan (Syrien/Deutschland).
Die Malaktion begann im Jahr 2017 Ende August und endete trotz schwieriger Wetterverhältnisse wie geplant am 22. September 2017, sodass das Wandbild auch offiziell im Rahmen des Festes zum Weltkindertag, das auf dem Gelände des AllerWeltHaus Hagen stattfand, eröffnet werden konnte. Bilder des fertigen Wandbildes sowie seiner Eröffnung finden Sie in der unten stehenden Bildergalerie.

Das gesamte Veranstaltungsprogramm finden Sie hier.

Die Künstler*innen der Weltbaustelle Hagen

Haysam Sarhan
Haysam Sarhan wurde 1957 in Beirut (Libanon) geboren, kam 1982 als Geflüchteter nach Deutschland und begann hier mit dem Malen. In seinem Syburg-Atelier bietet er heute Malkurse und Workshops an. Haysams Werke umfassen sowohl Acryl auf Leinwand als auch Aquarell-Malerei. Der Künstler arbeitet mit reduzierten Formen und Farbharmonien, und bezeichnet seinen Malstil selbst als abstrakt mit einem raffinierten Verlauf vom Konkreten zum Abstrakten. In seinen Bildern lässt sich eine Sehnsucht nach orientalischer Architektur und dem Leben nahe der Wüste erahnen.

Renae Hopkins
Die Künstlerin Renae Hopkins aus Spanish Town (Jamaika) wurde über die Klimapartnerschafts mit der Stadt Portmore, Jamaika nach Hagen eingeladen. Die junge Grafikdesignerin hat 2014 ihren Bachelor der freien Künste am Edna Manley College of the Visual and Performing Arts mit dem Schwerpunkt Grafikdesign gemacht und betätigt sich seitdem in ihrem Heimatland Jameika sowohl als Designerin als auch als freischaffende Künstlerin.

Unsere Kooperationspartner in Hagen

Wie bereits eingangs erwähnt, arbeiten wir in Hagen mit dem AllerWeltHaus Hagen und dem Umweltamt der Stadt Hagen zusammen.

AllerWeltHaus Hagen
Das freie Kulturzentrum AllerWeltHaus Hagen entstand 1988 in Fortführung des bereits seit 1976 bestehenden Dritte Welt Laden Hagen im Dr. Ferdinand-David-Park. Im AllerWeltHaus Hagen engagieren sich Menschen für Frieden und soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Menschenrechte. Der Verein und das Kulturbüro unterstützen und beraten entwicklungspolitisch Interessierte, initiieren Kampagnen und bieten ein regelmäßiges Bildungs- und Kulturprogramm an. Das AllerWeltHaus Hagen ist im Rahmen seiner Bildungsarbeit bereits seit 1996 Teil des Promotorenprogramms NRW.

Umweltamt der Stadt Hagen
Das Umweltamt der Stadt Hagen arbeitet für eine umweltverträgliche und nachhaltige Stadtentwicklung und versteht sich dabei als Dienstleister, Berater für Antragsteller sowie als Servicestelle für alle Bürgerinnen und Bürger. Vor dem Hintergrund seiner sonderordnungsbehördlichen Grundauslegung will es die Zukunft Hagens aktiv mitgestalten. Da die Stadt Hagen seit 2012 eine Kommunale Klimapartnerschaft mit der Stadt Portmore in Jamaika pflegt, hat die Arbeit der Jamaikanerin Renae Hopkins an dem Wandbild eine ganz besondere Bedeutung. Ausschlaggebend für den Einstieg in die Klimapartnerschaft war der Wunsch, sich ganz konkret und auf gleicher Augenhöhe mit einer Kommune im Süden für den Klimaschutz einzusetzen.

Interview mit Renae Hopkins aus Jamaika (Deutsch)

Warum hast du dich dazu entschieden das Projekt „Weltbaustellen NRW” durch deine Arbeit zu unterstützen und ist dies das erste Mal, dass du politische Themen mit deiner Kunst ansprichst?

