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AllerWeltHaus Hagen

Porträt unseres Gründungsmitglieds. Von Claudia Eckhoff

Foto: AllerWeltHaus Hagen

Das Lernen in Sachen „Eine Welt“ muss gar nicht trocken sein. „WIR SIND FAIRRÜCKT!“ heißt die Devise. Im AllerWeltHaus geht es dabei mitunter ausgelassen und sehr lebhaft zu.

Viele Menschen in Hagen nicken, wenn sie nach dem AllerWeltHaus an der Potthofstraße gefragt werden. „Klar, das kenne ich natürlich. Da gibt es doch einen Weltladen und wohl auch ein Café, oder?“ Richtig! Wer das weiß, weiß schon recht viel, aber eben längst nicht alles. Schon allein der Name verrät manches: AllerWeltHaus! Ein Haus für Menschen aus aller Welt. Ein Ort, der im Kleinen das Große und Ganze der weiten Welt in seiner Vielfalt erlebbar und lebbar macht. Ein Haus, dessen eigenes Kultur- und Bildungsbüro mit seinem Programm den Horizont erweitert, die Augen öffnet, Fremdes und Entferntes näher heranholt, aber auch auf Missstände, Krisen und Not an entfernten Weltorten aufmerksam macht, zum Überdenken anregt und neue Alternativen bietet. Das offene Haus ist eine Heimat für die, die schon lange im Raum Hagen leben, genauso wie für die, die erst neu an die Volme gekommen sind und ihre Wurzeln irgendwo in der Ferne haben.

www.allerwelthaus.org

 

Das Allerwelthaus Hagen hat viele Kapitel:

Eine Welt im Laden

Tatsächlich ist der Weltladen, den das Gründerpaar Inge und Klaus Ehlers seit Jahrzehnten mit Hingabe betreut, die Keimzelle des gesamten Hauses. Rund dreißig ehrenamtliche Helferinnen und Helfer stehen tagtäglich abwechselnd an der Ladentheke und beraten die Kundschaft. Sie alle verkaufen mit Überzeugung nur fair gehandelte Waren aus aller Welt. Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao, Reis, Gewürze, Nüsse, Wein und viele andere Lebensmittel werden genauso wie Kunsthandwerkliches und Schreibwaren zu Preisen verkauft, die in den Ländern des globalen Südens den Menschen, die sie produzieren, einen gerechten Lohn sichern, von dem sie leben können.
Den Höhepunkt des Jahres bildet für das Weltladenteam der zehntägige Bazaar im Herbst, der mit enormem Kraftaufwand und großer Kreativität aufgebaut wird. Er hat viele Fans, die sich gern schon früh mit fair gehandelten Artikeln und Handwerkswaren aus Asien, Afrika und Südamerika für das Weihnachtsfest eindecken.

Eine Welt auf dem Teller

„Café Mundial“ – das bedeutet so viel wie „Welt-Café“. Im Innenraum und vor allem auf der Terrasse mitten in der Innenstadt am idyllischen Volmeufer lassen sich die Gäste Kaffee, Tee, Erfrischungen, Kuchen, Brötchen und besonders gern das warme Essen mit vielfach mediterran-orientalischer Note schmecken. Die Zutaten stammen bevorzugt aus der Region, dem fairen Handel, aus Bio-Produktion und sind saisonal. Nur eins gibt es hier grundsätzlich nicht: Fleisch. Die vegetarische und oft auch vegane Küche unter der Leitung von Svenja Maleschka bringt auf den Tellern das Beste aus aller Welt zusammen, aber auf eine Weise, die Ressourcen schützt, CO₂ spart, das Klima schont und gesund ist. Selbst die urwestfälische Kohlroulade wird zum Erlebnis, denn sie lässt sich orientalisch ganz neu interpretieren: Mit Quinoa gefüllt und mit Backpflaumen und Currysauce gehört sie zu den beliebten Kultgerichten, die man sonst einfach nirgendwo in Hagen bekommen kann. Zum Ambiente des Cafés gehören wechselnde Ausstellungen im Sechs-Wochen-Rhythmus, bei denen viermal jährlich die „Fotofreunde Hagen“ die Flächen nutzen, um ihre Werke zu zeigen. Weitere Künstler*innen präsentieren Gemälde, Collagen, Zeichnungen, Karikaturen, Portraits oder ebenfalls Fotos. So wird das Café zu einem wahren „Guckkasten“, der Bildern aus aller Welt und aus verschiedenen Kulturkreisen Raum gibt.

