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Weltbaustelle Dortmund

Start auf der FAIR FRIENDS in den Messe Westfalenhallen Dortmund

Das zentrale Element des Dortmunder Wandbildes bildet eine aus ineinander verschlungenden Händen bestehende Welt, in die das Wort Zukunft eingearbeitet ist.

Piepenstockstraße 36, 44263 Dortmund

Das Wanbild in Dortmund. Foto: Simone Neumann

In Dortmund wurde die Weltbaustelle im Rahmen der FAIR FRIENDS Messe in den Westfalenhallen am 07.09.2017 eröffnet.  Unsere lokalen Kooperationspartner sind das IZ3W (Informartionszentrum Dritte Welt e.V.) sowie die Möwe (Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der ev. Kirche von Westfalen). Das Wandbild entstand in der Zeit vom 18. bis zum 29. Oktober 2017 in der Piepenstockstraßer 36 in Dortmund Hörde.

Das Programm der Weltbaustelle Dortmund

Hier nochmal ein Überblick über die vergangenen Veranstaltungen der Weltbaustelle Dortmund:

  1.   Am 07.09.2017 um 13:45 Uhr wurde die Weltbaustelle Dortmund auf der Messe FAIR FRIENDS durch den Oberbürgermeister der Stadt Dortmund und Schirmherr des Projekts offiziell eröffnet.
    Ort: Westfalenhallen Dortmund.
  2.   Am 18.09.2017 findet in Kooperation mit dem Kindermuseum Mondo Mio von 8:30-16:00 Uhr ein Workshop zur Herstellung von Naturfarben statt. Dabei können die Teilnehmenden verschiedene Färberpflanzen kennenlernen und selbst farbige Tinte herstellen.
    Ort: Piepenstockstraße 36, Dortmund Hörde.
  3.   Ebenfalls am 18.09.2017 erfolgt der erste Pinselstrich am Wandbild der Weltbaustelle Dortmund mit anschließendem Besuch bei der Internationalen Kochgruppe MERHABA, die Gerichte aus verschiedenen Ländern zubereitet.
    Ort
    : Piepenstockstraße 36, Dortmund Hörde und im Anschluss Haus Rode am Hörder Neumarkt.
  4.   Am 20.09.2017 um 20 Uhr findet ein Weltbaustellen-Kneipenquiz zu verschiedenen Themen mit Nachhaltigkeits-Bezug, wie Umwelt, Globaler Süden, Fairer Handel und Menschenrechte, statt. Teilnahme: 1 Euro.
    Ort: Rekorder, Gneisenaustraße 55, Dortmund-Hafen.
  5.   Ebenfalls am 20.09.2017 findet in Kooperation mit dem Amt für MÖWe von 8:30-16:00 ein Workshop zu den Schattenseiten der Handyproduktion für Mensch und Umwelt statt.
    Ort:
    Piepenstockstraße 36, Dortmund Hörde.
  6.   Am 21.09.2017, 8:30-14:00 Uhr, zeigen wir Dir, wie Du mit einfachen Mitteln aus Abfallprodukten oder scheinbar nutzlosen Stoffen durch „Upcycling“ neuwertige Produkte herstellen kannst.
    Ort: Piepenstockstraße 36, Dortmund Hörde.
  7.   Am 22.09.17, 8:30-16:00 Uhr, gibt es einen weiteren Workshop zum Mitmachen. Diesmal geht es um das „Upcycling“ von Kleidungsstücken, die zu klein geworden oder kaputt sind.
    Ort: Piepenstockstraße 36, Dortmund Hörde.
  8.   Am 29.09.2017 wird von 11-14 Uhr im Rahmen eines Fairen Frühstücks die Fertigstellung des Wandgemäldes der Weltbaustelle Dortmund gefeiert.
    Ort: Piepenstockstraße 36, Dortmund Hörde.

Die Künstler der Weltbaustelle Dortmund

Die Künstler der Kampagne sind ein deutsch-namibianisches Duo: Oliver Mark von den Urbanisten aus Dortmund und Joseph Madisia aus Namibia.

