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Nachhaltigkeitsziele trotzdem erreichen

Es wird sehr viel Geld nötig sein, um die drohenden Rückschritte auszugleichen

Photo by Tucker Tangeman on Unsplash

Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen Das sechste der Welt-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen betrifft Wasser: Der Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen ist ein Menschenrecht und zusammen mit der Ressource Wasser ein entscheidender Faktor für alle Aspekte der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung.

Die Herausforderungen für Entwicklungszusammenarbeit steigen, doch das finanzielle Engagement Deutschlands sinkt. Dies beklagen entwicklungspolitische Organisationen und fordern mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit. Angesichts der COVID-19-Pandemie ist zu befürchten, dass viele Länder des Globalen Südens auf ihrem Weg zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele weit zurückgeworfen werden. Gerade in dieser Zeit ist es daher wichtig, dass Deutschland seiner Verantwortung für die internationale Solidarität nachkommt. Vor 50 Jahren haben sich die Vereinten Nationen (UN) und damit auch Deutschland das Ziel gesetzt, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen. Diesem Ziel hat sich die Bundesregierung auch im geltenden Koalitionsvertrag verpflichtet. Stattdessen sinkt der Anteil der für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellten Mittel im dritten Jahr in Folge. Dies zeigen die Mitte April 2020 veröffentlichten Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

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Sie dokumentieren, dass die deutsche ODA-Quote, also der Anteil des Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungszusammenarbeit, im Jahr 2019 auf 0,6 Prozent gesunken ist (0,61 Prozent für 2018). „Es ist ein Skandal, dass das finanzielle Engagement Deutschlands sinkt, während die Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit steigen“, kritisiert Dr. Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO). „Damit die UN-Nachhaltigkeitsziele sowie die Klimaziele erreicht und die weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemie überwunden werden können, muss Deutschland nominal und prozentual einen höheren Beitrag leisten.“

Digitale Kampagne für die Agenda 2030

Dr. Kambiz Ghawami : „Mitmachen für SDG in allen Sprachen und Dialekten“

Photo: Macau Photo Agency on Unsplash

Die weltweite Coronakrise zeigt die Dringlichkeit der UN-Agenda 2030 und ihrer 17 Nachhaltigkeitsziele. So sieht Ziel 3 internationale Maßnahmen für „Gesundheit und Wohlergehen“ vor, Ziel 6 „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“. Dabei setzt die Agenda 2030 auf gemeinsame Anstrengungen weltweit. Kein Mensch soll zurückbleiben – „leave no one behind“, lautet die Leitidee. Eine neue digitale Kampagne macht darauf aufmerksam. Während einzelne Nationalstaaten ihre Grenzen schließen und versuchen, das Bestmögliche für die eigene Bevölkerung herauszuholen, setzt die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals – SDG) auf die Idee weltweiter Solidarität und gemeinsame Anstrengungen, um ein menschenwürdiges Leben für alle Menschen zu erreichen.

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Neben Ziel 3 (Gesundheitsversorgung) und Ziel 6 (Sauberes Wasser) sind insbesondere Ziel 1 (Armutsbekämpfung), Ziel 2 (Kein Hunger) und Ziel 10 (Weniger Ungleichheiten) von enormer Bedeutung, um die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wirkungsvoll und langfristig zu bekämpfen. Die zentrale Idee der Agenda, die von den Vereinten Nationen im September 2015 in New York verabschiedet wurde, lautet „leave no one behind“. 

„An diese Leitidee knüpfen wir an“ so Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service (WUS). „Mit der bundesweiten digitalen Kampagne ‚Alle bleiben zu Hause, keiner bleibt zurück‘ spannen wir ein internationales Netz regionaler Dialekte und Sprachen aus aller Welt, um zu zeigen, dass Solidarität keine Grenzen kennt und die SDGs die Antwort gegen Isolationismus und Protektionismus sind“, so Ghawami abschließend.

Alle sind herzlich zur Mitwirkung eingeladen!

Link zur Kampagnen-Website

Sustainable Development Goals

Drei Mega-Displays zu Fairem Handel, Fleischkonsum und zu Geld

Eine Besucherin betrachtet die Ausstellungs-Displays

Foto: M.Belle

Drei Displays in Übergröße stellen jeweils ein Motiv einer Großplakat-Kampagne aus den letzten Jahren in Bezug zu den Welt-Entwicklungszielen der Vereinten Nationen.

Mit drei Displays in Übergröße (149 x 230 cm) verbinden wir exemplarisch drei entwicklungspolitische Themen mit mehreren Welt-Entwicklungszielen der Vereinten Nationen.

Fairer Handel:
Seit Generationen engagieren sich Menschen für Gerechtigkeit im Welthandel. 1,62 Milliarden Euro Fairtrade-Umsatz in Deutschland (2018) sind ihre Leistung. In globalen Lieferketten sind verbindliche Standards für Menschenrechte und Naturschutz nötig. Freier Handel muss mehr Wertschöpfung in armen Ländern ermöglichen. Ein gerechterer Welthandel kann viele Beiträge zu den Welt-Entwicklungszielen (SDG) der Vereinten Nationen leisten.