Eine Welt in Gruppen

Heimat ist das AllerWeltHaus auch für rund dreißig verschiedene Gruppen, die sich regelmäßig in ihrem jeweiligen Rhythmus treffen. Das gilt z.B. für „amnesty international“, „terre des hommes“, die „Hagener Friedensinitiative“, die „Uni 50plus“, den „Verkehrsclub Deutschland“, zwei Spielegruppen, die „Fotofreunde Hagen“, die „Guinea-Solidarität“, die „Deutsch-Französische Gesellschaft“, eine Gitarrengruppe, eine Yogagruppe und viele weitere. Auch junge Visionäre wie die Hagener „Hatopia“-Gruppe und „Fridays For Future“ gehören dazu. Alle diese Gruppen beschäftigen sich im engeren oder weiter gefassten Sinne ebenfalls auf ihre Art mit Weltthemen wie kulturelle Vielfalt, Kunst, nachhaltige Lebensführung, Menschenrechte, Umwelt- und Klimaschutz, Achtsamkeit, lebensfreundliche Mobilität, verantwortungsvollem Konsum und vielem mehr.

Festivals für Eine Welt

Wofür das AllerWeltHaus steht, kann man an mindestens zwei Tagen im Jahr gar nicht übersehen und auch nicht überhören, dann nämlich, wenn im Dr.-Ferdinand-David-Park direkt vor dem Haus ganz groß gefeiert wird. Das „Vielfalt tut gut“-Festival im Juni organisiert immer das hauseigene Kulturbüro-Team zusammen mit Kooperationspartner*innen wie dem Jugendring, der Diakonie Mark-Ruhr und dem Kommunalen Integrationszentrum. Es gibt Stände von vielen sozialen Gruppen und Migrationsvereinen. Bis zu 2000 Menschen mit und ohne Migrationshintergrund kommen dabei miteinander ins Gespräch, feiern, genießen die Live-Musik, tanzen, probieren die internationalen kulinarischen Genüsse und fühlen sich von der kulturellen Vielfalt bereichert, die das Leben in der Volmestadt ausmacht. Hier wird die „Eine Welt“ selbst zum Fest. Rund um den 20. September, dem internationalen Tag des Kindes, wimmelt der Park wieder nur so von Familien, Kindern und Gästen aller Art beim großen Weltkindertagsfest. Auf der Außenbühne gestalten dann den ganzen Nachmittag Kinder und Jugendliche selbst das Programm. Vielfältig, abwechslungsreich und erstaunlich professionell tanzen sie, machen Musik, zeigen Akrobatik oder Zirkusnummern. Außerdem warten zahlreiche Kreativ-, Mitmach-, Unterhaltungs- und Bewegungsstationen sowie eine große Tombola auf die Kinder. Das macht ungeheuer viel Spaß. Der Veranstalterkreis, zu dem neben dem AllerWeltHaus auch „terre des hommes“, der Kinderschutzbund, Unicef, das Theater Hagen, die Stadtbücherei, die Stadt Hagen, Schulen, Kitas, das Eppenhausener Stadtteilforum und viele andere gehören, verbindet mit dem bunten Fest auch immer eine ernsthafte Botschaft und liefert Informationen dazu. Schließlich geht es um die Kinder auf der gesamten „Einen Welt“ und um ihre Rechte.

