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Südafrika: Masken Made by Mama

Kreative Hilfsaktionen durch die ILISO CARE SOCIETY in Cape Town

Photo: ILISO Südafrika

Die Gründerin der ILISO CARE SOCIETY, Vivian Zilo alias MAMA VIVIAN

Anfang April 2020 berichtete das WDR Fernsehen über selbst genähte Schutzmasken für Mund und Nase. Unsere Kolleg*innen von ILISO CARE SOCIETY in Cape Town nutzen diese nun fleißig und verarbeiten die traditionellen  südafrikanischen Ishweshwe Stoffe, mit denen Sie sonst Postkarten und sonstiges Kunsthandwerk gestalten, um Masken für die Menschen in Khayelitsha zu nähen. ILISO CARE SOCIETY wurde gegründet von Vivian Zilo – MAMA VIVIAN, wie sie von allen genannt wird. Sie und ihr Team haben in den letzten Jahren mit ihrem unerschöpflichen Engagement mitten in Khayelitsha ein Zentrum der Hoffnung aufgebaut. Eine Näherei, ein Gemüsegarten, eine Suppenküche, ein Kindergarten und eine Bücherei gehören dazu. Seit 2018 arbeitet ILISO CARE SOCIETY eng mit dem Südafrika Forum NRW zusammen.

Download Rundbrief des Südafrika Forums NRW vom April 2020 (pdf)

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MAMA VIVIAN: “We started the food relief response to COVID-19. We fed 100 people today that was great especially in this cold winter today in Cape Town. The menu was Spaghetti with vegetables; lucky  star fish, and spicies.”

Kontakt:
Vera Dwors
Fachstelle Südafrika / Südafrika Forum NRW
Tel. 02 31 – 54 09 71

vera.dwors@remove-this.moewe-westfalen.de

Link zum Projekt ILISO

Uganda: Kolping-Hotels geschlossen

Brief des Managing Directors der Uganda Kolping Society

Foto: Kolping International

Auch in Uganda halten die meisten Menschen sich so gut wie möglich an die Hygiene-Empfehlungen

Das Eine Welt Netz NRW war im Herbst 2017 zu Gast bei der Uganda Kolping Society und hat dort viele wichtige Projekte besucht. Wie geht es unseren Partnern im Kolpingwerk Uganda angesichts der Corona-Pandemie? Auszüge aus einem Brief von Fred Wakisam, dem Managing Director der Uganda Kolping Society: „Liebe Freunde, als das Jahr 2020 begann, wurde bei uns mit viel Tatendrang geplant. Da wusste noch niemand von uns, dass die Welt einmal in einen Lock-down geraten würde. Niemand konnte sich leere Straßen in den Städten und Arbeitsplätze in den eigenen vier Wänden vorstellen oder dass wir alle länger als die übliche Zeit zu Hause bleiben würden. Dass wir auf das Hände schütteln verzichten und keine Gelegenheiten haben würden, gute Erinnerungen mit einem unmittelbaren Nachbarn zu teilen, wie es heute der Fall ist! Die Pandemie COVID 19 hat viele soziale Aktivitäten in den Gemeinden verändert."

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"Niemandem ist es erlaubt, einander näher zu kommen, auch nicht den eigenen Leuten, wenn sie sich nicht kürzlich denselben Wohnraum geteilt haben. Soziale Distanz wird propagiert und gefordert, um die Menschen zu schützen. COVID 19 Patienten werden nur durch Ärzte betreut. Eine Pflege durch die Familienangehörigen gibt es nicht. Für uns ist das seltsam und beunruhigend.“

Link zum Bericht des Kolpingwerks Münster

Link zum Kolping-Corona-Fonds

Kamerun: „Irgendwie da durchkommen“

Mobilfunkanbieter lassen Menschen gratis per Smartphone zahlen

Photo by Derick Anies on Unsplash

Generell trifft die Coronakrise in Kamerun viele Gewerbe hart, berichtet Ina Gankam Tambo: "Der in meiner Nachbarschaft gelegene Schneidereibetrieb Orty hat zum Beispiel seit Wochen geschlossen. Wie Hortense, die Inhaberin der Schneiderei, diese Krise wirtschaftlich überstehen kann, ist mir ein Rätsel, denn ohne Kunden und Aufträge bleibt selbstverständlich auch ihr Einkommen aus." Die Gastronomie trifft es ebenso wie in anderen Ländern hart. Restaurants und Bars verlieren auch in Kamerun ihren Umsatz und Gewinn. "Ein mir bekannter Restaurantbesitzer teilte mir mit, dass er leider sieben seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aufgrund der finanziellen Notlage entlassen musste." Einen Europäischen Rettungsschirm, mit dem man sich anhand von zinslosen Darlehen für eine Weile über Wasser halten kann, gibt es in Kamerun leider nicht.