Nun, lassen Sie mich zunächst mit Ja beginnen. Ich habe mich entschieden, das Projekt zu unterstützen, weil es darum geht, Informationen - und insbesondere jene Informationen, die der Welt helfen können, sich in eine positive Richtung zu entwickeln - zu verbreiten. Ich bin stets dafür, wichtige Botschaften in Umlauf zu bringen und Kunst ist ein guter Weg, um Informationen - wie sie auch in den SDG’s enthalten sind - aussagekräftig zu transportieren, da man nicht unbedingt Sprache braucht, um mit Kunst zu kommunizieren. Die Leute überall auf der Welt verstehen Bilder, sodass sich daraus eine der besten Möglichkeiten zur Verbreitung wichtiger Inhalte ergibt.
Dies ist jedoch nicht das erste Mal, dass ich politische Themen in einem meiner Kunstwerke anspreche. Ich habe etwas Ähnliches bereits im Rahmen meiner Diplomarbeit und mit anderen Projekten, an denen ich beteiligt war, gemacht. Zuhause in Jamaika haben wir eine Kampagne mit sozialer Ausrichtung. Eigentlich ist es vielmehr ein Projekt. Es besteht seit 2014, ist saisonal und ermöglicht soziale Veränderung. Am Anfang hatten wir eine Art Lagerhaus, wo ein paar Künstler zusammenkamen, um an dem Projekt zu arbeiten. Wir wurden gesponsert und konnten so ein Stadtviertel, welches die Leute sonst mieden, künstlerisch gestalten und transformieren. Nun kommen plötzlich Leute aus ganz Jamaika und unterstützen die Gegend. Sie treffen sich dort mit anderen Leuten, sodass überall neue Gespräche entstehen. Jeder im Land spricht über dieses Projekt. Ich mag es, ein Teil solcher Bewegungen zu sein. Sie verändern das Leben von so vielen und darüber hinaus lebt Kunst immer weiter. Kunst ist also ein guter Weg, um eine Botschaft in die Welt zu tragen und zu verdeutlichen.

Was ist das Thema eures Wandbildes und wieso habt ihr diesen Schwerpunkt gewählt?

Nun, die Idee hinter dem Wandbild war, an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) zu arbeiten. Die Themen meines Wandbildes sind die Gleichstellung der Geschlechter (SDG 5), erneuerbare Energien (SDG 7) sowie der Klimawandel (SDG 13). Ich habe versucht, die Themen auf eine einzigartige Weise anzusprechen, auf welche die Menschen reagieren können, indem ich Elemente verwendet haben, zu welchen die Menschen eine Beziehung herstellen können. Beispiele hierfür sind die Pflanze oder die Weltkugel, sowie insbesondere der Fötus, um den sich die Menschen selbstverständlich Sorgen machen. Es ist eine Menge Symbolik, viel und viel Symbolik, die in dem Wandgemälde zu finden ist. Teilweise habe ich allerdings auch die direkten Symbole der SDGs verwendet, weil ich den Leuten etwas mit Wiedererkennungswert an die Hand geben wollte. Möglicherweise begegnet den Betrachtern des Wandbildes eines der Symbole zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal, sodass sie dann sagen können: "Oh, das ist also die Verbindung!". Wenn man Dinge verzerrt und etwas abstrahiert, können die Menschen oft nur sehr schwer darauf reagieren, da es mehrere Interpretationsmöglichkeiten gibt. Die in unserem Wandbild verwendeten Symbole sind jedoch bewusst spezifisch gewählt, sodass die Menschen direkt das Gefühl und die Emotionen, die wir mit diesen Bildern, dieser Symbolik, vermitteln wollten, erfahren.

 

Wie habt ihr dieses Thema in eurem Bild dargestellt?

Neben Symbolen sind mir persönlich Farben besonders wichtig. Ich wollte Wärme kreieren, etwas, das die Menschen anzieht, etwas Strahlendes und Farbenfrohes. Es gibt eine ganze Psychologie hinter Farben. Diese werde ich nun nicht vertiefen, aber vereinfacht gesagt ziehen leuchtende Farben Menschen und insbesondere Kinder an. Deshalb entstand die Idee, das Motiv des Sonnenuntergangs zu verwenden. Es war sehr kalt in Deutschland, sodass es auch für mich sehr schön war, warme Farben zu malen (lacht). Die Verwendung von bestimmten Farben war also das eine, und der Gebrauch von Symbolen und bestimmten Bildern, zu denen die Betrachter in irgendeiner Form eine Verbindung herstellen können, das andere.

Habt du bereits persönliche Erfahrungen mit dem Thema eures Wandbildes gemacht?