Eine Welt im Veranstaltungsprogramm

Neben diesen unübersehbaren Großveranstaltungen, die nur durch die finanzielle Unterstützung der Bezirksvertretung Mitte, der Stadt Hagen und dank anderer Zuschüsse möglich sind, stellt das Kulturbüro-Team des AllerWeltHauses auch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm auf die Beine und veröffentlicht es im regelmäßig erscheinenden Welt-Programm-Flyer. Seine Kultur- und Musikveranstaltungen bilden eine Brücke zur Welt, ebenso wie die Vorträge, Workshops, Seminare, Koch- und Backaktionen, Filmvorführungen, Trommel- oder Tanzkurse, Filmabende, Lesungen oder Thementage. Sie haben auf vielfältige Weise die „Eine Welt“ zum Thema. Dabei geht es um interkulturelle Vielfalt genauso wie um Geschlechtergerechtigkeit, den Fairen Handel, Ressourcen-, Klima- und Umweltschutz, Recycling, Ernährung, Nachhaltigkeit, Energie, Plastikvermeidung, die Bedrohung der Weltmeere oder des Regenwaldes. Mal ist man gefordert, mal darf man sich dabei auch einfach zurücklehnen und genießen. Mindestens einmal darf man auch tanzen, nämlich bei der kultigen „Global Carneval Peace Party“, die zu Karneval im AllerWeltHaus Tradition ist. Auch solche Veranstaltungen werden sehr häufig mit diversen Kooperationspartner*innen durchgeführt, wie z.B. die zehnteilige Veranstaltungsreihe „Weltbilder“ im Zusammenspiel mit der VHS, bei der der Gedanke der „Einen Welt“ auf unterschiedlichste Weise zum Tragen kommt. Oft werden kleine Schritte mit großer Wirkung aufgezeigt, die zu einer nachhaltigen und gerechteren Welt beitragen. Das AllerWeltHaus beteiligt sich außerdem an der „Klarsichtkino“-Reihe, die einmal monatlich besonders wertvolle, gesellschaftspolitische Filme im Kino Babylon im Wehringhauser Kulturzentrum Pelmke zeigt. Im „Urlaubskorb“ der Stadt Hagen bietet es Veranstaltungen an, die auf verschiedene Art und Weise den Hagener*innen den Blick auf die „Eine Welt“ öffnen. Und während der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ informiert das AllerWeltHaus zu Fluchtursachen und wirbt für mehr Toleranz. Das Kultur- und Bildungsprogramm mit seinen Veranstaltungen für die Eine-Welt-Arbeit haben über Jahrzehnte hinweg Ulrich Korfluer und Claudia Pempelforth erfolgreich aufgebaut und ganz entscheidend geprägt. Sie haben für ihre Nachfolger*innen große Fußstampfen hinterlassen.

Eine Welt erlesen

Das jährlich stattfindende „LeseLust-Festival“ bringt Kindern die Welt der Bücher und des Lesens auf besonders lebhafte Weise näher. An den von den Schulen gebuchten Terminen füllt sich der Saal des AllerWeltHauses mit meist ziemlich aufgeregten, erwartungsvollen Jungen und Mädchen. Die Auswahl der Buchtitel bestimmt der Grundgedanke der „Einen Welt“. Lesungen wie z.B. „Justine und die Kinderrechte“, der Kinder-Krimi „Die Grünen Piraten. Plastikflut im Biebersee“, das Buch „Emmas SchokoLaden“, das einen kindgerechten, spannenden Einstieg in die Notwendigkeit des Fairen Handels gewährt, und auch die Experimentallesung „Mit Essen spielt man nicht“ des Journalisten Jo Hecker („Heckers Hexenküche“) ziehen die Kinder in den Bann. Experimentieren darf man damit auf alle Fälle, denn die Bühne wird thematisch stets passend dekoriert und es gibt Mitmachaktionen. Beim abschließenden Kurzbesuch im Weltladen ist das Probieren von fair gehandelter Schokolade der Höhepunkt.