Fortsetzung

Fleisch: Frauen essen in Deutschland nur halb so viel Fleisch wie Männer. Das ist klug, denn viel Fleisch führt zu Problemen mit Gülle, Antibiotika, Klimaschäden, Abholzung oder Landraub. Gegen den Welthunger hilft Getreide besser als Fleisch. In Deutschland sinkt der Fleischkonsum. Weniger Fleisch – auch so lässt sich ein Beitrag zu den Welt-Entwicklungszielen (SDG) der Vereinten Nationen leisten.

Geld: 6.000 Milliarden Euro umfasst das Geldvermögen der deutschen Privathaushalte. Geld ist ein gutes Feld fürs Engagement: Die Divestment-Bewegung will z.B. fossilen Industrien den Geldhahn zudrehen. Bei Oikocredit legen 57.000 Menschen ihr Geld zugunsten von Entwicklungsprojekten an. Eigentum verpflichtet, sagt unser Grundgesetz. Auch mit dem eigenen Geld lässt sich etwas beitragen zu den Welt-Entwicklungszielen (SDG) der Vereinten Nationen.

Download der drei Display-Motive als pdf

Mehr Infos bei:

Manfred.Belle@remove-this.eine-welt-netz-nrw.de

Tel. 02 51 - 28 46 69 -12

Bildergalerie

Die 2030 Agenda

Im September 2015 wurde auf einem Sondergipfel der Vereinten Nationen die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung mit den sogenannten Sustainable Development Goals (Globale Entwicklungsziele, SDG) verabschiedet. Die 2030-Agenda, auf die sich die Staaten in internationalen, zwischenstaatlichen Verhandlungen geeinigt haben, wird das zentrale Rahmenwerk für die internationale Zusammenarbeit bis 2030 sein. Im Kern soll sie Armutsüberwindung mit dem Schutz der Umwelt verknüpfen.  “Universell“ ist das Schlagwort der Schlusserklärung des Sondergipfels.

Was war das Neue an den SDG?

Dies  ist eine der wesentlichsten Neuerungen: Die neuen Ziele gelten für alle Länder. Konsumverhalten und Lebensstil sollen künftig so gestaltet werden, dass alle Menschen in Sicherheit und Würde leben können. Dieses Ziel muss innerhalb der planetarischen Grenzen erreicht werden. Besonders dies ist vor allem eine Aufgabe für Industrie- und Schwellenländer.

Deutschland ist nun auch Entwicklungsland –  wie im Slogan vom „Entwicklungsland D“, der vom Eine Welt Netz NRW bereits seit den 90er Jahren geprägt wurde.  So betrifft besonders der Schutz globaler Umweltgüter alle Länder, aber auch speziell Deutschland, ebenso wie die Veränderung hin zu nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern. Aber auch das Ziel, Ungerechtigkeit innerhalb und zwischen Ländern zu reduzieren, erfordert einen Beitrag der deutschen Politik.

Neben einer adäquaten finanziellen Unterfütterung der Ziele, ist es vor allem der politische Wille der einzelnen Nationen, die sich zu den Zielen bekannt haben, der entscheidend für Erfolg oder Misserfolg der 2030-Agenda sein wird. Es wird sich zeigen, ob die Industrie- und Schwellenländer in der Lage sind, ihre Politikfelder, auch Handels- Wirtschafts- und Finanzpolitik, auf die Ziele der Agenda und damit auf nachhaltige Entwicklung auszurichten.

Das Eine Welt Netz NRW sieht seine Projekte und Programme als Beiträge zur Umsetzung der 2030-Agenda. Wir wollen darauf hinwirken, dass diese Chance zur Transformation hin zu einer gerechten und nachhaltigen Welt genutzt wird.

Link zu den Vereinten Nationen mit dem Download der SDG-Symbole.

Link zu einem kurzen Erklärfilm zu den SDG von Brot für die Welt.

Informationen zur 2030 Agenda

Download: Die vollständige Agenda 2030, Dokument der Vereinten Nationen, 2015

Link: Der SDG-Atlas der Weltbank

Download: Die Sustainable Development Goals, Hrsg.: Brot für die Welt, Berlin 2016

Download: Die 2030-Agenda, Hrsg.: terre des hommes u.a., Bonn 2017

Link: Vereinte Nationen, Division for Sustainable Development (UN-DESA)

Link: Online Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zu den Vereinten Nationen

Link: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Link: Verband Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe (VENRO)

Link: Informationsportal 2030 Agenda des Global Policy Forum

Link:  SDG Lernplattform des Welthaus Bielefeld

Link: Studien des Südwind Instituts u.a. zur Rolle des Privatsektors bei der 2030 Agenda

Link: Wo steht Deine Kommune auf dem Weg zur Nachhaltigkeit?

Eine Welt Netz NRW @ 2020
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