Ja das habe ich. Zuhause in Jamaika habe ich nicht das Gefühl, dass viel Wert daraufgelegt wird, sich umweltfreundlich zu verhalten. Nur wenige Leute scheint diese Thematik zu interessieren. Wenn es in Jamaika regnet, haben wir viele Überschwemmungen. Erst kürzlich habe ich einem/einer Freund*in von mir erzählt, dass ich mich daran erinnere, wie es zu Zeiten meiner Kindheit an einem Strand namens „Hellshire” aussah. Es gab sehr viele breite Küstenstreifen. Wenn man nun die Küste von den anliegenden Restaurants aus betrachtet, stellt man fest, dass man quasi vom Restaurant direkt ins Meer steigt, weil das Wasser immer mehr ins Landesinnere vordringt. Es ist sehr schrecklich und das sind Dinge, die vermeidbar sind. Wir müssen auf bestimmte Dinge reagieren, um den Menschen gewisse Botschaften zu verdeutlichen. Wir haben übrigens auch eine Menge Plastikflaschenansammlungen und -abfälle in Jamaika. Es geht nun darum wieder eine Balance herzustellen.

Was möchtet ihr bei den Betrachtern eures Wandbildes auslösen? Welche Wirkung soll es auf seine Betrachter haben?

Ich würde mir wünschen, dass die Menschen wirklich einen Moment innehalten, nachdenken und sich dann fragen: "Was will uns dieses Kunstwerk sagen?" Und weil es so informativ ist und in gewissem Sinne durch verschiedene Sprachen zu den Menschen spricht, würde es sie zum Handeln bewegen. Eigentlich spricht dieses Kunstwerk sogar alle Sprachen dieser Welt (lacht). Ich will, dass die Menschen darüber nachdenken, was dieses Kunstwerk ist und was es für sie bedeutet. Der Grund, weshalb ich so etwas Zartes wie einen Embryo mit dem die Menschen mitfühlen können gewählt habe, ist, dass ich gezielt an ihre Emotionen appellieren wollte, damit sie von sich aus erkennen, dass wir unsere Erde beschützen müssen, wenn wir eine Zukunft - eine nachhaltige Zukunft - erleben wollen.

 

Wie würdest du eure Arbeit abschließend bewerten? Welche Herausforderungen und Chancen bietet die Zusammenarbeit mit einem Künstler aus einem anderen Land, in deinem speziellen Fall mit Haysam aus Deutschland?

Im Zuge meiner Arbeit betreibe ich üblicherweise sehr, sehr viel Recherche. Ich habe zu den SDGs recherchiert und verschiedene Ideen entwickelt. Außerdem habe ich mir Wandbilder angeschaut, die bereits zu diesem Thema gemalt wurden, da ich nicht möchte, dass sich die Bildsprache zu sehr doppelt. Denn obwohl wir verschiedene Künstler sind, kann es gelegentlich zu Doppelungen kommen. Und dann hatten wir den Prozess des Skizzierens.
Eine der größten Herausforderungen, die wir hatten, war die Sprache, weil Haysam kein Englisch spricht und ich definitiv kein Deutsch spreche (lacht). Es war also sehr schwierig zu kommunizieren, während wir versuchten, zusammen etwas zu malen, das alle vereint.
Bezüglich der Chancen, die sich aus meiner Arbeit an diesem Projekt ergeben haben: Ich arbeite gerne in einer anderen Umgebung. Das ist eine großartige Gelegenheit. Ich durfte lernen, wie der Arbeitsprozess hier in Deutschland ist, wie die Dinge funktionieren und wie Haysam arbeitet. Ich bin offen dafür, neue Dinge zu lernen und durch die Arbeit in einer anderen Umgebung lerne ich neue Perspektiven und Wege, wie man mit bestimmten Dingen umgeht, kennen. So lernt man Geduld zu haben. Man brauch sehr viel Geduld in einer Situation wie dieser, in der etwas so Grundlegendes wie Sprache eine Barriere darstellt. Man ist plötzlich nicht mehr in der Lage sich auszudrücken, sodass Geduld eines der wichtigsten Dinge ist, die ich gelernt habe.
Die Leute hier waren sehr herzlich zu mir, wirklich sehr freundlich. Ich war gut aufgehoben, sodass ich kein Heimweh oder ähnliches hatte. Abgesehen von der Kälte (lacht). Aber es war eine großartige Erfahrung. Es ist der schiere Prozess, den ich und Haysam hatten, der sehr gut war. Ich habe viele verschiedene Dinge gelernt. Ich habe gelernt, wie man Kompromisse eingeht. Da Kunst eine sehr persönliche Sache ist und es daher sehr schwierig ist, mit einem Künstler zu arbeitet, mit dem man nie zuvor zusammengearbeitet hat, muss man, insbesondere wenn darüber hinaus völlig unterschiedliche Hintergründe, Altersunterschiede sowie soziale Unterschiede bestehen, lernen, das alles beiseite zu legen und sich nur auf das eine Ziel – das Hauptziel - zu konzentrieren. Es war also eine sehr lehrreiche Erfahrung und ich schätzte es sehr, ein Teil dieser Kampagne zu sein. Ich fühle mich geehrt, hier zu sein, und ich hoffe, dass dieses Wandgemälde Gespräche anregt und die Menschen dazu bringt, wirklich über sich selbst sowie den Planeten, auf dem sie leben, nachzudenken, um dann bestimmte Dinge beiseitezulegen und für ein einheitliches Ziel Kompromisse einzugehen.