Eine Welt rund ums Handy

Ein Renner ist die in Hagen im April 2020 gestartete NRW-weite Handy-Aktion, bei der Altgeräte gesammelt werden. Scharen von Menschen liefern ihre ausgedienten „Schätzchen“ ab. Auch diese Aktion, die von „Brot für die Welt“, der Telekom und anderen getragen wird, dient der „Einen Welt“. In Handys stecken in kleinsten Mengen viele wertvolle Rohstoffe und Edelmetalle, die auf der Südhalbkugel – oft sogar von Kindern – unter lebensgefährlichen Bedingungen abgebaut werden und um die mancherorts sogar Kriege geführt werden. In Deutschland nutzen 70 Millionen Menschen Handys. Jährlich kaufen sie 23 Millionen neue Geräte. Die alten schmoren oft in Schubladen oder werden sogar unsachgemäß über den Hausmüll entsorgt und belasten so schwer die Umwelt. Die „Handy-Aktion NRW“ recycelt die Altgeräte professionell. Die kostbaren Wertstoffe werden wiederverwendet. Noch brauchbare Geräte werden repariert und können in großen Regionen Afrikas, in denen es kein Festnetz gibt, den Menschen gute Kommunikations- und Service-Dienste leisten. Der Erlös der Sammelaktion kommt Menschenrechtsprojekten auf den Philippinen, in Südafrika und im Kongo zugute.

Aktiver Antrieb für die Eine Welt

Der Faire Handel ist ein Kernthema im AllerWeltHaus. Das bringt schon der Weltladen mit sich, der sich seit Jahrzehnten ganz dem Fairen Handel verschrieben hat. Aber es gibt zusätzlichen Antrieb durch die am AllerWeltHaus ansässige Eine-Welt-Promotoren-Stelle, die dem Eine-Welt-Netz NRW untersteht und durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie durch die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanziert wird. Stelleninhaberin ist die Autorin dieses Artikels, Claudia Eckhoff. Ihr Wirkungsbereich geht weit über Hagen hinaus und erstreckt sich vom Ennepe-Ruhr-Kreis über den Märkischen Kreis bis zum Hochsauerlandkreis. Im Rahmen der Eine-Welt-Promotorenstelle wird zum Beispiel an verschiedenen bundesweiten Aktionstagen, die unter der Regie von „Fairtrade Deutschland“ stehen, das Thema Fairer Handel konkret vor Ort aufgegriffen: Beim „Fairen Rosentag“ im Februar, während der „Fashion Revolution Week“ im April, am Tag des Fairen Handels im Mai, während der Fairen Woche im September oder am „Coffee Fair Day“ am 1. Oktober gibt es (Mitmach-)Aktionen, Infostände, Lesungen oder Vorträge und natürlich Pressearbeit, um eine möglichst breite Öffentlichkeit für globale Fairness in Handel und Konsum zu sensibilisieren. Beispielsweise geht es bundesweit um Unterstützung für die Initiative für ein Lieferkettengesetz, das deutsche Unternehmen bei ihren Tätigkeiten im Ausland stärker in die Verantwortung für Menschenrechte und Natur- und Umweltschutz nehmen will.

