Eine-Welt-Landeskonferenz 2018 NRW: Globales Engagement und der Faktor Sicherheit. 09./10.03.2018 im Gustav Stresemann Institut in Bonn

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Eine Welt in unsicheren Zeiten

Dokumentation: Die Eine-Welt-Landeskonferenz NRW 2018

Die Eine-Welt-Landeskonferenz fand am 09. und 10. März 2018 in Bonn statt. Sie war mit über 230 Teilnehmenden auch in 2018 eine der wichtigen Veranstaltung zur Eine-Welt-Politik und Engagement in NRW. Vielen Dank an alle Gäste und Mitwirkenden für die tolle Atmosphäre!

Hier dokumentieren wir die wichtigsten Ergebnisse und Aussagen. Eine großartige Arbeit leistete dafür die 10-köpfige Nachwuchsredaktion von politikorange, ein Projekt der Jugendpresse Deutschland, die die Konferenz online live begleitete. Wir veröffentlichen hier unter anderem ihre Artikel oder verlinken auf ihre Videos.

Alle Artikel von politikorange finden sich auf dessen Blog.

"Wir müssen aufwachen" - Kommentar zur Konferenz von Samira El Hattab

“Ach, ein Trümmerbild – mal wieder.”

Wer ehrlich zu sich selber ist, müsste an dieser Stelle zugeben, dass er ähnliche Gedanken bestimmt schon einmal gehabt hat. So wie wir alle.

Ist das nicht traurig? Stumpfen wir ab?

Es herrscht so viel Leid auf unserer Erde, dass es für einige quasi zur Normalität geworden ist, dieses tagtäglich zu sehen, sei es im Fernsehen oder in Zeitungen.

Indem wir das Unglück anderer Menschen herunterspielen, nicht über die Bedeutung der Katastrophe nachdenken, schützen wir uns emotional.

Das ist sehr gefährlich!

Diese Meinung vertritt auch Julia Bar-Tal, Landwirtin und Aktivistin, die es aber hasst, als letztere betitelt zu werden. „Täglich werden in Syrien strategisch Krankenhäuser bombardiert. Wo bleibt der Aufschrei hier? Wenn wir es dort zulassen, wird es uns auch wiederfahren“, sagt sie.

Hierbei dient Syrien nur als Beispiel für Krisengebiete, die es auf der gesamten Erde gibt.

Langsam fängt man an sich ohnmächtig zu fühlen, hilflos zu werden, wenn man an die vielen Orte denkt, an denen Menschen leiden: Menschen wie du und ich, die nur unglücklicherweise nicht das Privileg genießen, in einem sicheren Land zu leben.

Zu Beginn der Konferenz hatte ich geplant, einen Kommentar über die Erneuerung des Friedensverständnisses zu schreiben. Jetzt sage ich: Wir müssen erst einmal ein Verständnis und ein Verantwortungsbewusstsein für Frieden entwickeln, bevor wir in der Lage sind, dieses zu reformieren!

Lasst uns die Ignoranz-Blase zerstechen, in der wir momentan leben!

Lasst uns anfangen wieder Mitgefühl zu empfinden, wenn wir sehen, dass etwas Schlimmes auf der Welt passiert!

Das hat etwas mit Solidarität zu tun. Solidarität, die wir für Menschen überall auf der Erde empfinden sollten.
Denn irgendwann werden wir vielleicht diejenigen sein, die diese Solidarität dringend benötigen werden.

Eines muss dabei klar sein: Es geht nicht darum, augenblicklich alles hinzuschmeißen und in ein Krisengebiet zu reisen, um dort Hilfe zu leisten.
Vielmehr ist es unsere Pflicht hier, in Deutschland, aktiv zu werden.

Wir sollten auf die Straßen gehen, mit Leuten aus anderen Ländern in Kontakt kommen, sie Geschichten erzählen lassen, uns zusammenschließen, sodass immer mehr Menschen wachgerüttelt werden.
Und dann nicht mehr damit aufhören. Nie wieder einschlafen.

Man muss kein Held sein oder sich das Leid der Welt auf die Schultern laden; aber einen kleinen Beitrag leisten, damit die Welt zu einem besseren Ort wird – das wäre doch ein guter Anfang.

Deshalb hier noch einmal in aller Deutlichkeit: nein! Wir brauchen kein neues Friedensverständnis.
Was wir brauchen, ist eine Umpolung unserer Prioritäten. Schon John Lennon hat gesagt: “Wenn jeder anstatt einem neuen Fernsehgerät Frieden verlangen würde, dann würde es Frieden geben.”

Lasst uns seine Worte zu Herzen nehmen und ein neues Bewusstsein für Frieden entwickeln.

Ein fühlendes, solidarisches Bewusstsein.

Dieser Text entstand während eines Projekts von politikorange – dem Medium der Jugendpresse Deutschland.

Bildergalerie

Im Zentrum stand die Diskussion um die Eine Welt in unsicheren Zeiten. Auf dem Eröffnungspodium am Freitag wurde die Frage nach dem richtigen Verhältnis von Sicherheit und Entwicklung in Konfliktregionen gestellt. Am Samstag sprach die Friedensaktivistin Marta Benavides aus El-Salvador über Frieden und Nachhaltigkeit, in anschließenden Foren wurden "WeltBaustellen"  diskutiert, die in Zusammenhang mit dem Faktor Sicherheit stehen. In Workshops wurden einige Themen der konkreten Eine-Welt-Arbeit gemeinsam bearbeitet. Einen zusätzlichen künstlerischen Blick auf das Thema warf die Kulturbühne "Looking for Freedom" am Freitagabend.

Eine Welt Netz NRW @ 2018
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