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Fusion von BAYER und Monsanto

Recht auf Nahrung in Gefahr

Eine Bäuerin auf dem Feld betreibt in Burkina Faso traditionelle Landwirtschaft mit einer Hacke.

Foto: Florian Kopp, Misereor

Die traditionelle Landwirtschaft wie diese in Burkina Faso gilt als Gegenpol zur industriellen Landwirtschaft. Es ist hart umstritten, auf welche Weisen das Recht auf Nahrung weltweit gesichert werden kann.

Wir rufen dazu auf, die Geschäftspraktiken von Bayer und Monsanto und politische Weichenstellungen globaler Landwirtschaft kritisch zu verfolgen und sich an den Protesten zur Bayer-Aktionärsversammlung am 28.04.2017 zu beteiligen:
Kundgebung „Stop BAYER/MONSANTO!“
28. April 2017, 8.30 bis 10.00 Uhr
World Conference Center Bonn


Im September 2016 haben Bayer und Monsanto eine bindende Fusionsvereinbarung unterzeichnet. Das in NRW ansässige Chemie-Unternehmen Bayer übernimmt dabei den US-Saatgutkonzern mit einem Gesamtkaufpreis von rund 66 Mrd. US-Dollar. Wenn die Kartellbehörden grünes Licht geben, könnte Ende 2017 ein Unternehmen mit Sitz in NRW die globale Nummer 1 bei Saatgut, Pestiziden und Agrarchemie sein.

Als Eine-Welt-Netz NRW blicken wir mit Sorge auf diese Übernahme. Sie ist Teil einer allgemeinen Tendenz zur Marktkonzentration im Saatgut und Agrarchemiebereich, die den Einfluss großer Konzerne auf Politik und weltweite Lebensmittelproduktion erhöht und den Strukturwandel in der Landwirtschaft hin zu größeren Betrieben, die in Monokulturen gentechnisch verändertes Saatgut anbauen, vorantreibt.

Was sind die Befürchtungen?

Der Schlüssel zu einer langfristigen globalen Hungerbekämpfung und der Verwirklichung des Rechts auf Nahrung liegt jedoch vor allem in der Stärkung von kleinbäuerlichen Betrieben in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Anstelle einer Abhängigkeit von den Saatgut-Pestizid-Paketen der Marktgiganten brauchen diese Betriebe angemessene Unterstützung, um mit eigener Kontrolle über Land, Wasser und Saatgut eine stabile und ausgewogene Ernährung zu sichern – mit Anbaumethoden, die die Qualität der Böden, die Artenvielfalt und Gesundheit der Menschen erhalten. Mit der Fusion droht das Gegenmodell noch stärker an Gewicht zu gewinnen: Die hohen Kosten der Übernahme müssen in Ländern des Südens refinanziert werden, denn in der EU stößt Gentechnik in der Landwirtschaft auf Ablehnung und in Nordamerika sind auch keine großen Profitsteigerungen mehr zu erwarten.

Daher rückt besonders Afrika in den Fokus der Bemühungen, neue Märkte zu erschließen: In Entwicklungsinitiativen wie der Neuen Allianz für Ernährungssicherung verpflichten sich eine Reihe afrikanischer Staaten zu umfangreichen Politikreformen und zu einer massiven Öffnung und Kooperation mit den internationalen Agrarkonzernen, unter anderem mit Monsanto. Durch Gesetzesverschärfungen in diesen Ländern sollen Landwirt*innen auf lange Sicht daran gehindert werden, wie bisher Saatgut frei zu tauschen oder zu verkaufen. Stattdessen soll auf industrielles Saatgut in Kombination mit Düngemitteln und Pestiziden gesetzt werden. Eine nachhaltige Strategie zur Sicherung der Welternährung sieht anders aus.

 

Mehr Informationen

Download Broschüre „Mit Agrarökologie die Ernährungswende gestalten“

Download  Broschüre „Konzernmacht grenzenlos: Die G7 und  die weltweite Ernährung“

Download Aufruf zur Unternehmensverantwortung

Link zu Brot für die Welt: Bayer-Monsanto und die neue Grüne Revolution

Ansprechpartnerin

Eva-Maria Reinwald
Fachpromotorin für Globale Wirtschaft und Menschenrechte
SÜDWIND e.V.-Institut für Ökonomie und Ökumene
Kaiserstraße 201
53113 Bonn
Tel.: 02 28 - 76 36 98-21

reinwald@remove-this.suedwind-institut.de 

www.suedwind-institut.de

 

 

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