Hagen – Stadt des „Fairen Handels“

Dass die Stadt Hagen seit 2013 Fairtrade-Town ist, also eine „Stadt des Fairen Handels“, daran hat das AllerWeltHaus aktiv mitgewirkt. Rund 600 Städte und Kommunen in ganz Deutschland haben sich inzwischen für diesen Titel qualifiziert – allesamt sind sie dem Ziel verpflichtet, sich für mehr Fairness im Welthandel einsetzen. Die Geschicke einer Fairtrade Town leitet eine sogenannte Steuerungsgruppe, die möglichst breit die Zivilgesellschaft widerspiegeln sollte. Die Hagener Steuerungsgruppe besteht aus Personen aus den Bereichen Vereinswesen, Kirchenverwaltung, städtische Verwaltung, Verbraucherzentrale, Radio Hagen und Weltladen. Die Federführung liegt bei der Eine-Welt-Promotorin des AllerWeltHauses. Die Steuerungsgruppe führt Aktionen und Veranstaltungen zum Fairen Handel durch. Ihr Ziel ist es, den Fairen Handel in der Bevölkerung bekannter zu machen, mehr Unternehmen, Geschäfte und gastronomische Betriebe dafür zu begeistern und sie für eine Umsetzung zu gewinnen. Letztlich soll auch die Warenbeschaffung der öffentlichen Hand unter fairen Bedingungen erfolgen. Allein in Deutschland werden Schätzungen zufolge jährlich Dienstleistungen und Güter im Wert von mehreren hundert Milliarden Euro beschafft. Mit ihrer Marktmacht können öffentliche Stellen wie z.B. die Stadtverwaltung Hagen direkt dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern sowie die Lieferketten zu verbessern. Darüber hinaus organisiert die Eine-Welt-Promotorin des AllerWeltHauses die Regionaltreffen der Steuerungsgruppen der Fairtrade Towns aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Als Fachfrau ist sie zudem sowohl in Hagen als auch in Lüdenscheid Teil der jeweiligen Arbeitsgruppe, die den Weg der beiden Städte hin zu einer „Globalen nachhaltigen Kommune“ gestaltet. Zudem lädt sie mehrfach jährlich die Weltläden der Region nach Hagen ein, die sich ehrenamtlich für den Fairen Handel einsetzen. Hierzu werden auch Referent*innen eingeladen, sie selbst bereitet Beiträge vor und lässt vor allem viel Raum für den wichtigen Austausch der Aktiven, die begierig sind, voneinander zu lernen.

Netzwerk „Faire Metropole Ruhr“

Hagen liegt auf der Schwelle zwischen Sauerland und Ruhrgebiet. Die Volmestadt ist daher Teil des Netzwerks „Faire Metropole Ruhr“. Darin bündeln über zwanzig Kommunen und Kreise ihre Kräfte und arbeiten aktuell daran, eine Region mit rund 4,5 Millionen Einwohner*innen zu einer Metropole zu machen, in der der Faire Handel immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit wird. Eine erste entscheidende Tat vollbrachte das Netzwerk schon 2010, als es ihm gelang, alle zum Ruhgebiet gehörigen Bürgermeister*innen und Stadträte dazu zu bewegen, mit ihrer Unterschrift zu gewährleisten, dass sie bei der öffentlichen Warenbeschaffung die Rechte der Kinder weltweit schützen wollen und gegen Kinderarbeit eintreten werden. Das Netzwerk Faire Metropole Ruhr erarbeitet wegweisende Projekte wie den Ratgeber „Fair veranstalten“ oder den Einkaufsführer „Buy Good Stuff“, der quer durch das gesamte Ruhrgebiet den Weg zu fairen Textilien weist, und vieles mehr.

