Hauptmenü

Seiteninhalt

Vernetzung und neue Ideen

in vielfältigen Workshops

Eine Neue Welt

Informationen, Engagement- und Fördermöglichkeiten für Einsteiger*innen

Projekte starten, Menschen kennenlernen, die Welt bewegen. Wie man in der Einen Welt aktiv werden und sich sowohl im eigenen als auch im Interesse der Allgemeinheit engagieren kann, wurde im Workshop diskusitiert. Orientierung gaben Bunmi Bolaji (Deutsch Afrika Ruhr Forum), Henriette Franken (OpenGlobe Münster), Andreas Hennig (Engagement Global NRW), Gerald Knauf (Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW) und Julia Paffenholz (Allerweltshaus Köln).

Artikel "Engagier dich!" von politikorange

Zivilgesellschaftliche Organisationen auf der ganzen Welt nähren sich von dem Interesse, der Zeit und dem Einsatz von Bürger und Bürgerinnen. So auch der Verein Eine Welt Netz NRW, der nicht existieren könnte, gäbe es niemanden, der sich gerne engagiert. Aber nicht nur die Vereine, Netzwerke und Organisationen profitieren von deinem Engagement. Auch die Engagierten können einiges aus ihrem Einsatz gewinnen: Du kannst Menschen kennenlernen, dich für deine Ideale einsetzen oder dein eigenes Projekt ins Leben rufen. Bloß – wo fängt man da an?

Auf der Eine-Welt-Landeskonferenz wurde in dem Workshop “Eine Neue Welt – Engagement- und Fördermöglichkeiten für Einsteiger*innen” darüber diskutiert, wie Engagement aussehen kann. “Engagement fängt bei dir an”, sagte Bunmi Bolaji von dem Verein Deutsch Afrika Ruhr Forum. Es fängt bei bewussten Konsum an und reicht bis zum Platz im Vorstand. Folgende Schritte könnten dir auf deinem Weg zum sozialen Engagement Orientierung geben.


1. Was interessiert dich?

Umwelt, Politik, Bildung, Medien, Kultur – Bereiche, in denen du aktiv werden kannst, existieren zuhauf. Bestenfalls gibt es ein Thema, für das du dich schon immer interessiert hast, sei es im Rahmen der Schule, des Studiums oder in Diskussionen mit Freunden oder Familie. Wenn du dich für mehrere Themen begeisterst, kannst du dich in einem weiteren Schritt fragen, in welchen Bereichen es gerade besonderen Bedarf gibt oder was dich und dein Umfeld besonders betrifft. Hast du erst mal ein oder zwei Themen, in denen du aktiv werden wollen würdest, kannst du dich auf die Suche nach passenden Gruppen, Bewegungen oder Organisationen begeben.


2. Warum möchtest du dich engagieren?

Es ist natürlich von Vorteil, wenn du reflektieren kannst, warum du dich engagieren möchtest: Geht es dir darum, Anschluss in einer Stadt zu finden, mehr über ein bestimmtes Thema zu lernen oder direkt etwas zu organisieren oder Menschen zu unterstützen? Steht bei dir das aktive Lernen im Vordergrund, bietet es sich an, dich nach Arbeitsgruppen zum Beispiel in der Universität oder in Parteien umzuschauen. Ist dir die aktive Unterstützung von Menschen oder Tieren wichtig, liegt es nahe, dich im sozialen oder Umwelt-Bereich zu informieren – zum Beispiel im Altenheim, der Obdachlosenhilfe oder im Tierheim. Falls es dir primär um soziale Kontakte geht, kannst du dich an Gruppen oder Vereinen in deiner Nähe orientieren. Vielleicht hat deine Lieblingskneipe einen Stammtisch oder in deine Nachbarn treffen sich, um die nachbarschaftlichen Netzwerk zu stärken?


3. Wie viel kannst du investieren?

Soziales Engagement kann viel Zeit in Anspruch nehmen – wenn du diese überhaupt investieren kannst oder möchtest. Es gibt Gruppen, in denen die regelmäßige Anwesenheit von Vorteil ist (z.B. wenn konkrete Projekte oder Veranstaltungen geplant werden) und andere, bei denen du auch mal getrost fehlen kannst. Bevor du dich also irgendwo anmeldest, solltest du deine Motivation und deinen Terminkalender scannen. Wenn du viel Zeit und ein brennendes Anliegen hast, kannst du auch in Erwägung ziehen, dein Engagement selbst in die Hand zu nehmen und eine Gruppe zu gründen. Ein Beispiel dafür ist die deutsche Journalistin Mareike Nieberding, die nach Trumps Wahlsieg die Jugendbewegung DEMO ins Leben rief.