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Selbständige müssen somit um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen und irgendwie versuchen, durch diese Krise zu kommen. Nach wie vor ist der Einzelhandel geöffnet und bietet die übliche Warenpalette zuverlässig an. Große Supermarktketten handhaben die Hygienemaßnahmen so wie viele Geschäfte in Deutschland und bitten die Kunden höflich, sich vor Betreten der Geschäftsräume die Hände zu desinfizieren und die Ladenfläche nicht in zu hoher Zahl auf einmal zu frequentieren. Die kamerunischen Mobilfunkanbieter ermahnen tagtäglich mit Massen-SMS die Bevölkerung die Hygienevorschriften der WHO einzuhalten sowie zu Hause zu bleiben, oder weisen auf das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei Betreten von Banken oder den Filialen eben dieser Anbieter hin und werben derzeit mit gratis-Optionen zur Abwicklung von mobilen Geldtransfers um Barzahlungen zu vermeiden.

Bericht von Ina Gankam Tambo, vermittelt durch Markus Heißler, Eine Welt Promotor in Herne

Spanien: Corona auf den Plantagen

Afrikanische Landarbeiter*innen fordern Schutz und Rechte

Foto: ASNUCI

Lager von migrantischen Landerarbeiter*innen in Andalusien

Die Corona-Krise hat eine neue Debatte um systemrelevante Berufe und soziale Anerkennung angestoßen. Wenn wir in Deutschland einen Blick in die Obstregale unserer Supermärkte werfen, stellen wir fest, dass ein großer Teil der Früchte aus der andalusischen Provinz Huelva im Südwesten Spaniens stammt. Die Plantagen rund um die urbanen Zentren Lepe oder Palos de la Frontera, bilden eine unsichtbare Schnittstelle aus restriktivem Grenzregime und industrieller Landwirtschaft.  Dort sind es vor allem migrantische Arbeitskräfte, die häufig unter prekären Arbeits- und Lebensbedingungen das System am Laufen halten. Unter ihnen sind viele Menschen ohne Papiere oder mit strikten Aufenthaltsbeschränkungen. Ökonomische Abhängigkeiten und Angst zwingen viele Arbeiter*innen in ausbeuterische Produktionenverhältnisse, in denen sie als Tagelöhner*innen weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn verdienen.

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Seit dem Ausbruch der Pandemie verweigern die Agrarunternehmen ihren Arbeiter*innen Schutzkleidung und verschweigen Infektionsfälle unter der Belegschaft. Auch der Weg zur überlebenswichtigen Arbeit ist, im Kontext des hochgradig militarisierten Ausnahmezustands in Spanien, für viele Menschen mit Angst vor polizeilichen Kontrollen verbunden.  Zudem werden mehrere tausend Arbeiter*innen in der Provinz seit über 20 Jahren systematisch von würdigem Wohnraum ausgeschlossen und leben in den sogenannten Chabola-Siedlungen. Dort sind sie ohne Zugang zu Wasser, Strom und sanitären Anlagen der Pandemie ausgesetzt. Der Ausbruch von COVID-19 verschärft die Vulnerabilität und soziale Exklusion, bietet aber auch Perspektiven für die Sichtbarmachung sozialer Missstände und für soziale Kämpfe. Unter dem Hashtag #RegularizaciónYa und #PapersForAll rufen gerade hunderte von migrantischen Selbstorganisationen und solidarischen Netzwerken die Regierung zu einer flächendeckenden Legalisierung von clandestinos auf. Die Botschaft lautet: gleiche Rechte für Alle- sofort, bedingungslos und auf Dauer. In der Stellungnahme heißt es: „Lasst uns angesichts des Virus, der keine Grenzen kennt, die Politik niederreißen, die uns entrechtet, die uns rassifiziert und uns unsichtbar macht. Lasst uns eine Gesellschaft aufbauen, die das Leben in den Mittelpunkt stellt, eine Alternative schaffen, die Kapitalismus, Ausbeutung und strukturelle Gewalt beendet (…) Wir stoppen dieses Virus gemeinsam, indem wir das Leben aller in den Mittelpunkt stellen.“

Beitrag aus Cádiz von Marian Henn, Referent unseres Programms „Bildung trifft Entwicklung“: Er absolviert zur Zeit einen Master-Studiengang mit den Schwerpunkten Friedensförderung und Menschenrechtsbildung. In Andalusien engagiert er sich in der antirassistischen Bewegung und beobachtet dort das Zusammenwirken von Grenz- und Arbeitskraftregimen während der Corona-Pandemie.

