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Anhörung im Bundestag

Unsere Forderung: Mehr in gesellschaftlichen Wandel investieren

Am 30. November 2016 waren die Eine Welt Landesnetzwerke erstmals als Experten zu einer öffentlichen Anhörung des Bundestages eingeladen. Im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unter Vorsitz von Dagmar G. Wöhrl (CDU/CSU) haben wir Stellung genommen zur Umsetzung der Welt-Entwicklungsziele in Deutschland.

Der Geschäftsführer des Eine Welt Netz NRW, Udo Schlüter, betonte in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt Landesnetzwerke, die globalen Probleme könnten nicht nur durch technische Innovationen gelöst werden. Wichtig sei auch, in einen „mentalen und kulturellen Wandel“ zu investieren und damit auf das Bewusstsein und das Konsumverhalten der Menschen zu zielen.

In der rund dreistündigen Anhörung forderten viele Sachverständige eine Präzisierung der Ziele und Indikatoren in der von der Bundesregierung überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie, die die Umsetzung der Sustainable Development Goals auf nationaler Ebene sicherstellen soll.

Download unserer Stellungnahme für den Bundestag hier.

Link zum Bericht über die Anhörung auf der Website des Deutschen Bundestags

 

 

Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung

Die neue ist besser als die alte. Das reicht aber nicht.

Am 11. Januar 2017 hat die Bundesregierung die Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Diese soll der wesentliche Rahmen zur Umsetzung der Agenda 2030 in, mit und durch Deutschland sein. Der Verband Entwicklungspolitik Deutschland VENRO, in dem das Eine Welt Netz NRW Mitglied ist, hat gemeinsam mit dem Forum Umwelt und Entwicklung und dem Deutschen Naturschutzring zur Neuauflage Stellung bezogen. Sie bewerten die Neufassung als Verbesserung zur bisherigen Nachhaltigkeitsstrategie, kritisieren aber das Fehlen ehrgeiziger Ziele zu entscheidenden Herausforderungen und fordern eine konsequent nachhaltige Politik.

Download der Stellungnahme entwicklungspolitischer Verbände vom März 2017.

 

Meinungen zur Nachhaltigkeitsstrategie

 „Mit ihrer Orientierung an den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung ist die Strategie eine Grundlage, um die deutsche Politik konsequenter an der Umsetzung dieser Ziele auszurichten. Nun kommt es darauf an, sie im politischen Handeln auch umzusetzen und da gibt es noch erhebliche Defizite in nahezu allen Bereichen“, kritisiert Dr. Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von VENRO. „Die deutsche Politik braucht mehr Mut und Ambitionen, um die vereinbarten Nachhaltigkeitsziele weltweit und in Deutschland zu erreichen. Die größte Herausforderung wird dabei sein, alle Politikfelder konsequent an dem Ziel eines nachhaltigen Wirtschaftsmodells auszurichten, welches allen Menschen ein Leben in Würde ermöglicht. Das bedeutet auch, Abschied zu nehmen von dem Glauben an mehr Wirtschaftswachstum als Allheilmittel für alle Probleme.“

„Deutschland will Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und Umsetzung der Agenda 2030 sein und hat gleichzeitig einen enormen ökologischen Fußabdruck. Durch diese überarbeitete Nachhaltigkeitsstrategie muss dieser massive Ressourcenverbrauch reduziert werden“, so Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forum Umwelt und Entwicklung. „Eine Wirtschaftspolitik, die auf der Ausbeutung von Natur und Mensch aufbaut, die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft und eine Handelspolitik, die auf immer höhere Exportüberschüsse setzt – das ist genau das Gegenteil von nachhaltig. Das muss sich ändern.“

„Wenn die Bundesregierung ihre Verpflichtungen im Rahmen der Agenda 2030 erfüllen will, wird Deutschlang sauberer, gerechter und zukunftsfähiger werden müssen. Die Nachhaltigkeitsstrategie ist ein guter Anfang“, so DNR-Präsident Prof. Dr. Kai Niebert. „Indikatoren alleine reichen jedoch nicht. Wir brauchen eine Politik, die Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit nicht in homöopathischen Dosen verabreicht. Künftig sind alle Ressorts gefragt, denn unser Weg in eine ökologisch verträgliche und sozial gerechte Gesellschaft entscheidet sich nicht im Umweltministerium, sondern auf unseren Straßen, in der Industrie-, Finanz- und Sozialpolitik.“

 

Link zur Nachhaltigkeitsstrategie

Link zum Rat für Nachhaltige Entwicklung

Eine Welt Netz NRW @ 2017