Oliver Mark
Der Künstler Oliver Mark wurde am 26.11.1984 geboren und wohnt derzeit in Dortmund. Er ist freischaffender Künstler mit dem Schwerpunkt Grafikarbeiten. Darüber hinaus realisiert er des Öfteren Fassadengestaltungen im öffentlichen Raum. Im Zuge dieser Arbeit kommt es von Zeit zu Zeit zu einer Kooperation zwischen Oliver Mark und dem Dormunder Verein „die Urbanisten”, welcher durch Partizipation der Bürgerinnen und Bürger städtischen Lebensraum neu gestalten und so Eigenverantwortung sowie individuelle Ressourcen stärken will.

Joseph Madisia
Joseph Madisia wurde 1954 in Lüderitz (Namibia) geboren und ist ein zeitgenössischer Künstler. Der ehemals gelernte Zimmermann wandte sich in den 80er-Jahren der Malerei zu. Seit 1994 nahm er u.a. in Namibia, Indien, Deutschland, Brasilien, Norwegen, Slowenien und der Schweiz an Gruppenausstellungen teil und wurde so vor allem aufgrund seines abstrakten Malstils auch international bekannt. Er hat Kunst an der University of Namibia studiert und ist seit 2001 Mitglied des Vorstandes der „National Art Gallery of Namibia”.

Unsere Kooperationspartner in Dortmund

IZ3W
Das Informationszentrum Dritte Welt Dortmund e.V. wurde im Jahr 1971 gegründet. Die heutige Arbeit des Informationszentrums Dritte Welt Dortmund basiert auf den Impulsen des Erdgipfels 1992 in Rio de Janeiro und den von der UN-Vollversammlung beschlossenen SDG'S. Als vorwiegende Arbeitsaufgabe sehen wir, die Beteiligung der Menschen an der Gestaltung einer  nachhaltigen Zukunft in globaler Partnerschaft zu unterstützen. Somit übernehmen wir einewichtige gesellschaftspolitische Aufgabe. Wissen und Informationen über globale Zusammenhänge, politische Problemlösungen und individuelle Handlungsmöglichkeiten sind ebenso wichtige Voraussetzungen hierfür wie die Ermunterung und Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements. Wir wollen die unterschiedlichen gesellschaftlichen Kräfte für eine Mitarbeit in den Agenda-Prozessen vor allem in Dortmund aber auch NRWweit gewinnen und  die Eine - Welt - Perspektive verstärken. Wir wollen neue Zielgruppen für den FAIREN HANDEL gewinnen. Wir wollen, das globales und interkulturelles Lernen fester Bestandteil einer schulisch und außerschulisch lernenden Gesellschaft wird. Wir wollen zum Einmischen und eigenen Handeln ermutigen und die Arbeit der vielen vorwiegend ehrenamtlichen Initiativen  in dieser Region stärken, die sich seit langem für die Vernetzung von Umwelt- und Entwicklungsfragen  einsetzen. Wir fördern den Austausch und das vernetzte Handeln der Gruppen und Initiativen.

MÖWe
MÖWe (Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der ev. Kirche von Westfalen) ist eine Serviceeinrichtung für Multiplikator*innen und Hauptamtliche im Arbeitsbereich Mission, Ökumene und Weltverantwortung und fördert den Zusammenhalt dieser drei Arbeitsbereiche innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Dabei dient MÖWe als Sammelstelle und Netzwerk für Informationen und Materialien, als Vermittler von Kompetenzen und Kontakten, Organisator für Veranstaltungen im Rahmen der EKvW und Unterstützer der Arbeit von Initiativen, Kirchengemeinden und Kirchenkreisen. Eine weitere Aufgabe der MÖWe ist es, die Arbeitsbereiche Mission, Ökumene und Weltverantwortung in der Öffentlichkeit und in verschiedenen Gremien zu vertreten und hierbei als Begleiter von Entscheidungsprozessen zu fungieren.

Interview mit Oliver Mark aus Deutschland

Warum hast du dich dazu entschieden das Projekt „Weltbaustellen NRW” durch deine Arbeit zu unterstützen und ist dies das erste Mal, dass du politische Themen mit deiner Kunst ansprichst?

Neugierig gemacht hat mich vor allem die Chance, eine weitere große Fassade im Dortmunder Stadtbild gestalten zu dürfen. Die Idee einer Kooperation mit einem bislang für mich unbekannten Künstler klang für mich ebenfalls sehr interessant. Zudem fand ich es spannend zu erfahren, wie der künstlerische Austausch mit einem Künstler aus einem völlig anderen Kulturkreis funktionieren und welches visuelle Ergebnis eine solche Zusammenarbeit hervorbringen würde. 