Lernen für die Eine Welt

Was für einen ökologischen Fußabdruck hinterlassen wir alle mit unserem täglichen Tun? Was ist „virtuelles Wasser“ und wie viel davon steckt in einer Tasse Kaffee oder in einem T-Shirt? Was versteht man unter einem „ökologischen Rucksack“ und was muss man tun, damit der eigene nicht zu schwer wird? Wieso stimmt es, dass Hühner in Deutschland Teile des Regenwaldes auffressen? Was ist die Agenda 2030? Wofür stehen die drei Buchstaben „SDG“. Was hat es mit den 17 Nachhaltigkeitszielen auf sich, auf die die Vereinten Nationen sich schon 2015 geeinigt haben, um nicht nur den heutigen Menschen, sondern auch nachfolgenden Generationen ein gutes Leben in einer intakten Umwelt zu sichern? – Das sind komplexe Fragestellungen, und man kann gar nicht früh genug damit anfangen, sich intensiv mit diesen alles entscheidenden Weltthemen auseinander zu setzen. „Globales Lernen“ sollte deshalb für alle Menschen auf dem täglichen Stundenplan stehen. Es beginnt vor der eigenen Haustür. Der Hagener Arbeitskreis „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, zu dem auch das AllerWeltHaus gehört, trifft sich regelmäßig, um hierfür ein Netzwerk aus außerschulischen Lernorten zu schaffen, auf das Lehrerinnen und Lehrer zurückgreifen können. Sie erarbeiten ein breites Angebot an Inhalten, Workshops, Aktionen und Vorträgen, mit denen das globale Lernen für die zukunftsfähige Eine Welt an Kinder und Jugendliche herangetragen werden kann. Nicht nur Städte können sich qualifizieren für den Titel einer „Fairtrade Town“. Es gibt einen ähnlichen Titel auch für Schulen (derzeit fünf Fairtrade-Schools in Hagen) und sogar für die ganz Kleinen in den Kindergärten (zurzeit erst zwei Faire Kitas in Hagen). Das Ganze ist niederschwellig angelegt und erfordert keine unzumutbaren Anstrengungen. Nähere Infos dazu gibt es unter www.fairtrade-schools.de  und www.faire-kita-nrw.de oder bei Eine-Welt-Promotorin Claudia Eckhoff im AllerWeltHaus.

Eine Welt auf Einladung

Ob eine kirchliche Frauengruppe, ein Seniorenkreis, eine Jugendgruppe, eine offene Frühstücksrunde, ein Fachtag an einem Berufskolleg, eine Tagung zu Eine-Welt-Themen. Sie alle treffen an der Potthofstraße auf offene Türen in Sachen Eine Welt. Die Promotorin Claudia Eckhoff kommt entweder selbst oder vermittelt passende Referent*innen. Viele spannende Projekte sind so bereits entstanden, entweder vor Ort, also dort, wo sich die Gruppen treffen, oder im AllerWeltHaus. Auch wer zum globalen Lernen und zur Einen Welt selbst bildend tätig werden möchte, bekommt Unterstützung. Das AllerWeltHaus verleiht Bildungsmaterialien oder hilft weiter bei der Suche nach geeigneten Referent*innen, Materialien und Finanzierungsmöglichkeiten.

Mitglieder des Eine Welt Netz NRW e.V.

Gemeinsam bewegen wir mehr!

Als Netzwerk sind wir offen für ganz verschiedene Mitglieder.

In unserer Satzung unterscheiden wir zwischen drei Arten der Mitgliedschaft:

  • Ordentliche Mitglieder können alle gemeinnützigen Organisationen in Nordrhein-Westfalen werden, die sich in ihrer eigenen Vereinsarbeit für die Umsetzung der Ziele einsetzen, die in der Satzung des Eine Welt Netz NRW e.V. genannt sind.
  • Persönliche Mitglieder können alle natürlichen Personen werden, die die Ziele des Eine Welt Netz NRW unterstützen wollen. Die meisten leisten diese enorm wichtige Unterstützung durch ihre Mitgliedsbeiträge und fühlen sich somit vor allem als Fördermitglieder.
  • Assoziierte Mitglieder können alle Organisationen, Gruppen, Initiativen, Institutionen und Unternehmen werden, die die Ziele des Eine Welt Netz NRW unterstützen, auch wenn sie selbst zum Beispiel nicht gemeinnützig sind.


Jede Art der Mitgliedschaft ist auf seine Weise wichtig für das Eine Welt Netz NRW.

In unseren Mitgliederversammlungen, Konferenzen und Planungsprozessen sorgen wir dafür, dass alle Mitglieder den Kurs ihres gemeinsamen Eine Welt-Landesnetzwerks mitbestimmen können.

Mitgliederzahlen (Stand Januar 2020):

  • 180 ordentliche Mitglieder
  • 1.439 persönliche Mitglieder
  • 67 assoziierte Mitglieder
Eine Welt Netz NRW @ 2021
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