Link zur Organisation  ASNUCI, die den Aufbau einer selbstverwalteten Herberge für wohnungslose Saisonarbeiter*innen in Lepe plant (spanisch)

Link zur Legalisierungs-Kampagne (spanisch)

Link zu einem Interview mit Aktivist*innen aus der Region bei „United We Talk“ (ab Minute 30.32)

Tansania: Angst vor Heuschrecken

Corona-Informationen vom Freundeskreis Bagamoyo e.V. aus Beckum

Photo by Bradley Feller on Unsplash

Bis Juni 2020 könnte die Zahl der Heuschrecken in Tansania bedrohlich steigen, melden die Engagierten vom Freundeskreis Bagamoyo. Schon seit Monaten wird in Ostafrika gegen eine Heuschreckenplage biblischen Ausmaßes gekämpft. Doch wegen der Corona-Krise kommen kaum noch Flugzeuge oder ausreichend Pestizide in den betroffenen Gebieten an. Die strengen Ausgangsbeschränkungen in Ländern wie Kenia oder Uganda kommen noch hinzu. Bislang ist Tansania im Gegensatz zu den nördlichen Nachbarländern noch glimpflich davongekommen. Ausläufer der Heuschreckenschwärme wurden bislang nur in den nördlichen Grenzgebieten der Kilimandscharo Region beobachtet. Anfang Mai soll jedoch die Folgegeneration schlüpfen. Und damit könnten die Schwärme erneut auch in Richtung Tansania ziehen.

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Im Rundbrief des Freundeskreises Bagamoyo berichten unter anderem Regine Buschmann, Beauftragte für Mission und Ökumene in Bethel bei Bielefeld, über die eher unglückliche Rolle der Kirchen Tansanias in der Corona-Krise, und Andreas Quasten, Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Daressalam, über den Umgang mit Corona in Tansanias Hauptstadt: „Ohnehin ist der gesellschaftliche Blick auf das Virus fatalistischer als in den Ländern des globalen Nordens. Das mag in einem Land, in dem laut WHO jährlich nach wie vor schätzungsweise rund 20.000 Menschen allein an Malaria sterben, kaum verwundern. Überdies ist die Bevölkerung außerordentlich jung – die Hälfte ist unter 18 – was wesentlich in die Risikobewertung durch die Regierung und deren Abwägung weiterer Maßnahmen einfließt.“

Link zur Nachrichten-Seite des Freundeskreis Bagamoyo

Download der Tansania-News 03/2020 des Freundeskreis Bagamoyo (pdf)

Südafrika: Polizeigewalt und Hilfsbereitschaft

In Kapstadts Townships kann der Lockdown nicht funktionieren

Foto: ILISO Help Desk

Spontane Nachbarschaftshilfe in den Townships von Kapstadt

Auch in Südafrika wurden Schulen und Geschäfte geschlossen, Mindestabstände angeordnet, viele Menschen gehen nicht mehr zur Arbeit. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Bevölkerung, besonders auf diejenigen in den Townships, wie beispielsweise Masiphumelele (Masi) in Kapstadt. Dazu gibt es auf der südafrikanischen Medien-Plattform Daily Maverick lesenswerte Beiträge: Der Journalist Jacques Marais berichtet seine persönlichen Eindrücke:. Isolation und Distanz sind in Masi nicht möglich – zu viele Menschen auf zu engem Raum, Menschen werden arbeitslos, Bargeld wird knapp, Hunger und Armut nehmen zu. Marais beobachtet einen Polizei-Konvoy, der nach Masi kommt: unberechenbare Aggressivität, Gewalt und Drohungen – auch gegen den Journalisten selbst. Die Menschen können sich nicht retten. Zu diesen Zeiten sind die Unterschiede zwischen arm und reich in Südafrika noch deutlicher.

