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Lager evakuieren, Menschen aufnehmen

Unser Appell an Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet

Foto: Land NRW

Ministerpräsident Armin Laschet bei einem Presse-Briefing zum Corona-Virus am 9. April 2020

Die Zustände in Moria und anderen Lagern auf den griechischen Inseln sind schon seit Jahren unhaltbar. Nun gibt es in den Camps in Moria die ersten Coronafälle, wodurch sich die Lage weiter zuspitzt.  Am 15. April 2020 appelliert das Eine Welt Netz NRW deshalb in einem Brief an Ministerpräsident Armin Laschet und den zuständigen Landesminister Dr. Joachim Stamp, Menschen aus Moria und anderen Flüchtlingscamps an den EU-Außengrenzen aufzunehmen. Armin Laschet, der von 2005 bis 2010 selbst „Eine-Welt“-Minister in NRW war, ist dem Eine Welt Netz als Politiker mit starkem Bezug zur Nord-Süd-Thematik und als aufgeschlossener Gesprächspartner bekannt. Das hat uns sehr ermutigt, von der Landesregierung schnelle Hilfe für Menschen zu erbitten, die an den Grenzen Europas in großer Not und Gefahr sind. Wir erhoffen uns von dieser Initiative, dass Nordrhein-Westfalen als Vorbild vorangeht und im Sinne von Solidarität und Menschlichkeit ein Landesaufnahmeprogramm für die Menschen in den Flüchtlingscamps an den EU-Außengrenzen startet.

Bereits 35 Städte und Gemeinden haben sich bis Mitte April 2020 schon zu „Sicheren Häfen“ deklariert und damit die Bereitschaft erklärt, mehr Geflüchtete aufzunehmen. Zum Hintergrund: Die Lebensbedingungen in Flüchtlingscamps wie Moria sind menschenunwürdig. Es herrschen Rechtlosigkeit und bitterste Armut, gepaart mit katastrophalen hygienischen Bedingungen, Mangel an Nahrungsmitteln und an medizinischer Versorgung.

Mit den ersten nachgewiesenen Coronafällen verschärft sich die Situation noch einmal drastisch und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das Virus dort weiterverbreitet. Denn wie sollen 20.000 Menschen in diesem vollkommen überfüllten Camp, das eigentlich nur für 3.000 Menschen eingerichtet wurde, Abstand halten? 167 Menschen teilen sich eine Toilette, 242 Menschen eine Dusche. Es mangelt an Seife und Desinfektionsmitteln und viele Geflüchtete sind durch die Flucht und die katastrophalen Bedingungen vor Ort ohnehin geschwächt und leiden teil-weise an Vorerkrankungen.

Um diese vermeidbare Katastrophe zu verhindern, bleibt nur sehr wenig Zeit: Alle Menschen – nicht nur 50 Kinder – müssen sofort aus den Lagern evakuiert werden.

Eine Welt Netz NRW @ 2020
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