Interview von Phyllis Stiller (FÖJ 2017/18)
Fotos: Pavlos Gkegkas

Interview mit Renae Hopkins aus Jamaika (Englisch)

Why did you decide to support the project ‘Weltbaustellen NRW’ and is this the first time that you approach political issues with your art?

Well, first let me start with yes, I decided to support the project because it’s about supporting information and information that can help the world to build, basically. I’m all about supporting information and art is a good way to communicate because you don’t necessarily need language to communicate with art. People understand imagery and it’s one of the best ways to get information out there. [However,] this isn’t the first time I’m dealing with political issues within my artwork. I’ve done it before with my final year project as well and with other projects that I’ve worked on. Back in Jamaica, we have a socially driven campaign. It is a project [actually]. It is seasonal, it started in 2014 and it was [about] social change. We had like a warehouse and a bunch of artists just came together. We got sponsored and we painted [and] transformed an inner city area which people do not normally go to. And then, all of a sudden, people are coming and supporting the area, meeting with [other] people and it’s sparking conversation all over. Everyone is talking about [it]. I like to be a part of movements like this. This is life changing and art lives on so it’s a very good way to put something out there and make it distinct.

What problem(s) do you address in your painting and why did you decide to focus on this topic?

Well, the idea behind the mural was to work on the Sustainable Development Goals (SDGs) and I was not aware of the Sustainable Development Goals [before]. [The topics in my mural are] gender equality (SDG 5), renewable energy (SDG 7), environmental issues (SDG 13). I tried to put it in a unique way that people can react to by trying to use elements that people can relate to like a plant or the globe for instance, and a fetus which people care about. It is a lot of symbolism, lots and lots of symbolism. For some I just used the direct symbols from the SDG website because I wanted to do something that is relatable. People might see the symbol again somewhere else and say ‘Oh that is the connection!’. When you kind of skew things and make it a bit abstract, people are unable to react to it as it’s open to more interpretation. [However,] with this it’s more specific and people directly get the feeling and the emotions that I wanted to convey using this imagery, these symbolisms.

How did you express the topic in your mural?

For instance, colours are very important. I wanted to show warmth, something that pulls you in, something very bright and colourful. There is a psychology behind colours. I will not get into it but bright colours pull people in and pull children in. So the idea was to use a sunset theme. It was very cold in Germany so it was also very nice [for me] to paint warm colours (laughs). So use of colours was one, and [then] symbolism and the use of certain imagery that people can relate to.

Did you experience any of your painting’s themes yourself?

Yes. Back in my country I think we don’t practice how to keep the environment safe. Just a small amount of people do it. In Jamaica, when it rains we have a lot of floodings. I was telling a friend of mine that I remember growing up and there was this beach called ‘Hellshire’ and we used to have lots and lots of shore lines. Now when you check out the shore lines right where the restaurants are, you step from the restaurant into the sea because the water is just coming closer and closer inland. It is very terrible and these are things that are preventable. We need to act on upon certain things to get certain messages clear to people. We [also] have a lot of plastic bottle plugs and waste in Jamaica so we have to find a balance.

What kind of reaction would you like to provoke within the beholder?

I would like for people to really stop and think and say ‘What is this artwork really saying?’ and then it would prompt them because it is very informative and it speaks through different languages in a sense. It speaks across all languages [actually] (laughs). I like people to think about what this artwork is and what it means to them. The reason why I chose something delicate, something as an embryo [which] people can relate to, is to pull on their sense of emotion, to let them go within themselves, to really acknowledge that we really need to protect our earth, we need to protect our world so that we can have a future, a sustainable future.