Was ist das Thema eures Wandbildes und wieso habt ihr diesen Schwerpunkt gewählt?

Im Rahmen der Themenfindung beziehungsweise der Planungsphase für das Wandbild sammelten wir auf der Messe „FAIR FRIENDS”, die sich mit den Themen Fairer Handel, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigt und jährlich in den Westfalenhallen Dortmund stattfindet, die Meinungen und Anregungen der Messebesucher zu den Sustainable Development Goals (SDGs). Bei der Auswertung der Einreichungen stellten wir schnell fest, dass vor allem der Wunsch nach Respekt, Gleichheit und Zusammenhalt zwischen den Menschen (SDGs 16 und 17) immer wieder geäußert wurde.

Wie habt ihr dieses Thema in eurem Bild dargestellt?

Auf unserem Wandbild ist eine von Händen umschlossene Kugel zusehen, die die Welt symbolisieren soll. Einzelne Hände erstrecken sich über diese Fläche und reichen sich die Hände beziehungsweise greifen nach einander. Auf dieses Weise werden interkontinentale Verbindungen zwischen Groß und Klein, Jung und Alt, Arm und Reich sowie zwischen unterschiedlicher Herkunft und Kultur geschlossen. Diese Illustration wird von dem Wort „ZUKUNFT” überlagert. Über der Weltkugel im Giebel des Hauses fliegt eine Friedenstaube. Es handelt sich bei dieser Komposition um ein Symbol für den obengenannten Wunsch der Menschen nach Zusammenhalt und Frieden, der sich hoffentlich in der Zukunft manifestieren und das Weltgeschehen mitgestalten wird.

Hast du bereits persönliche Erfahrungen mit dem Thema eures Wandbildes gemacht?

Im Laufe meines kreativen Schaffens der letzten 18 Jahre habe ich sehr viele verschiedene Leute getroffen. Dabei habe ich immer wieder festgestellt, dass bei allen Unterschieden, die mich und mein Gegenüber ausmachen, es auch immer wieder Gemeinsamkeiten gibt, ob diese nun gestalterischer, musikalischer oder auch politischer Natur sind. Das Weltbaustellen-Projekt ist ein weiteres Beispiel dafür. Joseph Madisia ist nahezu doppelt so alt wie ich und kommt aus einem ganz anderen Kulturkreis, sodass wir auf den ersten Blick wenig gemeinsam zu haben scheinen. Wir fanden jedoch sehr schnell, vor allem über die Musik, zueinander.
Um eine reelle Chance zu haben, dass die Zukunft unseres Wandbildes bald Wirklichkeit wird, müssen wir uns weniger auf die Dinge fokussieren, die uns von anderen Menschen unterscheiden und somit auch ein Stück weit trennen, und uns mehr auf die Eigenschaften und Interessen konzentrieren, die uns verbinden.

Was möchtet ihr bei den Betrachtern eures Wandbildes auslösen? Welche Wirkung soll es auf seine Betrachter haben?

Unser Wandbild zeigt unsere Vision für die Zukunft und soll den Menschen den Mut und die Offenheit geben, ihre Skepsis gegenüber dem „vermeintlich” Fremden abzubauen und einen Blick auf Gemeinsamkeiten statt nur auf Unterschiede zu werfen. Es soll den Menschen zeigen, dass man sein Leben bereichern und von kulturellen Unterschieden profitieren kann, wenn man sich anderen Menschen und Kulturkreisen gegenüber nicht verschließt, sondern der Welt mit offenen Armen gegenübersteht.

Wie würdest du eure Arbeit abschließend bewerten? Welche Herausforderungen und Chancen bietet die Zusammenarbeit mit einem Künstler aus einem anderen Land, in deinem speziellen Fall mit Joseph Madisia aus Namibia?

Für mich war es eine sehr bereichernde Erfahrung mit einem so erfahrenen Künstler wie Joseph Madisia zusammen zu arbeiten. Während des Projekts konnten wir auf kultureller, sozialer aber natürlich auch auf künstlerischer Ebene sehr voneinander profitieren.

Interview von Phyllis Stiller (FÖJ 2017/18)
Fotos: Simone Neumann

Eine Welt Netz NRW @ 2018
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