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Denis Goldberg ist tot

Ein Nachruf von Tina Jerman

Foto: Thomas Graham

Wir trauern um Denis Goldberg, den prominenten weißen Kämpfer gegen die rassistische Apartheid. Er ist am 29. April 2020 nach einer Krebserkrankung gestorben, teilte die Denis Goldberg Legacy Foundation Trust mit. Denis Goldberg wurde 87 Jahre alt. Die Stiftung des Antiapartheidkämpfers und früheren Erzbischofs Desmond Tutu teilte mit, Denis Goldberg sei ein "Mensch mit höchster Integrität und Ehre" gewesen. Es fühle sich an, "als habe die Nation einen Teil ihrer Seele verloren". Denis Goldberg wurde wegen seines Kampfes gegen die Apartheid in Südafrika zusammen mit dem späteren Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela vor Gericht gestellt und 1964 als einziger Weißer verurteilt. Er verbrachte 22 Jahre in Haft, nach seiner Freilassung ging er ins Exil in London. Im Jahr 2002 kehrte Denis Goldberg nach Südafrika zurück.

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Über seine Vorträge und Lesungen kam Denis in Berührung mit den Akteuren in der Politik und der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Deutschland. In Schulen und Universitäten war er stets bereit, zu erklären und zu versöhnen. Mit seinen klugen Argumenten, mit seinem großen Wissensschatz, mit Geduld und Humor hat er unendlich viele Menschen erreicht, bewegt und motiviert, selbst und miteinander denken und handeln zu lernen. Wir trauern um einen großartigen Freund, der den Weg in so viele Herzen gefunden hat.

Download Nachruf von Tina Jerman (pdf)

Link zum Goldberg House of Hope, Südafrika

Zum Tod von Norbert Blüm

Im Gedenken an einen Menschenfreund

Foto: Westend Verlag / privat

Norbert Blüm, gestorben am 23. April 2020

Am 23. April 2020 ist Norbert Blüm gestorben. Ein Verfechter der Menschenrechte ist von uns gegangen. Nach dem Militärputsch in Chile 1973 hat sich Norbert Blüm, damals Hauptgeschäftsführer der CDU-Sozialausschüsse, für chilenische Exilanten in Deutschland engagiert. Im Jahr 1987 ist er als Mitglied des Deutschen Bundestags nach Chile gereist, um sich über die Situation im Land zu informieren. Erinnert sei an seine Beurteilung der Zustände in der vom deutschem Sektenführer in Chile gegründeten „Colonia Dignidad“:  "Diese Kolonie ist eine Musterfarm der Menschenverachtung".  Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service, erinnert besonders an Blüms Gespräch mit General Pinochet, das Blüm mit den Worten eröffnete „Herr Präsident, Sie sind ein Folterknecht.“

Den Menschenrechtsverletzungen des Terrorregimes in Chile sah die damalige Bundesregierung tatenlos zu und Norbert Blüm scheiterte mit seinem Engagement an der „Gegenöffentlichkeit“ u.a. von Franz-Josef Strauß, der das Pinochet-Regime in Chile tatkräftig stützte. Trotzdem gelang es Norbert Blüm, 16 zum Tode verurteilte Chilenen zu retten, die anschließend in Niedersachsen, Dank der Aufnahme durch Ministerpräsident Ernst Albrecht, Asyl gewährt bekamen. Eine von Blüms letzten Wortmeldungen war im März diesen Jahres: "Wenn 500 Millionen Europäer nicht mehr fünf Millionen Flüchtlinge aufnehmen wollen, dann schließen wir doch den Laden 'Europa' wegen moralischer Insolvenz." Wir schließen uns dem Nachruf von Dr. Kambiz Ghawami an: „Mit Norbert Blüm verlieren wir einen engagierten Mitstreiter für die Menschrechte, der sich Zeit seines Lebens für Menschrechte einsetzte und uns mahnte, die universellen Grundwerte nicht aufzugeben.“

Eine Welt Netz NRW @ 2020
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