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Lutz van Dijk, Autor, Historiker, Menschenrechtsaktivist und ehemaliger langjähriger Freiwilliger und Mitbegründer des Hoksia Children’s Home in Masi hat auf Marais‘ Artikel reagiert: Anstatt lediglich Vorwürfe zu machen, die schlimme Situation zu beschreiben und das System Südafrikas zu kritisieren, ist es seiner Meinung nach viel notwendiger Vorschläge und Unterstützung zur Verbesserung der Lage anzubieten: Versorgung mit Nahrungsmitteln für die Bedürftigen über NGOs etc. oder eine Gesundheitsversorgung für alle, die auf öffentliche Krankenhäuser angewiesen sind. Er selbst und einige andere sind aus dem Ruhestand zurückgekommen, um das Kinderheim zu unterstützen, wo die Kinder jetzt viel Betreuung brauchen. Er berichtet von viel Nächstenliebe und Nachbarschaftshilfe. Auch Mark Gevisser, Autor, Journalist und momentan freiwilliger Fahrer für die NGO Living Hope, die Medikamente und Pfleger*innen in die Townships bringt, war in Masi unterwegs. Dort sei mindestens genauso viel los, wie ohne Lockdown: Keine Mindestabstände, sondern viele Menschen verteilt auf wenig Raum, Menschenansammlungen zum Beispiel vor der Klinik, weil dort nur zwei Personen gleichzeitig rein dürfen, kein Eingreifen der Polizei in solchen Situationen. Die Widersprüchlichkeiten und Unterschiede des Landes sind deutlich sichtbar, die (finanziellen) Sorgen und Ängste der Menschen groß.
Übersetzung: Lea Mürdter

Link zum Artikel von Jacques Marais

Link zum Artikel von Lutz van Dijk

Link zum Artikel von Mark Gevisser


Mauritius: Bleiben junge Leute daheim?

Mehr Unterstützung für Arbeitende im informellen Sektor gefordert

Photo by Julia Joppien on Unsplash

Auch Mauritius wird vom Corona-Virus nicht verschont: Am 2. April 2020 waren es 154 bestätigte und sieben Todesfälle. Am 23. März 2020 wurde eine Ausgangssperre verhängt. Trotzdem ist die Angst vor Ansteckung und Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung groß. Die Auswirkungen auf wirtschaftliches und soziales Leben sind schon jetzt zu spüren. Schulen und Universitäten wurden im März geschlossen. „Während die Erwachsenen verständnisvoll reagieren, ihnen das Risiko bewusst ist und sie die Maßnahmen befolgen, ist fraglich, ob gleiches Verständnis und Rücksichtnahme auch von Kindern und jungen Leuten erwartet werden kann.“, gibt das Sekretariat der Halley Movement Foundation zu bedenken. Eine Helpline soll aushelfen und der jüngeren Bevölkerung Unterstützung anbieten.

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Die Halley Movement Foundation orientiert sich an den Vorgaben der ILO, achtet also auf physische Distanzierung, fordert Tests und weitere Behandlungsmaßnahmen, Schutz von Arbeitsplätzen und Lohnfortzahlungen sowie Unterstützung für Klinik- und Pflegepersonal und Solidarität gegenüber den Arbeitenden und anderen Risikogruppen. Zwar werden Arbeit und Maßnahmen der Regierung geschätzt, doch die Halley Movement Foundation wünscht „mehr Unterstützung für die Gemeinden und die Arbeitenden im informellen Sektor um die Pandemie zu bekämpfen und wirtschaftliches und soziales Wohlbefinden der Bevölkerung zu gewährleisten.“

Übersetzung: Lea Mürdter

Sambia: HomeOffice in Lusaka

Dennis Nyati: Wer hilft jetzt den Straßenverkäufern und Bedürftigen?

Photo by Jäger on Unsplash

Wo der Sambesi River aus Sambia kommend an der Grenze zu Simbabwe in die Victoria Falls strömt, ist normalerweise viel Betrieb.

39 bestätigte Fälle und ein Todesfall gab es bis zum 1. April in Sambia. Auch hier verbreitet sich das Corona-Virus langsam - bisher vor allem in der Hauptstadt Lusaka und der Provinz Copperbelt. Die Regierung ergreift einige Maßnahmen, wie beispielsweise 14 Tage Quarantäne für Menschen, die aus dem Ausland zurückkommen, Schließung von Schulen, Reisebeschränkungen bis zu Einreiseverboten für Nicht-Staatsbürger*innen, Verbot von Versammlungen und Straßenverkauf oder Anordnung von Homeoffice sofern möglich. Personen mit Symptomen sollen dem Gesundheitsamt Bescheid geben, Verdachts- und bestätigte Fälle werden in staatlichen Gesundheitszentren isoliert behandelt. Dennis Nyati hat als nationaler Koordinator von GCAP Zambia konkrete Forderungen an die Regierung: „Die Menschen und deren Wohlbefinden müssen besonders in diesen Zeiten an erster Stelle jeder Entscheidung stehen.“