What would be your conclusive evaluation of your work? What are challenges and opportunities while working with an artist from another country, in your specific case with Haysam from Germany?

[Within] my art process I generally do lots and lots of research. [I did] research to [the SDG’s] and came up with different ideas. [I also researched] other murals that were painted because you do not want imagery to be almost the same. [Because] even though we are different artists, it can be repetitive at times. And then we had the process of sketching.
One of the main challenges we had was language because Haysam doesn’t speak English and I definitely do not speak German (laughs). So it [was] very difficult to communicate. So imagine that as we are trying to come together to paint something that unifies all.
As for opportunities: I liked to work in a different environment of course. That’s a great opportunity. [I liked to learn] how the process is here, how things work, how Haysam works. I am open to learning new things and [working in a different environment] teaches me [different] perspectives on how to deal with certain things. It teaches you to have patience. You need patience in situations like this, where something as simple as language [stands in your way]. You are [suddenly] not able to express yourself so patience is one of the main things that I learned.
The people here have been very warm to me, very kind. I [was] well taken care of so I was not homesick or anything. Apart from the cold (laughs). But it has been a great experience. It is the sheer process that me and Haysam had that was very good. I learned a lot of different things. I learned how to compromise because art is very personal to people and it’s very hard when you are working with an artist you never worked with before and [when there are] totally different backgrounds, age difference, social differences, you kinda need to learn how to put that aside and just focus on the one goal that you have, the main aim. So it was really informative and I appreciated to be a part of this campaign. I am honored to be here and I hope that this mural sparks conversation and gets people to really start thinking about themselves and the planet that they live on [and then] put certain things aside and compromise for one unified goal.

Interview und Übersetzung aus dem Englischen von Phyllis Stiller (FÖJ 2017/18)
Fotos: Pavlos Gkegkas

Interview mit Haysam Sarhan aus dem Libanon/Deutschland

Warum hast du dich dazu entschieden das Projekt „Weltbaustellen NRW” durch deine Arbeit zu unterstützen und ist dies das erste Mal, dass du politische Themen mit deiner Kunst ansprichst?

Als ich vor circa einem halben Jahr hier im Allerwelthaus Hagen Bilder zu der Agenda 2030 ausgestellt habe, habe ich mich zum ersten Mal näher mit dem Thema beschäftigt. Als ich damals gefragt wurde, habe ich sofort gesagt „Zu dem Thema gerne!”. Dann habe ich extra Bilder gemalt und die sind hier gut angekommen. Ich finde es schon sehr wichtig, dass man etwas für die Umwelt tut. Wir verwenden dazu Kunst und Bilder, denn das ist das, was ich kann. Was sollte ich sonst machen? Jeder macht, was er/sie kann.

Was ist das Thema eures Wandbildes und wieso habt ihr diesen Schwerpunkt gewählt?

Ich habe mir das Thema des Klimawandels und insbesondere den Anstieg des Meeresspiegels (SDG 13) ausgesucht, da man schon jetzt sieht, wie das Wasser steigt und an dafür an anderer Stelle fehlt. Hier ist zu viel, da ist zu wenig. Klar gibt es verschiedene Arten, wie sich das veränderte Klima bemerkbar macht, aber das alles hat mit dem Klimawandel zu tun. Ich persönlich finde, dass der Klimaschutz das wichtigste Ziel der Agenda 2030 ist.
Was für mich auch sehr wichtig war, war das Thema der Gleichberechtigung von Mann und Frau (SDG 5). Zwar wurde schon viel für dieses Thema getan, aber man kann nie genug machen.

Wie habt ihr dieses Thema in eurem Bild dargestellt?

