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Workshopübersicht

Workshop 1 (Freitag): „Selbstbestimmung stärken, Kompetenzen freisetzen!“ Safer Space für Frauen mit Migrationsgeschichte 

  • Referentinnen: Josee Mukanshimiyimana (Iriba Brunnen e.V.), Maria Adela Salinas (Integrationsrat Münster)

Noch immer erleben insbesondere Frauen mit Migrationsgeschichte strukturellen Rassismus und Benachteiligungen aufgrund ihres Geschlechtes in ihrem Alltag. Einen Beruf zu erlernen oder ein Studium zu absolvieren und die Teilhabe an gesellschaftlichen Aktivitäten wird ihnen nicht leicht gemacht. Sie scheitern zum Beispiel an Sprachbarrieren, ökonomischen Zwängen oder einer mangelnden Wertschätzung, die ihnen ihr Umfeld entgegenbringt. Hierdurch bleiben die wertvollen Ressourcen, die sie mitbringen, häufig ungenutzt und nicht nur ihre persönliche Entfaltung, sondern auch der Weg zu einer beruflichen Karriere und Selbstbestimmung wird erschwert. Josee Mukanshimiyimana und Maria Adela Salinas empowern andere migrantische Frauen, aktiv am sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Teilnehmer*innen werden entdecken, dass Armut für sie kein Naturgesetz ist. 

Workshop 2 (Freitag): Was heißt LGBTI*-Inklusion? Praktische Schritte zur Realisierung in Eine-Welt-Projekten

  • Referentinnen: Cornelia Sperling (Yogyakarta-Allianz), Birgit F. Unger (Moderatorin und Coach, Stiftungsrätin der ARCUS-Stiftung) 

In den letzten Jahren sind Aktivitäten für die Rechte von queer lebenden Menschen öffentlich und politisch sehr viel sichtbarer geworden. Das führte auch zu Dokumenten wie den internationalen Yogyakarta-Prinzipien und zum „LSBTI-Inklusionskonzept der Bundesregierung für die Auswärtige Politik und die Entwicklungszusammenarbeit“ 2021. In diesem Workshop geht es nach einem Input hauptsächlich um die Praxis. Wir werden uns über die sonnigen und schattigen Seiten von LGBTI*-Inklusion und Exklusion anhand von Beispielen, Fragen und Erfahrungen austauschen. Mit welchen Widerständen müssen wir umgehen? Ziel ist es, dass jede*r informiert und gestärkt wird im solidarischen und partnerschaftlichen Engagement für „Menschenrechte für alle“. 

Workshop 3 (Freitag): Geld für alle! Warum Oikocredit gezielt Frauen stärkt

  • Moderator: Maximilian Görgens (Oikocredit)

Referentinnen: Dr. Nina Alff (Geographin, Bildungsreferentin beim Oikocredit Förderkreis Baden-Württemberg e.V.), Yolirruth Núñez (Senior Social Performance and Capacity Building Officer vom Oikocredit-Büro Peru)

Geschlechtergerechtigkeit betrifft nicht nur Frauen. Denn wenn Frauen Geld erwirtschaften und selbstbestimmt über die Verwendung von Kapital entscheiden können, profitiert die ganze Gesellschaft. Wirtschaftliche Ausgrenzung von Frauen geht mit einer geringeren Produktivität einher. Auch die Chancen für nachhaltige Entwicklung sind schlechter. Denn Frauen investieren ihr Geld häufiger zum Wohle der Gemeinschaft und ihrer Familien als Männer – mit positiven Effekten für Bildung und Gesundheit. Die internationale Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit fördert das Empowerment von Frauen im Globalen Süden mit Finanzdienstleistungen wie Krediten und Sparmöglichkeiten. 87 Prozent der Kundschaft sind Frauen.  

Workshop 4 (Samstag): Dekolonialer Feminismus in Lateinamerika

  • Referentin: Angelica Garcia (Eine Welt Netz NRW)

Wir alle haben die Bilder vor Augen von Polinnen, die gegen verschärfte Abtreibungsgesetze demonstrieren, von Argentinierinnen, die eine neuere und liberalere Abtreibungsgesetzgebung feiern und von Demonstrationen von Frauen weltweit, die sich lautstark für ihre Rechte einsetzen. Wir wollen uns dem Feminismus von einer anderen Seite annähern, einer Seite, die in der westlichen Hemisphäre kaum Aufmerksamkeit erlangt hat. Wir stellen uns also in einem globalen Kontext die Frage: Gibt es überhaupt den einen Feminismus? 

Workshop 5 (Samstag): Wann ist ein Mann ein Mann? Die soziale Konstruktion westlicher Männlichkeit

  • Referentin: Laura Chlebos (Marie Jahoda Center for International Gender Studies (MaJaC) an der Ruhr-Universität Bochum) 

In dem Workshop setzen wir uns mit den eigenen Vorstellungen von Männlichkeit auseinander und überprüfen sie auf Stereotype und Vorurteile. Nach einer Einführung in die Theorie der sozialen Konstruktion westlicher Männlichkeit stellen wir uns die Frage nach Vorbildern pluraler Männlichkeitsbilder in globaler Perspektive.