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Vor allem die Bedürftigen müssen nun unterstützt werden, „ihre Straßenstände wurden verboten, ohne Alternativen anzubieten.“ Daher ruft GCAP die Regierung auf, Maßnahmen einzuführen, um sie zu unterstützen. Der Privatsektor wird um Spenden an das Gesundheitsamt gebeten und die Zivilgesellschaft möchte sich bitte an die Regeln des Ministeriums halten und bei der Verbreitung von Informationen zu Covid-19 helfen. Nur so und gemeinsam könne gegen die Pandemie gekämpft werden.

Übersetzung: Lea Mürdter

Botswana: abhängig von den Nachbarn

Marteen Weers: nach Corona soll mehr im eigenen Land produziert werden

Photo by Toro Tseleng in Gaborone/Botswana, on Unsplash

Straßenszene in Botswanas Hauptstadt Gaborone

Mittlerweile befindet sich auch Botswana in einem totalen Lockdown. Die Bevölkerung muss zuhause bleiben. Nur einmal alle drei Tage darf eingekauft werden. Polizei und Militär kontrollieren an Straßensperren und auf Patrouille die Wege und Besorgungen der Menschen. Mit dem Ausruf des Notstands erhielt der Präsident mehr Rechte, um gegen die Ausbreitung des Corona-Virus zu kämpfen. „Das Gesundheitssystem ist nicht gut ausgerüstet. Es gibt kaum Intensivbetten, Beatmungsgeräte und Tests. Besonders betroffen sind diejenigen in ländlichen Gegenden, alte, arme und vorerkrankte Menschen.“, berichtet Marteen Weers, Zentrumsleiter von Young Africa Botswana. Kleine und Mittelständische Unternehmen werden mit Fonds unterstützt, die Geschäfte werden trotz Grenzschließung weiter von Südafrika beliefert.

„Es gibt eine große Diskussion über die aktuellen Geschehnisse, die Verletzlichkeit und totale Abhängigkeit Botswanas von anderen Ländern“, berichtet Weers. Daher hat der Präsident angekündigt, nach der Corona-Krise die Wirtschaft des Landes zu erweitern und nationale Produktion voranzutreiben.

Übersetzung: Lea Mürdter

Malawi: Fake News sind ein Problem

Steven Duwa vom Rat der NGO lobt seine Regierung

Photo by ROBERT ALEXANDER WILSON on Unsplash

Der Vorsitzende des Rates für NGOs in Malawi (CONGOMA), Steven Duwa, äußerte sich am 26. März 2020 mit einer Pressemitteilung über die aktuelle Lage des Landes. Darin lobt er die Regierung, die den Notstand ausgerufen hat, denn „die Ausbreitung des Virus in Malawi würde zu einem Desaster werden, da Gesundheitssystem und Infrastruktur schwach sind und die Nation wirtschaftlich von Importen abhängt.“ Der Rat hält den nationalen Plan des Gesundheitsministeriums, in dem Koordination, Ressourcenmobilisierung, Trainings, Aufrüstung der Ausrüstung und nationale Sensibilisierung aufgegriffen werden, für realistisch und durchführbar. Auch andere Ministerien, Regierungsbezirke, Sicherheitskräfte und die Bevölkerung werden für ihre Kooperation gelobt.

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„Diese Solidarität ist, was nötig ist um Covid-19 zu bekämpfen.“ so Steven Duwa. Sorge bereiten dem Rat für NGOs finanzielle Engpässe, die Verbreitung von Fake News, Mangel an Testmöglichkeiten, Ausrüstung und menschlichen Ressourcen. „Es gibt immer noch Glaubensgemeinschaften und andere Menschen, die die Gefahr von Corona ignorieren und die Maßnahmen und Handlungsempfehlungen nicht einhalten. Diese Personen stellen eine Gefahr für die Gesellschaft dar und sollten auf das schärfste verurteilt werden.“, fordert Steven Duwa. Der Rat bittet Entwicklungspartner um schnelle Unterstützung, das Gesundheitsministerium um den Auf- und Ausbau von Testzentren, die Regierung um eine autonome Corona-Kommandozentrale, die Medien um fokussierte Berichterstattung und die Bevölkerung darum, ruhig aber wachsam zu bleiben.