4. Wo möchtest du dich engagieren?

Universität, Kirche, Partei, Schule – das sind Orte bzw. Institutionen, die Möglichkeiten bieten, sich zu engagieren. In der Uni ist das zum Beispiel der AstA, in der Kirche der Jugendtreff, in Parteien Regionalgruppen wie die Junge Union Frankfurt oder die Grüne Jugend Münster. Hast du vor, dich irgendwo anzuschließen, solltest dir bewusst sein, welche Werte die Institutionen vertreten und ob du mit ihnen d’accord bist.


5. Ausprobieren!

Alle theoretischen Überlegungen bringen nichts, wenn du es nicht ausprobierst. Das bedeutet: Schwing dich auf dein Rad, in den Bus oder Bahn und nehme an Treffen teil. Denn nur kannst du testen, ob dir das Engagement liegt, du dich wohl fühlst und Spaß an den Vorhaben der jeweiligen Gruppe hast.

Dieser Text entstand während eines Projekts von politikorange – dem Medium der Jugendpresse Deutschland.

Film: Ich gehe immer leise

Erfahrungen mit und Engagement gegen Alltagrassismus

Wie tief Alltagsrassismus in den Strukturen der Gesellschaft verwurzelt ist, zeigt der Film „Ich gehe immer leise“ von Keith Hamaimbo, der auf der Konferenz gezeigt und diskutiert wurde. Er ist beim Welthaus Bielefeld bestellbar. politikorange-Autorin Evindar Gürel beschäftigte sich mit der Frage, wie man dem entgegen wirken kann.

Artikel "Alltagsrassismus präsenter denn je"

Alltagsrassismus ist kein angenehmes – aber notwendiges Thema. Deshalb wurde es auch im dem Workshop “Erfahrungen  und das Engagement gegen Alltagsrassismus” auf der Eine-Welt-Konferenz in Münster ausführlich thematisiert.

Der Film „Ich gehe immer leise“ von Dr. Keith Hamaimbo, Referent des Welthaus Bielefeld, leitet des Workshop ein. In dem Film erzählen verschiedene Personen entweder von ihren persönlichen Erfahrungen mit Alltagsrassismus oder versuchen diesen wissenschaftlich zu erläutern.

Eine junge Frau sagt, dass sie kein Mitleid, sondern den Menschen die Augen öffnen möchte, weil Rassismus immer noch existiere. Der Rassismus-Experte Austen Peter-Brandt sagt, dass Rassismus verschiedene Formen annehmen könne, wie zum Beispiel Antisemitismus oder Antiziganismus. Außerdem geht er davon aus, dass Rassismus ein Konstrukt sei, das Weißsein zu einem Privileg macht und den Weißen Macht verleiht. Die Protagonisten im Film erzählen außerdem von ihren Schwierigkeiten keine Wohnung finden, weil sie einen Akzent haben, nicht in einen Club kommen, weil sie „keine Stammgäste“ sind, oder gefragt werden, wo sie herkämen, obwohl Deutschland ihre Heimat ist.


„Wir müssen weiterreden, solange es Wörter gibt“

„Wir müssen weiterreden, solange es Wörter gibt“, sagt Dr. Mai-Anh Boger, Expertin zu den Themen Diskriminierung, Rassismus und Migration, zum Ende des Films. Damit meint sie, dass man kontinuierlich Aufklärungsarbeit in Schulen und Vereinen leisten sollte, um mit Stereotypen zu brechen. Das könne zum Beispiel durch die Abbildung schwarzer Kinder in Schul- oder Kinderbüchern erreicht werden. Boger sagt, dass Kinder schon in der frühen Erziehung auf Alltagsrassismus vorbereitet werden sollten, weil sie in der jetzigen Gesellschaft schnell mit Vorurteilen und Rassismus in Kontakt kämen.

Nach dem Film setzt der Referent des Eine Welt Netz Serge Palasie in seinen Impulsvortrag das Thema Alltagsrassismus in historischen und soziologischen Kontext. Ähnlich wie Peter-Brandt er geht davon aus, dass moderner Rassismus ein Konstrukt ist, das sich mit der Zeit in gesellschaftlichen Struktur fixierte. Mit Beispielen aus der Geschichte, wie jene des Königs Mansa Musa, der im 14. Jahrhundert als reichster Mann seiner Zeit galt, verdeutlicht er, dass das Bild von Afrika sich erst in den letzten fünf Jahrhunderten änderte. Dies kam mit dem transatlantischen Dreieckshandel, also dem Warenhandel zwischen Europa, Afrika und Amerika und dem Sklavenhandel zustande. Der Kontinent wurde durch den Dreieckshandel und die Kolonialzeit systematisch ausgebeutet. Diese Zeiten änderten das Bild von Afrika nachhaltig und verstärken noch heute den Rassismus gegen Menschen afrikanischer Abstammung.