Das Thema der Geschlechtergerechtigkeit wird ganz oben im Wandbild durch die Wippe dargestellt. Manche fragen: „Warum eigentlich eine Wippe? Warum eine Wippe, wenn das Verhältnis doch bereits ausgeglichen ist?” Für mich wiegt sich das Verhältnis immer noch hin und her, heute so, morgen so. Aber eigentlich sind Mann und Frau gleich.
Außerdem habe ich das Thema Frieden (SDG 16) mit der Taube auf dem Eiffelturm angesprochen. Ich habe gedacht, dass man sofort erkennt, dass der Eiffelturm mit der Taube ein Symbol für den Frieden ist. Frieden ist immer noch ein großes Problem. Mit meiner Ausstellung hier im Allerwelthaus habe ich auch viel den Frieden thematisiert. Wir haben da ein großes Problem. Beispiel: Der Oslo-Friedensprozess zwischen Israel und Palästina ist nun über 20 Jahre her, und Frieden herrscht dort immer noch nicht und das finde ich total schlimm. Also nicht nur ich, sondern viele und deshalb müssen wir uns schon mit solchen Sachen beschäftigen.
Ein weiteres Thema des Wandbildes ist die Wasserverschmutzung (SDG 6). Wir alle wissen, dass das deutsche Wasser sauber ist, da wurde schon viel gemacht. Aber natürlich gibt es Länder, die daran noch arbeiten müssen. Und wenn sie ihre Gedanken ganz woanders haben oder sich überhaupt keine Gedanken zu diesem Thema machen und einfach denken „Ach, dann kaufen wir halt Wasserflaschen!” dann ist das nicht richtig. Sie müssen das Wasser säubern, was in ihren Gewässern vorzufinden ist und brauchen dafür richtige Anlagen.

Habt du bereits persönliche Erfahrungen mit dem Thema eures Wandbildes gemacht?

Klar habe ich bereits persönliche Erfahrungen gemacht, denn ich bin ja auch betroffen. Ich komme ursprünglich aus dem Libanon beziehungsweise aus Syrien. Ich wurde im Libanon geboren, aber Syrien ist meine Heimat. Wir haben dort schon viele Probleme. Immer noch. Das hat viel mit Frieden zu tun. Kriege ohne Ende, auch durch Religionen. Das fängt mit irgendeiner unbedeutenden Kleinigkeit an und wird dann auf einmal groß. Ich bin froh, dass ich hier in Deutschland mit meiner Malerei soweit gekommen bin.

Was möchtet du bei den Betrachtern eures Wandbildes auslösen? Welche Wirkung soll es auf seine Betrachter haben?

Ich kann es natürlich nicht allen Leuten Recht machen. Es gibt bestimmt Leute, die das Wandbild nicht so toll finden, aber ich gehe eigentlich immer zu den positiven Leuten, die gucken und richtig darüber nachdenken, warum das alles so ist, wie es ist. Die Farben sind ganz toll geworden und auch meine Kollegin hat ihre Motive sehr gut umgesetzt. Und das ist auch sehr wichtig, denn das Wandbild muss ja eine bestimmte Gesamtwirkung transportieren.
Viele haben vor dem Wandbild gestanden, es betrachtet und sich das Schild durchgelesen und das hat uns gefreut.
Drei Wochen sind eine kurze Zeit und dann hat es so viel geregnet und nicht nur das: Sie kommt aus Jamaika. Klar man sagt immer, Malen ist unsere Sprache, aber sie kann Englisch und ich nicht so richtig. Wir haben es trotzdem geschafft. Wenn man was gemeinsam machen will, dann findet man sich schon. Klar ist das ein Prozess. So wie ich male, malt sie nicht. Wir sind unterschiedliche Menschen, von der Art her, vom Malstil. Trotzdem haben wir es geschafft und das finde ich gut.

Wie würdest du eure Arbeit abschließend bewerten? Welche Herausforderungen und Chancen bietet die Zusammenarbeit mit einer Künstlerin aus einem anderen Land, in deinem speziellen Fall mit Renae aus Jamaika?  

Wie ich vorhin gesagt habe, war es schon schwierig. Sie kommt aus einem ganz anderen Land, wir haben zwei verschiedene Malstile. Wie ich male, malt sie nicht. Und wir müssen uns trotzdem auf einem Bild zusammenfinden. Natürlich verbindet uns das Thema jetzt in diesem Fall und wenn man sich damit beschäftigt und dranbleibt, dann klappt das auch. Man muss es durchziehen und Spaß haben, und nicht dem anderen den Rücken zukehren, wenn irgendwas nicht klappt. Wir haben versucht zusammenzuarbeiten und das ist gut angekommen. Es war schon hart mit dem Wetter und mit allem Drum und Dran. Trotzdem freut es mich, dass es fertig geworden ist und wir beide und alle anderen zufrieden sind.

Interview von Phyllis Stiller (FÖJ 2017/18)
Fotos: Pavlos Gkegkas

Bildergalerie: Weltbaustelle Hagen

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