Seenotrettung auf dem Mittelmeer

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234 Menschen gerettet

Sie sind außer Lebensgefahr. Es ist noch unklar, wo sie an Land können

Flüchtlinge am Bug der Lifeline

Foto: Hermine Poschmann, Mission Lifeline

Über 200 Flüchtlinge sind an Bord der Lifeline.

Am 22. Juni 2018 erreichte uns um 05.52 Uhr diese Nachricht vom Schiff Lifeline, das auf dem Mittelmeer vor Libyen unterwegs ist. Zur Crew gehört auch unsere Kollegin Aline Watermann aus Münster.
„Seit gestern in den frühen Morgenstunden ist die gesamte Crew ganz schön gefordert. Wir haben zwei Schlauboote gesichert und an Bord genommen.
Derzeit haben wir ca. 234 Personen an Bord, darunter auch Babys. Die libysche Küstenwache war heute Morgen auch schon da… Zum Glück konnten wir alles zum „Guten“ wenden und keiner unserer Gäste an Bord ist panisch geworden oder ins Wasser gesprungen. Was diese Menschen in Libyen erlebt haben ist ohne Worte! Dorthin oder auch nur in die Nähe davon zurück zu kehren ist keine Option. Die Stimmung an Bord ist friedlich. Es wurden Wolldecken ausgeteilt und die meisten konnten ein wenig Schlaf finden.

Soeben haben wir quasi „en passant“ noch ein weiteres Boot mit 113 Passagieren versorgt. Die Personen befinden sich alle sicher und gesund an Bord eines großen Frachtschiffs.

Die italienischen Behörden weisen derzeit jede Verantwortung von sich und verweisen uns stattdessen an Libysche Autoritäten. Derzeit ist unklar wo es für uns hingeht. Eins ist klar: Wir brauchen möglichst schnell eine Lösung, die Schiff, Crew und Gäste entlastet und internationalem Recht entspricht.“

Die Crew der Lifeline

Link zu Mission Liefeline e.V. aus Dresden

Link zu aktuellen Meldungen der Tagesschau-Redaktion

 

Eine Welt Arbeit und Flüchtlingshilfe

Seenotrettung ist ein wichtiger und aktueller entwicklungspolitischer Bereich, der eng mit vielen unserer Eine Welt-Themen zusammenhängt:

  • Fluchtursachen wie Armut, Krieg, Landraub, religiöse/ethnische Verfolgung, Klimawandel
  • Menschenrechtsverletzungen (Sklaverei, Missachtung der Genfer Flüchtlingskonvention etc.)
  • Migration & Integration
  • Auswirkungen der repressiven Flüchtlingsabwehr seitens der EU in Zusammenarbeit mit einzelnen afrikanischen Staaten (Libyen, Niger, Eritrea etc.) und der Türkei
  • Die politische Instrumentalisierung der Entwicklungshilfe durch die im neuen Koalitionsvertrag vereinbarte Koppelung der EZ mit der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.

Auf der Eine Welt-Landeskonferenz im März 2018, die unter dem Titel „Eine Welt in unsicheren Zeiten – Globales Engagement und der Faktor Sicherheit“ stand, wurde dem Thema „Seenotrettung“ ein eigener Workshop gewidmet, um sich intensiv mit den Gründen und gesellschaftspolitischen Folgewirkungen der humanitären Katastrophen auf dem Mittelmeer zu befassen.

Die Berichte

Hier findet ihr eine Hintergrundanalyse zu Seenotrettung und der aktuellen Lage auf dem Mittelmeer. Danke an Rebekka Schalley und Helen Lessing.

11.04.2018: ein Interview vor der Ausreise von Aline in den Westfälischen Nachrichten.

Link zu Sea-Eye: www.sea-eye.org

Weitere Hilfsorganisationen auf dem Mittelmeer: 

www.jugendrettet.org

www.sea-watch.org 

www.proactivaopenarms.org  

Eine Welt Netz NRW @ 2018
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