„Wenn wir uns selbst oder anderen Menschen feste Vorstellungen aufzwingen, begrenzen wir unser Potenzial, uns als unser wahres Selbst wohlzufühlen (…).“ - JJ Bola  

Workshop 6 (Freitag): Diskriminierungssensibilität in der Bildungsarbeit

  • Referentin: Karina Lange (Freiberufliche Bildungsreferentin, Betzavta Trainerin, Feuerkünstlerin, Feuerpädagogin) 

Du planst einen Workshop oder eine Konferenz und alles soll selbstverständlich frei von Diskriminierung und Zugangsbarrieren sein. Doch wer kann schon an alles denken, vor allem wenn man selbst nur bedingt betroffen ist? Was kannst du beachten und was steht außerhalb des Planbaren? Wie gehst du mit Unvorhersehbarem um? Im Workshop werden durch ergebnisoffene Übungen Situationen geschaffen, in denen sich die Teilnehmenden mit sich widersprechenden Positionen, Einstellungen und Bedürfnissen konfrontiert sehen und zur Handlung angeregt werden. 

Workshop 7 (Samstag): Diskussion zu Gender als Marketing-Instrument: Wirkung oder heiße Luft? - Beispiele aus der Kaffee- und Textilproduktion

  • Moderation: Michaela Reithinger (Fairtrade Deutschland)
  • Referent*innen: Isa Bobek (Angelique's Finest), Rapha Breyer (Fairtrade Deutschland, online), Ines Holthaus (FEMNET)

Geschlechtergerechtigkeit und ökonomisches und soziales Empowerment für Männer und Frauen stehen im Fokus von Fairtrade. Das umfasst z. B. Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung ebenso wie zu Finanzen und anderen Ressourcen. Genderkomitees in Produzentenkooperativen sichern Frauen unmittelbare Beteiligung und echte Mitsprache in ihren Organisationen zu. Außerdem unterstützt Fairtrade reine Frauenkooperativen und führt besondere Programme zu Gendergerechtigkeit und Empowerment durch. Zur Förderung der gleichberechtigten Teilhabe im Fairtrade System haben die drei Produzentennetzwerke Trainings etabliert, die es Frauen ermöglichen, sich weiterzubilden und besser zu vernetzen. Die Women's School of Leadership richten sich dabei ausdrücklich nicht nur an Frauen, sondern beziehen auch Männer mit ein, um diese zu sensibilisieren und einen ganzheitlichen Wandel zu erwirken. Projekte und Ansätze von Fairtrade-Lizenzpartnern legen zunehmend einen Schwerpunkt auf das Thema Geschlechtergerechtigkeit und Empowerment. Lizenzpartner erarbeiten Genderleitlinien oder nutzen das Thema Gender/ Genderempowerment als Marketing-Instrument. Es kommen zunehmend Produkte auf den Markt, die damit werben, von Frauen produziert worden zu sein bzw. Frauen besonders zu fördern - oder aber Produkte mit einfachen feministischen Botschaften.
In dieser Veranstaltung sollen anhand von Beispielen aus der Kaffee- und Textilproduktion folgende Fragen diskutiert werden: Das Thema Gender bzw. Gender-Empowerment und Geschlechtergerechtigkeit gewinnt an Bedeutung. Erzielt man tatsächlich damit eine Wirkung im Ursprung? Was braucht es, damit Wirkung erreicht wird? Und: Was motiviert Unternehmen dazu, die "Gender-Karte" zu ziehen bzw. den Fokus auf das Thema Gender zu legen? Welche Zielgruppe sprechen sie an?

Workshop 8 (Samstag): Nachhaltige Medizinische Versorgung für Frauen am Beispiel einer Poliklinik in Kabul

  • Referent*innen: Dr. Yahya Wardak und Nurgis Mommand Hassanzai, Afghanic e.V.

Nach Abzug der internationalen Truppen steht die medizinische Versorgung in Afghanistan vor großen Herausforderungen. Der Bedarf ist immens, kann aber kaum gedeckt werden. Das Gesundheitswesen in Afghanistan hing am Tropf der internationalen Gemeinschaft. Sehr viele Projekte und Hilfskooperationen mit Afghanistan wurden nach der Machtübernahme durch die Taliban eingestellt. 

Trotzdem arbeitet das medizinische Personal der Dewanbegi Klinik am Rande von Kabul weiterhin. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kamen und kommen täglich zur Arbeit, ohne Unterbrechung. Im Jahr 2021 hat die interdisziplinäre Tagesklinik über 26.000 Patientinnen und Patienten medizinisch versorgt. Im Workshop sprechen wir über die Gesundheitsversorgung von Frauen in Afghanistan sowie die Dewanbegi Klinik und wollen gemeinsam diskutieren, wie wir die Situation aus Deutschland heraus verbessern können.

Workshop 9 (Freitag): Ukraine-Krieg: Nicht nur Mütter und Soldaten


Referentinnen:

  • Dr. Monika Rosenbaum, Soziologin, Slawistin, u.a. von 2016-18 in der EZ in Kyiv und der Ostukraine tätig
  • Mariya Sharko, Fachstelle Weltkirche und globale Verantwortung im Bistum Münster

Der Krieg in der Ukraine zeigt ein gegendertes Gesicht: vor allem Männer, die kämpfen, und Frauen, die entweder mit ihren Kindern fliehen oder Tarnnetze knüpfen. Im Workshop konzentrieren wir uns auf die Rolle der ukrainischen Frauen seit 2014 - bei den bewaffneten Freiwilligen, in den Streitkräften, aber auch im "Peacebuilding". Vor diesem Hintergrund sprechen wir auch über die Bilder in den Medien. Es bleibt auch Gelegenheit, über die aktuellen Entwicklungen und eigene Handlungsoptionen zu sprechen.

Eine Welt Netz NRW @ 2022
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