Große Herausforderungen

“Wir müssen uns von der Idee eines ethnisch homogenen Nationalstaaten verabschieden eine neue Anerkennungs- und Erinnerungskultur schaffen, die Vielfalt großschreibt”, schlägt Serge Palasie vor, um diese Umstände zu ändern. Das sind große Herausforderungen, derer sich Politik und Zivilgesellschaft in Zukunft annehmen müssen.

Dieser Text entstand während eines Projekts von politikorange – dem Medium der Jugendpresse Deutschland.

Afrika, StartUp!

Vom Projekt zum Unternehmen

Wie können soziale Projekte und das Wissen über Verkaufs- und Marketingstrategien in unseren internationalen Kooperationen zusammenkommen? Welche Voraussetzungen braucht es, um Initiativen in eine langfristige finanzielle Unabhängigkeit zu führen? Erfolgreiche Beispiele aus dem südlichen Afrika wurde präsentiert und Kooperationen jenseits von Hilfe diskutiert. Wichtig dabei: auch in vermeintlich gleichberechtigten wirtschaftlichen Projekten muss auf die Wahrung der Augenhöhe geachtet werden. Aber: das Potential ist groß.

Referent*innen

  • Julia Haack, Judith Peters, Kevin Wachtel - Teilnehmende der Exkursion "Social Entrepreneurship in South Africa" der Bergischen Universität Wuppertal
  • Dr. Kathrin Bischoff - Koordinatorin der Exkursion "Social Entrepreneurship in South Africa" der Bergischen Universität Wuppertal
  • Varkey George, Sozialer Unternehmer und Dozent aus Kapstadt
  • Peter Reichenbach, Künstler und Initiator von sevengardens

Globale Entwicklungserfolge

Kommunikationsstrategien für Eine Welt-Themen

Auch wenn 92% der Deutschen davon überzeugt sind, dass es in den letzten 25 Jahren keine Reduktion der weltweiten Armut gegeben hat, so sprechen die Fakten doch eindeutig gegen diesen Entwicklungspessimismus. Was würde sich eigentlich ändern, wenn entwicklungspolitische Gruppen diese Fortschritte zum Bestandteil ihrer Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit machten? Könnte es sein, dass das Wissen um diese Erfolge mehr Interesse, mehr Motivation und mehr Engagement bei den Menschen freisetzt als die ständig wiederholte Feststellung einer desaströsen Weltentwicklung? Der Workshop entwarf neue und positive Strategien für die Eine-Welt-Kommunikation von morgen.

Präsentation "Entwicklung ist kein Märchen" von Georg Krämer, Welthaus Bielefeld

 

 

Mit Rückenwind

Bildung für nachhaltige Entwicklung wird politischer!

„To empower learners to transform themselves and the society they live in“ – wird unsere BNE-Alltagspraxis diesem Anspruch aus dem laufenden BNE-Weltaktionsprogramm gerecht? Wie schaffen wir es sowohl unseren Bildungsanspruch, wie auch die normativen Werte einer nachhaltigen Entwicklung so zu vermitteln, dass Menschen befähigt und ermutigt werden, sich in ihrem Umfeld und in ihrem (verbands-)politischen Umfeld zu engagieren und Strukturen hin zu mehr Nachhaltigkeit zu verändern? Wie geht dies in Zeiten von „shrinking spaces“ und in unterschiedlichen interkulturellen Kontexten? Inputs von Stefan Rostock (Germanwatch) und Katharina Roncevic (Greenpeace) zum derzeit diskutierten Nachfolgeprogramm des UNESCO-Weltaktionsprogramms BNE für die Zeit 2020 bis 2030 starteten die Diskussion, anschließende praktische Methoden verdeutlichten die Notwendigkeit eines mehr politischen Ansatzes in der Bildungsarbeit.

Brücken bauen durch gemeinsame Arbeit

Exkursion zum syrisch-deutschen Intergationsrestaurant elbén

Der Name elbén steht für 2 Herzen. Im elbén arbeiten Geflüchtete aus Syrien mit jungen Deutschen zusammen und verkaufen syrische Spezialitäten in Foodtrucks und einem Restaurant. Der Exkursion besuchte letzteres und erfuhr von Esme Alpay aus erster Hand, wie das  das Projekt gegründet wurde und vor welchen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven es steht. Andreas Eul vom Münsteraner Arbeitsmarktprojekt für Migrant*innen diskutierte mit den Teilnehmenden die wichtige Rolle einer Arbeitsstelle für die Integration von Geflüchteten. Das elbén kann hier als ein großes Vorbild dienen.

Fotos: Jugendpresse Deutschland / Konstantin Baur

Eine Welt Netz NRW @ 2019
Bitte benutzen Sie zum Ausdrucken den Druckbutton am Ende jeder Seite.