Übersetzung: Lea Mürdter

Simbabwe: Gesundheitssystem aufbauen

Leonard Mandishara möchte die Krise für eine bessere Zukunft nutzen

Photo by Trust "Tru" Katsande on Unsplash

In einer gemeinsamen Stellungnahme des Nationalverbands für NGOs (NANGO) und dem AIDS Netzwerk werden die Sorgen über die Ausbreitung des Corona-Virus in Simbabwe deutlich. Besonders schlimme Auswirkungen hätte diese wohl auf die bereits bestehenden Herausforderungen im Gesundheitswesen des Landes: schlecht ausgebildetes Personal, Mangel an Medikamenten, Ausrüstung und Infrastruktur, andere Krankheiten wie Tuberkulose, HIV und Malaria. Daher rufen die Organisationen die Regierung und andere Stakeholder auf, einige Maßnahmen zu ergreifen. Darunter fallen Einreisebeschränkungen, Rückreisemöglichkeiten für Staatsbürger*innen im Ausland, flexiblere Arbeitsweisen, Sicherheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz und in der Quarantäne. Am 30. März wurde für Simbabwe der Lockdown beschlossen.

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Die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten bleibt gewährleistet. „NANGO steht hinter dem Entschluss der Regierung, dennoch hätten ein paar Abstimmungen mit NGOs und anderen Organisationen getroffen werden sollen, um die Versorgung von besonders Bedürftigen sicherstellen zu können“, kritisiert Leonard Mandishara, Geschäftsführer von NANGO, und stellt einige weitere Forderungen. Beispielsweise ein stärkeres Gesundheitswesen mit allgemeinem Zugang und Ausbau in den ländlichen Regionen und die Fokussierung der Kapazitäten und Ressourcen auf die Bekämpfung und Eindämmung des Virus.  Die aktuelle Lage soll also genutzt werden, damit „ein sicheres und stabiles Gesundheitswesen in Simbabwe aufgebaut wird und für die Zukunft bestehen bleiben kann.“

Übersetzung: Lea Mürdter

Senegal: „Ich bleibe zuhause und rette Leben“

Global Call Against Poverty: Kooperation afrikanischer Länder ist wichtig

Photo by Anton Lecock on Unsplash

Auch im Senegal wächst die Sorge um das Corona-Virus und seine Folgen. Die Regierung hat mit sozialen, politischen und anderen Akteuren eine Gemeinschaft unter dem Motto „Ich bleibe zuhause und rette Leben“ gegründet, die auf viel Zustimmung in der senegalesischen Bevölkerung stößt. Mittlerweile sind die Grenzen des Landes geschlossen, zwischen 20 und 6 Uhr herrscht Ausgangssperre, Versammlungen sind verboten, Schulen und Universitäten geschlossen. GCAP-Senegal lobt diese Entscheidung der Regierung und weiß den Einsatz des Pflege- und medizinischen Personals zu schätzen. Sorge besteht darin, dass diese Katastrophe Armut, Arbeitslosigkeit, Hunger und Unsicherheit vergrößert, sowie weitere negative soziale und wirtschaftliche Auswirkungen hat.

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Deshalb bittet GCAP-Senegal die Regierung, Entwicklungspartner, die internationale Gemeinschaft, den Privatsektor und die gesamte Bevölkerung um Zusammenarbeit und Hilfe. Um einer Hungersnot entgegenzuwirken, bittet GCAP die Regierung um kostenloses Essen, Wasser und Strom besonders für Bedürftige und eine weitestgehende Fortzahlung der Löhne. Darüber hinaus soll ein Notfallplan für infizierte Personen und Familien erstellt werden und mit anderen afrikanischen Nationen kooperiert werden. Die finanziellen Ressourcen sollen nun transparent verwaltet werden. Die Bevölkerung wird gebeten, zuhause zu bleiben um sich und andere zu schützen und die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. GCAP appelliert an Solidarität und Zusammenhalt, um das beste aus der Situation zu machen.

Übersetzung: Lea Mürdter

Berichte von Partnern aus dem Bündnis "Global Call Against Poverty"

Die Eine Welt Landesnetzwerke in Deutschland übernehmen die Aufgabe einer „National Coalition“ im weltweiten Bündnis „Global Call Against Poverty (GCAP)“, das sich für die Nachhaltigkeits-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen einsetzt. Ein Teil der hier veröffentlichten Länder-Stellungnahmen stammt von den Partnern dieses Bündnisses.

Link zur GCAP-Website mit den Original-Berichten (englisch)

 

 

Eine Welt Netz NRW @ 2020
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